eic kyf msh nnz uhz tv nt
Do, 14:31 Uhr
28.05.2009

Alte Kamellen in neuen Tüchern?

Wieder einmal wird ein Straßenbauprojekt im Wahlkampf in Aussicht gestellt, das sowohl vom Landkreis Nordhausen als auch vom Straßenbauamt Nordthüringen längst ad acta gelegt wurde, sagen die Bündnisgrünen im Landkreis. Die Rede ist von der Straße zwischen Sülzhayn und Rothesütte...


Obwohl der Wasserverband Nordhausen in vorauseilendem Gehorsam schon vor Jahren der Aufhebung einer potenziell wichtigen Trinkwasserschutzzone in diesem Bereich zugestimmt hat, wurde das Vorhaben bis zum heutigen Tage aus Kostengründen nicht weiter fortgeführt. Schuld sind hier weder Schwarzstorch noch wandernde Kröten oder Fledermäuse, es sind schlichtweg die enorm hohen Ausbaukosten in einem noch intakten Naturraum. Einen Ort wie Sülzhayn belebt nicht nur die Verkehrsinfrastruktur oder eine Anbindung an den Verkehr des Oberharzes. Dafür ist Rüdigsdorf der beste Beweis.

Auch dieser Ort endet in einer Sackgasse und doch lassen sich die mittlerweile von weit her angereisten Gäste nicht davon abhalten, immer wieder Quartier zu beziehen. Nicht zuletzt wegen der attraktiven Landschaft und der kreativen Vermarktungsinitiativen der Gastronomie, Landwirte und Landschaftspfleger.

Die illegalen Gipsbohrungen in der Rüdigsdorfer Schweiz durch Bohrfirmen und Unternehmen, die wohl wissen, welchen gesetzlichen Grundlagen sie vor Umsetzung eines solchen Vorhabens unterliegen, sind gut beraten, von weiteren Versuchen, hier Fuß zu fassen, Abstand zu nehmen. Die Bevölkerung in Rüdigsdorf ist sensibilisiert und wird ein offenes Auge haben. Bleibt zu hoffen, dass die jetzt zuständigen Behörden konsequent derartiges Fehlverhalten ahnden, anders als dies das Bergamt in der Vergangenheit getan hat.

Bündnis 90/Die Grünen setzt sich auch auf Bundesebene für ein Abgrabungsrecht ein, das den Kommunen höhere Beteiligungsrechte beim Rohstoffabbau sichert. Auch Thüringen könnte und müsste auf Landesebene Aktivitäten entfalten. Der gegenwärtigen Regierung ist dies bekannt, sie sitzt dieses Problem jedoch aus. Gesetzlich wäre die Frage der Einbindung von Kommunen, Behörden und Verbänden zu klären und natürlich die Gewichtung dieser Belange.

So liegt der Umgebungsschutz für FFH-Gebiete auf Grund unzureichender gesetzlicher Regelungen in Thüringen z.B. komplett brach, beklagen die Bündnisgrünen, ebenso die Erarbeitung von Managementplänen in diesen von der EU geschützten Bereichen, die für den Biotopverbund so wichtig sind. Die seit 1995 komplett eingestellte Ausweisung von Naturschutzgebieten im Gipskarst ermöglicht die immer wieder neu aufflammenden Begehrlichkeiten nach einem Rohstoff, der diesen Naturraum in Europa einmalig macht. Auch hier sollten sich die Kommunen verständigen, dass weitere Schutzgebiete ausgewiesen werden.

Die Planungen dafür liegen in den Schubladen des Thüringer Landwirtschaftsministeriums, sie müssten nur bearbeitet werden, so Bündnis 90/ Die Grünen Nordhausen.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Frank Tabatt
28.05.2009, 22:48 Uhr
Ziemlich unverständlicher Vergleich
Beim Lesen des Beitrages "Alte Kamellen in neuen Tüchern" ist es ziemlich schwer , einen logischen Zusammenhang zwischen der Problematik Rüdigsdorf und Sülzhayn/Rothesütte zu erkennen.

Thema 1 Gipsabbau Rüdigsdorf :
Selbstverständlich sind die meißten Südharzer nicht dafür, das überall rücksichtslos Rohstoffe abgebaut werden . Im Fall von Rüdigsdorf wäre mit Augenmaß zu prüfen, ob es der Natur und den Menschen zumutbar ist den Abbau und den Transport durchzuführen. Für diese Prüfung gibt es in Thüringen Behörden, die über die entsprechenden Kenntnisse verfügen, sachgerechte Entscheidungen zu treffen. Die Interessen der Anwohner sind natürlich als ein wesentlicher Beitrag hinzuzuziehen.

Thema 2 Die L1O 14 Sülzhayn- Rothesütte -
Da geht der ursprüngliche Beitrag etwas am Thema vorbei. Hätten vor 19 Jahren die Naturschützer nicht den bereits begonnen Bau durch die Firma Fleischhammer (im Umfang der bereits seit vielen Jahren bestehenden Straße , die nur durch die Grenzziehung nicht mehr genutzt werden konnte) durch nicht nachvollziehbare Einwände zu Fall gebracht, hätte heute keiner über dieses überfällige Thema zu diskutieren. Ist den Grünen eigentlich bekannt, das Rothesütte ein Ortsteil der Stadt Ellrich ist und das die Stadtfeuerwehr oder der Rettungsdienst keine Möglichkeit hat auf dem direkten Weg (ohne über fremde Kommunen zu fahren) diesen Ort zu erreichen? Bei Bränden kommt die Feuerwehr von Benneckenstein , einen direkten Personennahverkehr , speziell für ältere Rothesütter gibt es auch nicht.

Die Verbindungsstraße ist historisch vorhanden und soll in ihren Ausmaßen (gleiche Straßenbreite) nicht erweitert werden. Die Planfeststellung , die wegen der langen Blockadezeit erneut notwendig wurde, ist fast abgeschlossen , die Trinkwasserschutzzonen sind aufgehoben und ein seltener Wildtierbestand wurde nicht gesichtet. Daher stellen sich die meißten Parlamentarier des Stadtrates Ellrich hinter die Forderung unserer Fraktion den Bau der Straße so schnell wie möglich vorzubereiten, damit, wenn vielleicht wieder ein neues Konjunkturpaket aufgelegt werden sollte , die Umsetzung kurzfristig möglich ist.

Man kann selbstverständlich davon ausgehen, das durch diese Verkehrsanbindung eine Verbesserung der touristischen und gastronomischen Situation in Sülzhayn eintreten kann und deshalb stehen wir zum Bau dieser Straße .

Der Einsatz für den Bau dieser Straße ist ein Teil meines persönlichen Wahlprogrammes für die Stadtratswahl Ellrich am 7.6.2009.
Frank Tabatt
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)