Sa, 09:42 Uhr
12.10.2002
Halbierte Stellenangebote?
Nordhausen (nnz). Von Mai bis August hätten sich die Angebote an Arbeitsplätzen in der Region halbiert, äußerte der DGB-Regionalvorsitzende Ulrich Hannemann. Die als Vorwurf gemeinte Aussage kann nicht nur in Richtung Unternehmer gehen, meint nnz und erläutert das auch.
Zunächst verwundert bei der Aussage des Gewerkschafters, dass die behauptete Halbierung den Zeitraum von Mai bis August betreffen soll. Um danach die gemeldeten offenen Stellen vom März bis August ins Verhältnis zu setzen. Nun liegen ja seit dem 8. Oktober die aktuellen Zahlen des Arbeitsamtes vor. Und da fragt sich, warum denn nicht auch der aktuelle Stand berücksichtigt wurde? 1081 Stellen wurden nach dem Bericht im September gemeldet. Es ist bezeichnend, dass gerade der August zum Vergleich genommen wird, in dem es tatsächlich eine ungewöhnliche Verringerung der gemeldeten Stellen gab.
Nun soll es hier allerdings nicht um Zahlenspielereien gehen. Richtig ist nach den regelmäßigen Informationen der Presse durch die Direktorin des Arbeitsamtes, Dr. Simone Simon, dass seit vielen Monaten Mitarbeiter ihres Amtes die Betriebe der Region besuchen, um die Chefs der Unternehmen zu ersuchen, alle Möglichkeiten zu prüfen, um tunlichst doch noch eine freie Stelle anbieten zu können. Lassen es diese Mitarbeiter also an Intensität ihrer Bemühungen fehlen? Oder gibt es einfach nicht mehr Möglichkeiten?
Nun heißt es im aktuellen Bericht des Arbeitsamtes heißt es u.a.: Im September war eine leichte Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt zu spüren. Die Unternehmen der Region setzten weniger Arbeitskräfte frei und dem Arbeitsmarkt wurden mehr Arbeitsstellen angeboten als im August. Insgesamt gab es stärkere Bewegungen als im Vergleichsmonat 2001, so dass erstmals in diesem Jahr die Arbeitslosenzahl merklich unter dem Vorjahresniveau liegt. Und es heißt weiter: In Nordthüringen waren Ende September 26 561 Arbeitslose registriert, 925 weniger als vor vier Wochen. Die Zahl der arbeitslosen Männer ist gegenüber August um 576 auf 12 120 zurückgegangen, die Zahl der Frauen um 349 auf 14 441. Und darüber kann man sich doch eigentlich nur freuen? Und dem Arbeitsamt mit seinen Mitarbeitern Anerkennung zollen!?
Im Grunde besagen die vorgenannten Zahlen und Veränderungen der jeweiligen Situation nicht mehr, aber auch nicht weniger, als dass der Arbeitsmarkt in Bewegung ist. Und derzeit jedenfalls für die Region einen positiven Verlauf nimmt. Der den bundesweiten Trend noch übertrifft. Wenn angesichts dieser Situation der Gewerkschafter in der Tageszeitung mit der Forderung zitiert wird: Insbesondere die Arbeitgeber müssten jetzt mehr gegen die Arbeitslosigkeit tun, dann könnte man sich eigentlich wundern, dass diese Arbeitgeber in der Region eine solche Forderung einfach so hinnehmen.
Nur bestünde zu einer solchen Verwunderung kein wirklicher Anlass, denn noch immer hat jenes Gutachten der Uni Jena Gültigkeit, das im Mai an der Fachhochschule Nordhausen vorgestellt wurde und die Situation der regionalen Wirtschaft nach deren eigenen Angaben überraschend positiv darstellt. (nnz hatte seinerzeit ausführlich berichtet.) Und Forderungen, wie sie Ulrich Hannemann gerade äußerte, grundsätzlich immer einen Rückhalt geben. Wobei ja bezeichnend ist, dass dieses Gutachten -– in Fachkreisen durchaus umstritten - nun scheinbar sogar von der IHK Erfurt zumindest als interessant eingestuft wird. Damals allerdings wurde für September eine weitere Veranstaltung zu einem Teilkomplex dieser Studie - nämlich gerade zur Arbeitsmarkt- und Ausbildungsproblematik - in Aussicht gestellt. Stattdessen steht sie im Raum und jeder bewertet sie nach eigenen Gesichtspunkten. Obwohl sie zu der allgemeinen aktuellen Einschätzung des Mittelstandes in Deutschland so gar nicht passen will. nnz berichtete dazu am Donnerstag.
Bezeichnend jedenfalls ist, dass sich die Gewerkschaft zunehmend mit bemerkenswerten Aussagen zu Wort meldet, während von der Wirtschaft bzw. deren Verbänden so gut wie nichts zu hören ist. Obwohl da doch noch im Juni in einer vielbeachteten Veranstaltung des Verbandes der Wirtschaft vielversprechende Absichten und Vorstellungen geäußert wurden. Beachtung findet allerdings nur der, der sich auch äußert. Und heutzutage reicht es schon, wenn damit Aufmerksamkeit erregt oder provoziert werden soll.
