Mo, 14:04 Uhr
07.10.2002
Immer an der „Langen Wand“ entlang
Nordhausen (nnz). Gestern fand eine Premiere im Landkreis Nordhausen statt. Ein interessantes Geotop wurde erforscht und fesselte die Besucher. Wenn Sie genau wissen wollen, was es zu sehen gab, dann lesen Sie doch einfach in der nnz weiter.
Der 1. Tag des Geotops am 06. Oktober 2002 wurde im Landkreis Nordhausen an Ilfelds "Langer Wand" und im gleichnamigen Kupferschiefer-Schaubergwerk begangen. Er verlief so aufschlussreich und "ansehnlich", dass sich die Teilnehmer einig waren: Dieser Tag sollte Tradition werden wie der des offenen Denkmals. Ilfeld hat eine lange Bergbaugeschichte und so erfuhr man zu Beginn der Führung von Manfred Kappler, dass die Verhüttung der in der Grube "Lange Wand" gewonnenen Kupfer- und Kobalderze in zwei Ilfelder Hütten stattfand. Die ältere befand sich in der Nähe der heutigen Papierfabrik, die zweite auf dem Territorium des heutigen Hotels "Zur Tanne".
Das Geotop "Lange Wand" entdeckt man, wenn man sich am südlichen Ortseingang Ilfelds nach rechts orientiert. Man sieht einen kleinen Höhenzug, in dem sich sowohl das Geotop als auch das Schaubergwerk befinden. Der imposante Eindruck des Geotops "Lange Wand" erklärt sich damit, dass man an ihm in aufschlussreicher Art die Entstehung dieses Territoriums im Harzraum erkennt. Gestein spricht eine sehenswerte Sprache! Der Geologe Helmut Garleb, erklärte angesichts der "Langen Wand": "Wir stehen genau an der Grenze zwischen den eingeebneten Lavaergüssen (Porphyrit) der Landoberfläche des Rotliegenden, wir sehen den durch das Meerwasser gebleichten Porphyrit und darauf den Strand des Zechsteinmeeres, die zu Sandstein verfestigten Strandsedimente (Zechsteinkonglomerat), den zu einem dünnplattigen Gestein verfestigten metallhaltigen Schlamm, den Kupferschiefer und darüber die zu einem bankigen Kalkstein gewordenen kalkigen Ablagerungen, den Zechsteinkalk." Dieses geologische Fenster sei alt und jung empfohlen! Denn wenn man so ein außerordentliches Geotop in seiner Umgebung besitzt, sollte man es kennen! Des Schauens war an diesem Tage noch kein Ende. Man fuhr in den Berg ein.
Angetan mit einem gelbleuchtenden Wetterschutzmantel, mit Helm und Grubenlicht ging es ins Unterirdische. An bestimmten Haltepunkten erklärte der Bergmann, Herr Drüsedau, sehr einfühlsam und anschaulich die einstigen Tätigkeiten der Bergleute in diesem Kupferschieferbergwerk. Der erste Abbau erfolgte bis 1760, dann wurde im Bergwerk wegen zusitzender Wässer nicht mehr gefördert. Erst als es die Technik erlaubte, 1846, erfolgte die Wiederaufnahme, allerdings nur bis 1860. Diese letzte Gewinnungsperiode ist für alle Interessierten im Originalzustand zugänglich. Ein höchst appetitliches "Tscherperessen" im "Kleinen Saal" beendete den Tag des Geotops mit gut gewürzten Delikatessen aus der Region. Wer in das Bergwerk einfahren möchte, wende sich telefonisch an die Südharztouristik Ilfeld unter 036331/ 32033.
Autor: nnzDer 1. Tag des Geotops am 06. Oktober 2002 wurde im Landkreis Nordhausen an Ilfelds "Langer Wand" und im gleichnamigen Kupferschiefer-Schaubergwerk begangen. Er verlief so aufschlussreich und "ansehnlich", dass sich die Teilnehmer einig waren: Dieser Tag sollte Tradition werden wie der des offenen Denkmals. Ilfeld hat eine lange Bergbaugeschichte und so erfuhr man zu Beginn der Führung von Manfred Kappler, dass die Verhüttung der in der Grube "Lange Wand" gewonnenen Kupfer- und Kobalderze in zwei Ilfelder Hütten stattfand. Die ältere befand sich in der Nähe der heutigen Papierfabrik, die zweite auf dem Territorium des heutigen Hotels "Zur Tanne".
Das Geotop "Lange Wand" entdeckt man, wenn man sich am südlichen Ortseingang Ilfelds nach rechts orientiert. Man sieht einen kleinen Höhenzug, in dem sich sowohl das Geotop als auch das Schaubergwerk befinden. Der imposante Eindruck des Geotops "Lange Wand" erklärt sich damit, dass man an ihm in aufschlussreicher Art die Entstehung dieses Territoriums im Harzraum erkennt. Gestein spricht eine sehenswerte Sprache! Der Geologe Helmut Garleb, erklärte angesichts der "Langen Wand": "Wir stehen genau an der Grenze zwischen den eingeebneten Lavaergüssen (Porphyrit) der Landoberfläche des Rotliegenden, wir sehen den durch das Meerwasser gebleichten Porphyrit und darauf den Strand des Zechsteinmeeres, die zu Sandstein verfestigten Strandsedimente (Zechsteinkonglomerat), den zu einem dünnplattigen Gestein verfestigten metallhaltigen Schlamm, den Kupferschiefer und darüber die zu einem bankigen Kalkstein gewordenen kalkigen Ablagerungen, den Zechsteinkalk." Dieses geologische Fenster sei alt und jung empfohlen! Denn wenn man so ein außerordentliches Geotop in seiner Umgebung besitzt, sollte man es kennen! Des Schauens war an diesem Tage noch kein Ende. Man fuhr in den Berg ein.
Angetan mit einem gelbleuchtenden Wetterschutzmantel, mit Helm und Grubenlicht ging es ins Unterirdische. An bestimmten Haltepunkten erklärte der Bergmann, Herr Drüsedau, sehr einfühlsam und anschaulich die einstigen Tätigkeiten der Bergleute in diesem Kupferschieferbergwerk. Der erste Abbau erfolgte bis 1760, dann wurde im Bergwerk wegen zusitzender Wässer nicht mehr gefördert. Erst als es die Technik erlaubte, 1846, erfolgte die Wiederaufnahme, allerdings nur bis 1860. Diese letzte Gewinnungsperiode ist für alle Interessierten im Originalzustand zugänglich. Ein höchst appetitliches "Tscherperessen" im "Kleinen Saal" beendete den Tag des Geotops mit gut gewürzten Delikatessen aus der Region. Wer in das Bergwerk einfahren möchte, wende sich telefonisch an die Südharztouristik Ilfeld unter 036331/ 32033.


