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Sa, 10:34 Uhr
14.09.2002

Keine Verhütung beim "ersten Mal"?

Nordhausen (nnz). Die Zahl der Schwangerschaften und auch der Abtreibungen im Teenageralter nimmt geradezu dramatisch zu. nnz berichtet.


Bei dem in dieser Woche stattgefundenen Gynäkologiekongress in Düsseldorf nannte die Vorsitzende der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF), Gisela Gille, eine immer früher einsetzende Geschlechtsreife und mangelhaftes Wissen als Gründe. Nach Angaben der Expertin brachten im Jahr 2000 mehr als 7000 minderjährige Mädchen in Deutschland ein Baby zur Welt. Das seien rund 45 Prozent mehr als 1998.

Die Zahl der Mütter unter den 14-Jährigen verdoppelte sich laut Gille im gleichen Zeitraum von 77 auf 161. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei Teenagern wuchs allein von 2000 auf 2001 um ein Fünftel von 5763 auf 6909. Ebenfalls um 20 Prozent nahmen die Abbrüche bei Mädchen unter 14 Jahren zu - von 574 auf 696. Den alarmierenden Trend erhärteten Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden, wonach die Zahl der Abtreibungen bei Mädchen unter 15 Jahren von 1996 bis 2001 um 90 Prozent gestiegen sei, erklärte die Ärztin.

„Der horrende Anstieg der Schwangerschaftsabbrüche bei Jugendlichen ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Mädchen immer früher geschlechtsreif werden“, erläuterte Gille. In Deutschland bekämen Mädchen ihre erste Menstruation heute im Durchschnitt bereits mit zwölf Jahren. Viele seien sogar schon mit neun oder zehn Jahren geschlechtsreif. Entsprechend früher machten viele ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Geschlechtsverkehr habe nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Jahr 2001 bereits jede zehnte 14-Jährige und jede vierte 15-Jährige gehabt.

„Eine Folge des frühen Einstiegsalters in die Sexualität ist, dass etwa 18 Prozent der 14- bis 15-jährigen Mädchen beim ersten Geschlechtsverkehr nicht verhüten“, berichtete Gille. Gerade dagegen möchte sie zusammen mit ihren Kolleginnen der ÄGGF angehen. Zudem wollen die Ärztinnen der vor 50 Jahren gegründeten Gesellschaft Mädchen auf der Suche nach ihrer sexuellen Identität begleiten. Deshalb besuchen sie Schulen und sprechen dort mit Mädchen (teils auch mit Jungen) der sechsten bis zehnten Schulklassen.

(Gisela Gille, Vorsitzende der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V., Drögenkamp 1, 21335 Lüneburg, Tel.: 04131 ­ 73 37-46; Fax 04131 ­ 73 37-47; E-mail: gille@uni-lueneburg.de)
Autor: nnz

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