Mi, 17:03 Uhr
19.08.2009
Nur etwas bescheidener
Nach der Angela-Show der CDU wollte heute die LINKE in Thüringen mit der Bodo-Show kontern. Die Show lief auf dem Theaterplatz, nur: Es fehlten die Zuschauer und Zuhörer...
Die wenigen hatten sich auf den Treppenstufen des Theaters eingefunden. Dort erlebten sie die fast gleiche Dramaturgie wie einen Tag zuvor, falls sie dabei waren. Mit einem Unterschied: Gabi Zimmer philosophierte die internationale Linke, musste jedoch konstatieren, dass genau die immer noch zerstritten ist.
Dann waren der städtische Kandidat für den Landtag Rainer Bachmann dran. Der 62jährige Bachmann will alles und vieles in Thüringen verändern, vor allen soll die jetzige Verteilung der Lottomittel abgeschafft werden. Und schließlich werde die LINKE die stärkste Kraft im kommenden Landtag, da ist sich Bachmann sicher.
Zwischen den Rednern gab es Musik von den Golden Sixtees und eine Hüpfburg für Junggebliebenen, für alle Rostbratwurst. Drei oder vier zusätzliche Zuschauer gesellten dazu, der Schatten des Theaters wurde naturgemäß länger, der Beobachter zählte rund 100 Interessenten.
Dann der Auftritt von Bodo Ramelow. Im Prolog seines Monologs will er die Thüringer CDU in die Wüste schicken. Dann nahm der Spitzenkandidat sich die FDP und deren designierten Wirtschaftsminister vor. Dem gehöre eine Friseurkette, in der Ausgelernte 3,89 Euro je Stunde erhalten. Das, liebe Freunde, kommt auf uns zu, wenn Schwarz und Gelb die Wahl halten, so Ramelow. Kritik übte er auch an Christoph Matschie, der sich nun plötzlich auch eine Koalition mit der FDP vorstellen könne und demzufolge mit einem Stundenlohn von 3,89 Euro zufrieden sei.
Bei der SPD hat der linke Frontmann den Hang zum Hilfsarbeiter der CDU entdeckt, die immer dann zögere, wenn es darauf ankomme, einen radikalen Schnitt zu machen. Gemeint war die Opel-Übernahme, wo sich die LINKE eine teilweise Verstaatlichung vorstellen könne.
Ramelow sprach von Hartz IV als Armutsfalle, von der Neueröffnung des großen Spielcasinos auf den Finanzmärkten. Woolworth, Karstadt, Hertie – alles leergeräumt. Den rot-grünen Gesetzen sei Dank. Schlussendlich gilt, wer SPD wählt, der wählt Dieter Althaus, wir sind nicht der Matschie-Hilfsverein!
Und das will die LINKE: Thüringen soll das modernste Bildungsland in Deutschland werden. Es muss mehr direkte Demokratie geben. Und Thüringen muss eine schlanke Verwaltung geben. Vor allem die über 150 Zweckverbände müssen reduziert werden, je Verwaltungseinheit ein Zweckverband, der sich um Wasser, Abwasser und Abfall kümmert.
Das Bauministerium wird abgeschafft, keine ABM für Freunde des Dieter Althaus mehr. Das Landesverwaltungsamt gehört auch abgeschafft. Dafür soll die Nordhäuser Fachhochschule zum Forschungszentrum für Bioenergie und Biogas ausgebaut werden. Und dann fordert Ramelow Bürgerkraftwerke sowie mehr Solardächer für das Bundesland, das die meisten Solarzellenproduzenten hat.
Und dann gab es noch ein Wettangebot. Wenn die Linken im Bundestag schwächer werden, dann werde um diese Prozentpunkte die Mehrwertsteuer erhöht. Das wiederum dürfe nicht passieren. Als schließlich Birgit Keller ihre Ziele für ihre linke Politik vortrug gab es für den Berichterstatter den nächsten Termin, Hauptausschussitzung im Rathaus.
Fazit: Die LINKE kann der CDU in punkto Mobilisierung der Massen nicht das Wasser reichen. Vor allem dann nicht, wenn Wahlkampfveranstaltungen bereits um 14 Uhr beginnen. Es gibt – und das muss auch die LINKE zur Kenntnis nehmen – auch politikinteressierte Menschen, die um diese Zeit noch arbeiten.
