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Sa, 09:50 Uhr
16.09.2000

Wacker hat neuen Präsident - schwere Zeit steht noch bevor

Nordhausen (nnz). Der neue Präsident des FSV Wacker 90 Nordhausen heißt Wolfgang Lutze. Ihm zur Seite stehen Landrat Joachim Claus als Vizepräsident sowie Peter Vogt und Klaus Becker und ein vierköpfiger Beirat. Der ebenfalls vorgeschlagene Benkstein wurde nicht gewählt, da er zwar seine Bereitschaft zur Mitarbeit bekundet hatte, jedoch der außerordentlichen Mitgliederversammlung fern blieb.
Zuvor legte der ehemalige, am 4. Juli dieses Jahres zurückgetretene Präsident Bernd Seidenstücker Rechenschaft ab. Und wieder war das zu hören, was er im Dezember 1999 übernahm: Einen wirtschaftlichen Scherbenhaufen! Seidenstücker erläuterte nochmals die "aufopferungsvolle" Arbeit des Präsidiums und die Notwendigkeit zur Einleitung eines Insolvenzverfahrens. Der Scherbenhaufen blieb. Die Nachwuchsarbeit ist am Boden zerstört, eine zweite Mannschaft gibt es nicht mehr. Unter den nicht mal 60 Mitgliedern, die sich zur Schicksalsversammlung aufgemacht hatten, breitete sich müdes Gelächter aus. "Das ist ein Witz", war da zu hören.
Interessanter waren da schon die Ausführungen vom vorläufigen Insolvenzverwalter Olaf Kupke. Er bescheinigte dem Präsidium, nicht mehr existent gewesen zu sein. Nur wenige hätten die Geschicke des Vereins in die Hände genommen. Dazu gehören zweifellos Peter Vogt und Klaus Gorges. Kupke lobte vor allem die Spieler, die mit ihrem Einsatz den Verein am Leben gehalten haben.
Derzeit erarbeitet Kupke ein Gutachten, das für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens notwendig ist. In die Verhandlungen mit den Gläubigern wird er Anfang Oktober starten, an finanziell untersetztes Angebot wird er unterbreiten. Kritisch wird die Haltung des Hauptgläubigers, des Finanzamtes sein. Sollten die Verhandlungen mit der Rettung des Vereins ausgehen, ist nur ein kurzes Durchatmen angesagt, dann endet die Arbeit des Verwalters, dann ist wieder das Präsidium gefragt. Hauptaufgabe: Geld beschaffen, Vertrauen zu Sponsoren herstellen, Vereinsleben organisieren, das Marketing ankurbeln. Hierzu brauchen der neue Präsident und seine Mitstreiter eine breite Unterstützung, auch die der kommunalen Politik, die am Freitagabend vor allem aus städtischer Sicht durch Abwesenheit glänzte und lediglich die vierte Reihe ins Feld schickte.
Autor: psg

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