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Fr, 13:32 Uhr
21.08.2009

Ein voller Saal, wo gibt´s das noch?

Ja, das gab´s am Donnerstag Abend in der Gemeindeschenke Uthleben. Das Forstamt hatte zu einer öffentlichen Veranstaltung mit dem Thema „Entwicklung des Privatwaldes in Thüringen seit 1990 – ein Neuanfang“ geladen. Und über 100 Waldbesitzer, Jäger, Holzfuhrleute, Holzhändler und Freunde des Waldes kamen - und das am angeblich heißesten Tag des Jahres.


Nach der Begrüßung richtete der Uthleber Bürgermeister Fritz Lehmann ein Grußwort an die Anwesenden. Danach stellte der Forstamtsleiter Klaus-Wilhelm Brüggemann das Forstamt Bleicherode-Südharz vor. Er spannte den Bogen über die jüngere Geschichte der Forstorganisation im Kreis Nordhausen, die Verteilung des Privat-, Körperschafts- und Staatswaldes im Südharz, Kenndaten Anteile der Baumarten, Waldpflege, Holzvorrat, Holzeinschlag, Holzvermarktung, fiskalische Jagd, Sicherung von 280 Arbeitsplätzen durch das Forstamt im ländlichen Raum bis zur Ausweisung von Fördermitteln für die Privat- und Körperschaftswaldbesitzer.

Auditorium (Foto: nnz) Auditorium (Foto: nnz)

So wurde im Privat- und Körperschaftswald 2008 der Gemeinwohlaspekt des Waldes mit immerhin 337.000 Euro Fördermitteln anerkannt. Das sind 26 Euro Fördermittel pro Hektar Holzboden im Privat- und Körperschaftswald des Forstamtes. Forstwirtschaft ist in Thüringen mehr als Bäume „abhauen“.

Die Redebeiträge zum Thema wurden von Wolfgang Heyn, Geschäftsführer des Thüringer Waldbesitzerverbandes, aus Sicht des Privat- und Körperschaftswaldes, Karl Heinz Müller, Referatsleiter Forstpolitik, Jagd und Fischerei im Landwirtschaftsministerium aus der Position der Verwaltung und Egon Primas, Landtagsabgeordneter, aus dem Sehwinkel Politik gehalten.

Wolfgang Heyn referierte frisch und skizzierte vor allem die Hauptprobleme des Neubeginns Anfang der neunziger Jahre bis zur Jahrtausendwende. Das waren insbesondere Übergabe der Privatwälder aus der Staatlichen Bewirtschaftung mit Übergabeprotokoll an die Grundeigentümer, Restitution des Körperschaftswaldes aus dem Treuhandvermögen, Klärung von Eigentumsverhältnissen, rechtliche Schulung der Waldeigentümer, Heranführung von Waldbesitzern an ihr Eigentum mit Rechten und Pflichten u.a..

Karl-Heinz Müller, ein Urgestein der Forst- und Jagdpolitik seit 1990 sprach über den zügigen aber schwierigen Anfang im jungen Bundesland Thüringen aus ministerialer Sicht. Da war viel auf den Weg zu bringen. Waldgesetz, Jagdgesetz, Fischereigesetz mit diversen Durchführungsverordnungen. Die Einheitsforstverwaltung mit dem Gemeinschaftsrevier, Gemeinschaftsforstamt für Privat-, Körperschafts- und Staatswald und nicht zuletzt das Förderwesen.

Egon Primas holte weit aus. Thüringen war für ihn zu klein, da stand das neue Waffengesetz, die Umweltgesetzgebung im Bund auf dem Prüfstand. Für Thüringen sprach er sich für den Erhalt des Gemeinschaftsforstamtes in der jetzigen Größe aus, die Forstämter sind von 60 (1991) auf 28 (2005) „geschmolzen“. Im Saal war ein Raunen zu vermerken, gilt das auch nach der Wahl? Wer da glaubte das war Wahlkampf, wie die Forderung von Primas ausreichend junge Förster in Thüringen einzustellen, der ist sicher auf dem Holzweg. Die schlappe Diskussion war einer unerträglichen Hitze im Saal zuzuordnen.

Das war eine gelungene Veranstaltung und sicherlich nicht die letzte, denn 20 Jahre nach der Wende werden sich die Retrospektiven häufen, und das nicht zu Unrecht.
Autor: nnz

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