Autor: nnzZunächst verwundert bei der Aussage des Gewerkschafters, dass die behauptete Halbierung den Zeitraum von Mai bis August betreffen soll. Um danach die gemeldeten offenen Stellen vom März bis August ins Verhältnis zu setzen. Nun liegen ja seit dem 8. Oktober die aktuellen Zahlen des Arbeitsamtes vor. Und da fragt sich, warum denn nicht auch der aktuelle Stand berücksichtigt wurde? 1081 Stellen wurden nach dem Bericht im September gemeldet. Es ist bezeichnend, dass gerade der August zum Vergleich genommen wird, in dem es tatsächlich eine ungewöhnliche Verringerung der gemeldeten Stellen gab.
Nun soll es hier allerdings nicht um Zahlenspielereien gehen. Richtig ist nach den regelmäßigen Informationen der Presse durch die Direktorin des Arbeitsamtes, Dr. Simone Simon, dass seit vielen Monaten Mitarbeiter ihres Amtes die Betriebe der Region besuchen, um die Chefs der Unternehmen zu ersuchen, alle Möglichkeiten zu prüfen, um tunlichst doch noch eine freie Stelle anbieten zu können. Lassen es diese Mitarbeiter also an Intensität ihrer Bemühungen fehlen? Oder gibt es einfach nicht mehr Möglichkeiten?
Nun heißt es im aktuellen Bericht des Arbeitsamtes heißt es u.a.: Im September war eine leichte Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt zu spüren. Die Unternehmen der Region setzten weniger Arbeitskräfte frei und dem Arbeitsmarkt wurden mehr Arbeitsstellen angeboten als im August. Insgesamt gab es stärkere Bewegungen als im Vergleichsmonat 2001, so dass erstmals in diesem Jahr die Arbeitslosenzahl merklich unter dem Vorjahresniveau liegt. Und es heißt weiter: In Nordthüringen waren Ende September 26 561 Arbeitslose registriert, 925 weniger als vor vier Wochen. Die Zahl der arbeitslosen Männer ist gegenüber August um 576 auf 12 120 zurückgegangen, die Zahl der Frauen um 349 auf 14 441. Und darüber kann man sich doch eigentlich nur freuen? Und dem Arbeitsamt mit seinen Mitarbeitern Anerkennung zollen!?
Im Grunde besagen die vorgenannten Zahlen und Veränderungen der jeweiligen Situation nicht mehr, aber auch nicht weniger, als dass der Arbeitsmarkt in Bewegung ist. Und derzeit jedenfalls für die Region einen positiven Verlauf nimmt. Der den bundesweiten Trend noch übertrifft. Wenn angesichts dieser Situation der Gewerkschafter in der Tageszeitung mit der Forderung zitiert wird: Insbesondere die Arbeitgeber müssten jetzt mehr gegen die Arbeitslosigkeit tun, dann könnte man sich eigentlich wundern, dass diese Arbeitgeber in der Region eine solche Forderung einfach so hinnehmen.
Nur bestünde zu einer solchen Verwunderung kein wirklicher Anlass, denn noch immer hat jenes Gutachten der Uni Jena Gültigkeit, das im Mai an der Fachhochschule Nordhausen vorgestellt wurde und die Situation der regionalen Wirtschaft nach deren eigenen Angaben überraschend positiv darstellt. (nnz hatte seinerzeit ausführlich berichtet.) Und Forderungen, wie sie Ulrich Hannemann gerade äußerte, grundsätzlich immer einen Rückhalt geben. Wobei ja bezeichnend ist, dass dieses Gutachten -– in Fachkreisen durchaus umstritten - nun scheinbar sogar von der IHK Erfurt zumindest als interessant eingestuft wird. Damals allerdings wurde für September eine weitere Veranstaltung zu einem Teilkomplex dieser Studie - nämlich gerade zur Arbeitsmarkt- und Ausbildungsproblematik - in Aussicht gestellt. Stattdessen steht sie im Raum und jeder bewertet sie nach eigenen Gesichtspunkten. Obwohl sie zu der allgemeinen aktuellen Einschätzung des Mittelstandes in Deutschland so gar nicht passen will. nnz berichtete dazu am Donnerstag.
Bezeichnend jedenfalls ist, dass sich die Gewerkschaft zunehmend mit bemerkenswerten Aussagen zu Wort meldet, während von der Wirtschaft bzw. deren Verbänden so gut wie nichts zu hören ist. Obwohl da doch noch im Juni in einer vielbeachteten Veranstaltung des Verbandes der Wirtschaft vielversprechende Absichten und Vorstellungen geäußert wurden. Beachtung findet allerdings nur der, der sich auch äußert. Und heutzutage reicht es schon, wenn damit Aufmerksamkeit erregt oder provoziert werden soll.