Autor: nnzDie wenigen hatten sich auf den Treppenstufen des Theaters eingefunden. Dort erlebten sie die fast gleiche Dramaturgie wie einen Tag zuvor, falls sie dabei waren. Mit einem Unterschied: Gabi Zimmer philosophierte die internationale Linke, musste jedoch konstatieren, dass genau die immer noch zerstritten ist.
Dann waren der städtische Kandidat für den Landtag Rainer Bachmann dran. Der 62jährige Bachmann will alles und vieles in Thüringen verändern, vor allen soll die jetzige Verteilung der Lottomittel abgeschafft werden. Und schließlich werde die LINKE die stärkste Kraft im kommenden Landtag, da ist sich Bachmann sicher.
Zwischen den Rednern gab es Musik von den Golden Sixtees und eine Hüpfburg für Junggebliebenen, für alle Rostbratwurst. Drei oder vier zusätzliche Zuschauer gesellten dazu, der Schatten des Theaters wurde naturgemäß länger, der Beobachter zählte rund 100 Interessenten.
Dann der Auftritt von Bodo Ramelow. Im Prolog seines Monologs will er die Thüringer CDU in die Wüste schicken. Dann nahm der Spitzenkandidat sich die FDP und deren designierten Wirtschaftsminister vor. Dem gehöre eine Friseurkette, in der Ausgelernte 3,89 Euro je Stunde erhalten. Das, liebe Freunde, kommt auf uns zu, wenn Schwarz und Gelb die Wahl halten, so Ramelow. Kritik übte er auch an Christoph Matschie, der sich nun plötzlich auch eine Koalition mit der FDP vorstellen könne und demzufolge mit einem Stundenlohn von 3,89 Euro zufrieden sei.
Bei der SPD hat der linke Frontmann den Hang zum Hilfsarbeiter der CDU entdeckt, die immer dann zögere, wenn es darauf ankomme, einen radikalen Schnitt zu machen. Gemeint war die Opel-Übernahme, wo sich die LINKE eine teilweise Verstaatlichung vorstellen könne.
Ramelow sprach von Hartz IV als Armutsfalle, von der Neueröffnung des großen Spielcasinos auf den Finanzmärkten. Woolworth, Karstadt, Hertie – alles leergeräumt. Den rot-grünen Gesetzen sei Dank. Schlussendlich gilt, wer SPD wählt, der wählt Dieter Althaus, wir sind nicht der Matschie-Hilfsverein!
Und das will die LINKE: Thüringen soll das modernste Bildungsland in Deutschland werden. Es muss mehr direkte Demokratie geben. Und Thüringen muss eine schlanke Verwaltung geben. Vor allem die über 150 Zweckverbände müssen reduziert werden, je Verwaltungseinheit ein Zweckverband, der sich um Wasser, Abwasser und Abfall kümmert.
Das Bauministerium wird abgeschafft, keine ABM für Freunde des Dieter Althaus mehr. Das Landesverwaltungsamt gehört auch abgeschafft. Dafür soll die Nordhäuser Fachhochschule zum Forschungszentrum für Bioenergie und Biogas ausgebaut werden. Und dann fordert Ramelow Bürgerkraftwerke sowie mehr Solardächer für das Bundesland, das die meisten Solarzellenproduzenten hat.
Und dann gab es noch ein Wettangebot. Wenn die Linken im Bundestag schwächer werden, dann werde um diese Prozentpunkte die Mehrwertsteuer erhöht. Das wiederum dürfe nicht passieren. Als schließlich Birgit Keller ihre Ziele für ihre linke Politik vortrug gab es für den Berichterstatter den nächsten Termin, Hauptausschussitzung im Rathaus.
Fazit: Die LINKE kann der CDU in punkto Mobilisierung der Massen nicht das Wasser reichen. Vor allem dann nicht, wenn Wahlkampfveranstaltungen bereits um 14 Uhr beginnen. Es gibt – und das muss auch die LINKE zur Kenntnis nehmen – auch politikinteressierte Menschen, die um diese Zeit noch arbeiten.



