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Do, 15:53 Uhr
17.09.2009

Wenn städtische Betriebe bauen lassen

Stellen Sie sich vor, Sie wollen zur Arbeit fahren, einen Arzt aufsuchen oder einen anderen wichtigen Termin wahrnehmen. Kein Problem meinen Sie, wenn Sie pünktlich 15 Minuten vor dem Termin mit dem Auto vom Hof rollen? Zwei Beispiele aus Nordhausen und Sondershausen.

Ab- und ausgesperrt (Foto: T. S.) Ab- und ausgesperrt (Foto: T. S.)

Weit gefehlt! Irgend jemand hat Ihnen die Straße geklaut. So geschehen jüngst in der Nordhäuser Grimmelallee. Das gebaut wird ist gut und dient der Bevölkerung, keine Frage. Das damit auch Einschränkungen einher gehen, ist auch verständlich. Aber bitte nicht indem die Anwohner ignoriert werden.

Da wird unangekündigt die Straße unmittelbar vor der Einfahrt zu den Grundstücken entlang der Hohensteiner Straße weggebaggert und ein Bauzaun aufgestellt. Wie lange dieser Zustand bestehen soll? Keine Auskunft von den Bauerbeitern möglich.

Ab- und ausgesperrt (Foto: T. S.) Ab- und ausgesperrt (Foto: T. S.)

Wohl dem, der frühmorgens zeitig unterwegs war. Aber was, wenn er wieder zurück kehrt? Das Auto vor dem Haus an der Straße parken? Funktioniert leider auch nicht, denn dort sind Kurzzeitparkplätze eingerichtet. Wäre es schlimm gewesen, die Anwohner rechtzeitig über die geplanten Baumaßnahmen zu informieren?

Könnte man darüber nachdenken, für die Zeit Parkausweise an die Betroffenen auszugeben, um ihnen ein Parken vor dem Haus zu ermöglichen? Vielleicht hätte auch die befristete Freigabe der Kurzzeitparkplätze Abhilfe geschaffen. Ob sich darüber jemand Gedanken gemacht hat?

Ab- und ausgesperrt (Foto: T. S.) Ab- und ausgesperrt (Foto: T. S.)

Aber liebe Nordhäuser, nicht traurig sein, es geht Euch nicht allein so. In Erahnung einer Gebietsreform übt man in der Nachbarstadt Sondershausen bereits die gleiche Verfahrensweise. Dort arbeiten nicht die städtischen Verkehrsbetriebe, sondern der städtische Energieversorger. Der hintere Teil der Mühlstraße ist zwar inzwischen über eine Nebenzufahrt wieder für PKW befahrbar, aber LKW haben nach wie vor keine Chance.

Dort hatte man, ebenfalls unangekündigt, die Straße weg gebaggert, um Gasrohre zu verlegen. Seit zwei Wochen scheitern Lieferfahrten mit LKW und Anwohner müssen ihre bestellten Möbel in einer Spedition unterstellen, da alle bisherigen Anlieferungsversuche scheiterten. Ortsunkundige werden außerdem fußläufig den hinteren Teil der Mühlstraße erreichen müssen, da die Nebenzufahrt nicht als Umleitung ausgeschildert ist.
T. S., ein genervter Bürger
Autor: nnz/kn

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Kommentare
bbs81
17.09.2009, 17:24 Uhr
nicht neues
Wohl dem der ein Fahrrad besitzt oder alles zu Fuß erreichen kann und somit nicht auf ein Auto angewiesen ist. Benötigt man hingegen doch ein Auto sollte man sich glücklich schätzen, wenn man einen Parkausweiß, eine Garage oder einen Abstellplatz sein Eigen nennt. Allen anderen bleibt nur die Suche nach einem Parkplatz. Das sich diese als schwierig erweisen kann beweist nicht nur obiger Artikel.

Als kleines Bespiel sei da nur mal die Situation in der Mittelstadt im Bereich Töpferstr., Wolfstr., Baltzerstr. und angrenzende Straßen genannt. Dort wurden nicht nur nicht Kurzzeitparkplätze freigegeben, sondern gleich etliche neue hinzugefügt, wobei ich mich frage, wer die denn wirklich als solche benutz. Die restlichen Parkplätze sind entweder mit einem Bügel versehen oder man benötigt einen Parkausweis, sodass in diesem ganzen Bereich nur 5 freie Parkplätze zur Verfügung stehen.

Selbst das Ausladen wird zur Zitterpartie, wenn man mal etwas länger als 5 Minuten braucht eh man sich bis zur Wohnung durchgekämpft hat, denn die Politessen sind in diesem Bereich ja auch recht flott unterwegs.

Das ganze hat etwas von einem Glücksspiel. Entweder man hat Glück und benötigt nur zwischen 18-8 Uhr einen Parkplatz, denn dann darf man auch die Kurzzeitparkplätze benutzen, oder man hat Glück und bekommt einen dieser 5 freien Parkplätze und muss dann auch so schnell nicht wieder weg.

Gut, werden einige Leser sagen, solle man doch auf den Ersatzparkplatz ausweichen. Dieser befindet sich meines Wissens aber unterhalb der Wassertreppe und ist somit nicht wirklich akzeptabel. Oder man parkt halt ein Stückchen weiter in einer der angrenzenden Straßen. Das gestaltet sich aber spätestens dann als schwierig, wenn einmal in der Woche die Straßenreinigung kommt und dann das Parkplatzpoker von neuem Beginnt.

Mir ist zwar auch bewusst, dass in Bereichen wo gebaut wird mit Behinderungen zu rechnen ist, dass die Straßenreinigung von Nöten ist und das die Politessen letztlich auch nur ihren Job machen. Ich habe auch nichts dagegen 1-2 Schritte mehr zu laufen, man gewöhnt sich ja an alles und ist auch noch ganz gut zu Fuß.

Mich stört nur, wenn man das Gefühl bekommt, dass die zuständigen Planer nicht oder nicht wirklich weit gedacht haben, als es darum ging die Parkplatzsituation zu regeln.

Na man gut, dass ich ein kleiner Zocker bin und mich weiterhin am Parkplatzpoker beteiligen werde, natürlich immer in der Hoffnung nicht zu oft auf der Verliererseite zu stehen.

In diesem Sinne nicht den Galgenhumorverlieren und einfach hoffen, dass das Bauvorhaben ein schnelles Ende findet. ;-)
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