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Mo, 11:26 Uhr
25.05.2009

Die Sucht wird intensiver

Im Nordhäuser Gesundheitsamt soll eine Planstelle wieder besetzt werden. Damit wird eine Verstärkung des Sozialpsychiatrischen Dienstes (SPDi) angestrebt. Die nnz hat zu den Hintergründen recherchiert und ist teils zu erschreckenden Daten gekommen...


Der SPDi im Landkreis Nordhausen begleitet aktuell im Durchschnitt 1.700 psychisch kranke Menschen und deren Angehörige sowie das dazugehörige Umfeld. Ein Schwerpunkt der Arbeit des Fachdienstes liegt in der aufsuchenden Tätigkeit. Im vergangenen Jahr wurden deshalb ca. 500 Hausbesuche durchgeführt. Aufsuchende Dienste werden außerhalb des Sozialpsychiatrischen Dienstes von anderen Professionen in der Regel nicht angeboten. Darum ist es aus Sicht der Fachleute notwendig, dass diese bedarfsgerechte Leistungsart seitens des SPDi zukunftsorientiert gesichert ist.

„Ein bedeutend großer Anteil wird der Angehörigenarbeit beigemessen, um mögliche Ressourcen bei ihnen zu aktivieren, die für den Heilungsprozess zur Begleitung auf diesem Weg notwendig sind“, so Amtsärztin Ingrid Francke.

Aus der Statistik des SPDi ist ersichtlich, dass Quantität der suchterkrankten Männer (73 Prozent) mit Abstand den Anteil der suchterkrankten Frauen (27 Prozent) übersteigt. Bemerkenswert dabei ist, dass sich laut Altersstruktur und geschlechtsunabhängig die Lebenskrisen zwischen dem 18. und dem 27. Lebensjahr sowie zwischen dem 36. und 49. Lebensjahr häufen. Schwierig ist dabei, dass gerade bei den jüngeren Betroffenen bis zum 27. Lebensjahr entscheidende Weichenstellungen für das weitere Leben erfolgen sollten – Schulabschluss, Berufsausbildung oder Studium.

Bei den zunehmend auftretenden Persönlichkeitsstörungen ist anzumerken, dass diese stark gehäuft in Kombination mit Suchterkrankungen sowie anderen psychischen Störungsbildern/Erkrankungen in Erscheinung treten. Aktuell steigt die Anzahl an Neuzugängen von potentiellen Störungsbildern jährlich im Landkreis Nordhausen im Durchschnitt um etwa 100 Personen an.

Noch schlimmer: Die Tendenz ist steigend und somit die Arbeit der Sozialpsychiatrie, speziell die des SPDi als Koordinationsstelle, gefragter denn je. Die Vielschichtigkeit der psychischen Erkrankungen breitet sich aus, Doppel- und Mehrfachdiagnosen stehen an der Tagesordnung. Um nachhaltige Erfolge zu erzielen und Synergieeffekte zu nutzen, ist multiprofessionelles Arbeiten im medizinisch-sozialpädagogischen Bereich Voraussetzung.

Die Statistiken, Zahlen und Fakten können Sie dem PDF-Dokument entnehmen, das wir zum Download anbieten.
Autor: nnz

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