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Sa, 09:48 Uhr
16.09.2000

Ein Präsident auf dem Weg vom Beobachter zum Macher

Nordhausen (nnz). Lange Zeit betrachtete Wolfgang Lutze, der neue Wacker-Präsident, den Verein, dem er jetzt vorsteht, mit optischer Distanz. "Vom Balkon des Hotels habe ich die Spieler oft beim Training beobachtet", schmunzelte Lutze. Er, der die Erfahrung als langjähriger Spieler hat (trat 1957 zum ersten Mal an einen Ball), kennt sich im Sport aus, in seinem hauptamtlichen Job als Geschäftsstellenleiter der ZGT kennt er nicht nur "Gott und die Welt", sondern könnte auch entsprechende Kontakte zur Wirtschaft herstellen. Eine große Last hat er nun zu tragen, die vor allem aus Erwartungen besteht. Mit seinem präsidialen Kollegen wird er es nicht leicht haben. Insider merkten schon am Abend, daß vor allem die Zusammenarbeit mit Peter Vogt alles andere als ein Zuckerschlecken wird. Auch die Nicht-Wahl von Benkstein (sollte Schatzmeister werden), ist nicht der optimale Anfang einer schweren Aufgabe.
Vielleicht ist Wolfgang Lutze jedoch hart im Nehmen, vielleicht ist er mehr als nur ein "Übergang", er ist nicht überall beliebt. Doch das weiß Lutze, in diesem Bewußtsein will er seinen Job auch machen. Ein Präsident muß gleichermaßen bequem und unbequem sein, er muß sich durchsetzen und muß vermitteln. Die Balkonzeit ist seit gestern Abend endgültig vorbei. Jetzt steht er im Mittelpunkt, im Feuer der Kritik und hoffentlich immer unter Volldampf. Und: er will ein offener und fairer Partner sein. Das hat er am Freitagabend versprochen.
Autor: psg

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