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Mo, 12:12 Uhr
03.08.2009

nnz-Wetterrückblick: beständig unbeständig

Woran erkennt man den Unterschied zwischen einem "langweiligen Hoch" und einem "aufregenden Tief"? Richtig: Am Wetter im Juli mitten in Deutschland, genauer in Nordhausen, konstatiert Wetter-Fachfrau Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp...


Parnieske-Pasterkamp (Foto: Autorin) Parnieske-Pasterkamp (Foto: Autorin) Beständig unbeständiges Wetter mit einem ständigen Wechsel von warm zu kalt, von trocken zu nass, von Gewitter, Platzregen und stürmischen Böen zu schwüler Hitze ohne Windhauch! Vom Hoch zum Tief oder vom Tief zum nächsten Tiefausläufer. Gut hatte es der Nordhäuser, der, kaum hatten die Schulferien begonnen, auch schon in den Süden reisen konnte.

Zum nachträglichen Genießen des Sommerurlaubs in der Ferne einige harte Fakten aus der Heimat: Die maximale Tageshöchsttemperatur beträgt 17,3°C (10. Juli). Nur 52 Minuten Sonnenschein an einem Tag (05. Juli). Um 12 Uhr mittags einen Wolkenbruch mit 17,4 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde (01. Juli). Aber auch 20 Sommertage mit Temperaturen über 25 °C, davon zehn heiße Tage mit Temperaturen über 30°C auf dem Campus der Fachhochschule. Und nicht zu vergessen 4 Tage im Juli, an denen maximale Windgeschwindigkeiten der Windstärke 5 gemessen wurden.

Diese wird nach Admiral Beaufort seit zwei Jahrhunderten als "frischer Wind" bezeichnet und ist in der Natur daran zu erkennen, dass sich größere Äste und Bäume bewegen sowie der Wind deutlich zu hören ist. Ab Windstärke neun sprechen wir übrigens von Sturm und ab Windstärke 12 wird der Wind als Orkan bezeichnet. Den hatten wir hier aber glücklicherweise nicht. Zurück zum Wetter.

Der Juli 2009 war trotz deutlicher Kälteperioden wie zwischen dem 8. und 11. Juli etwas zu warm. 20°C betrug die Lufttemperatur im Mittel, im vergangenen Jahr waren es 20,1°C und 2007 "nur" 18,7°C. Im langjährigen Mittel wurden zwischen 1961 und 1990 17,4°C gemessen, im aktuelleren 30-jährigen Mittel (1971-2000) sind es schon 18°C. Wir verzeichnen also einen leichten Anstieg der Temperaturen im Juli in der Nordhäuser Innenstadt. Und hatten trotz aller unbeständiger Phasen wieder einen zu warmen Juli. Der 50-jährige Maximalwert aus dem Jahr 2006 mit 23,5°C wurde in diesem Jahr allerdings nicht überschritten.

Aber auch 14,6°C wurden nicht unterschritten, diese Durchschnittstemperatur wurde im Juli des Jahres 1980 gemessen. Die maximale Temperatur wurde mit 33,7°C direkt zu Monatsbeginn am 2. Juli registriert. Das sollte wahrscheinlich die Entschädigung für den eher durchschnittlichen und zeitweise sehr kühlen Juni sein (16,9°C Mitteltemperatur im Vergleich zu 16,2°C im Durchschnitt).

Regen bringt Segen, so heißt ein Kinderlied. Was im Frühjahr zu Beginn der Vegetationsperiode unverzichtbar war, kann wenige Monate später ernste Sorgen bereiten. Die Landwirte der Region hatten und haben sicher so manche Sorgen und Bedenken, wie und vor allem wann sie ihre Ernte oder das Heu trocken in die Lager bringen können. Nach dem Regenguss zum Monatsbeginn fiel immer mal und wieder und auch ein bisschen mehr Regen vom Himmel. Ingesamt waren es 70 Liter pro Quadratmeter, 50 Liter sind es im Mittel.

Auch die Juli-Monate der vergangenen Jahre waren deutlich zu feucht: Knapp 90 Liter fielen im vergangenen Jahr, 2007 waren es sogar 123 Liter. Im Jahr 1983 fielen dahingegen nur 9,9 Liter pro Quadratmeter, 1972 allerdings, und das ist der 56-jährige Rekordwert für Nordhausen, 134 Liter. Die Niederschlagssumme weist für das Jahr 2009 derzeit bereits ein Minus von gut 100 mm auf. Insgesamt wurden 240 Liter pro Quadratmeter an der Station auf dem Campus in 2009 registriert. In den vergangenen beiden Jahren war der Juli übrigens jeweils der Monat mit der größten Niederschlagssumme im ganzen Jahr.

Die Sonne schien in Thüringen immerhin 198 Stunden, hier in Nordhausen jedoch nur 180 Stunden, im Vergleich zum 25-jährigen Mittel damit pro Tag gut eine Stunde weniger. In Erinnerung rufen möchte ich da den Juli im Jahr 2006, hier schien die Sonne tatsächlich 340 Stunden! Gesamtdeutsch betrachtet war Thüringen nach Aussagen des Deutschen Wetterdienstes das zweitkälteste Bundesland im Juli 2009. Nur in Baden-Württemberg war es diesmal kühler und feuchter.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp
Autor: nnz

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