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Do, 14:12 Uhr
30.07.2009

Die Hölle - virtuell

Eigentlich schon seit vorgestern ist eines der jetzt wichtigsten Online-Fotoarchive dieser Region freigeschaltet worden. Doch seit heute ist es offiziell. Dr. Jens-Christian Wagner stellte das Projekt vor. Fotos aus der "Hölle Dora" sind jetzt virtuell verfügbar...

Vorgestellt (Foto: nnz) Vorgestellt (Foto: nnz)
Holm Kirsten bei der heutige Präsentation des Online-Fotoarchivs

Quellenkritisch archiviert und aufbereitet, so präsentiert sich das Online-Archiv dem virtuellen Nutzer. Vorbild für die Arbeit in der Gedenkstätte Mittelbau-Dora waren die Arbeiten in der Gedenkstätte Buchenwald. Deren Bestände sind jedoch weitaus umfangreicher, da in der damaligen DDR in Buchenwald wesentlich strukturierte gearbeitet wurde und das KZ bei Weimar wesentlich länger bestand.

500 von etwa 1.500 Fotos aus den Jahren 1935 bis 1969 sind derzeit online verfügbar. Das virtuelle Archiv kann jederzeit erweitert werden, so Wagner. Große Funde in anderen Archiven sind jedoch nicht mehr zu erwarten, eher seien Fotografien aus privaten Beständen vorstellbar.

Im Rahmen von Dreharbeiten für einen Werbefilm über das damalige KZ Mittelbau-Dora sind in den vergangenen Jahren viele Fotos aufgetaucht, deren quellenkritische Nutzung jedoch laut Dr. Wagner zu wünschen übrig lässt. Überregionale Medien wie die Tagesschau würden sich dieser Fotos gern bedienen, da es sich um Farbaufnahmen handelt.

Es gibt eine Serie von Fotos, die ehemalige Häftlinge illegal aufgenommen hatten, es gibt eine große Zahl von Täter-Fotos, die Dokumente zeigen, die sich nicht auf SS-Angehörige beschränken. Da werden Angehörige der Luftwaffe bis hin zur Wernher von Braun, den Jens-Christian Wagner zu den Tätern zählt. Immer wieder wurde bei der Auswahl von Fotos auf die Charakteristik des System „Dora“ hingewiesen: So auch seine vielen Außenlager und die Modellfunktion von Dora zur Untertageverlagerung der Rüstungsindustrie.

Holm Kirsten, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Buchenwald, legte sehr viel Wert auf die Genauigkeit der Herkunft der Fotografien, Namen der Fotografen sowie deren eventueller Auftraggeber. Das wiederum machte eine exakte Einordnung in den Gesamtkontext sowie in die Zielstellung der virtuellen Datenbank möglich. Ebenso wurde Wert auf die Klärung der Bildrechte gelegt, was nicht immer bis zur eigentlichen Quelle möglich war.

Der Einstieg in das Web-Portal erfolgt momentan über die Homepage der Stiftung. Auf der „Titelseite“ wurde ein namenlose Häftling abgebildet. Dieses Motiv soll den Tausenden von Opfern ein kleines Stück ihrer damals geraubten Würde zurückgeben.
Autor: nnz/kn

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