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Di, 07:14 Uhr
05.05.2009

nnz-Forum: Sachlich falsch

Die nnz hatte am Wochenende über den CDU-Parteitag in Erfurt berichtet. Dazu hatte „Werner“ einen Kommentar abgegeben. Auf den antwortet dessen Autor im Forum der nnz.


Lieber Werner,

Sie haben zu meinem Bericht vom 24. CDU-Parteitag einen Kommentar geschrieben. Ohne bekennender Fan des „Urhebers“ dieser Worte zu sein, sage ich: Das ist auch gut so. Denn der Kommentar hat mir die Schwachstellen meines Berichtes aufgezeigt.

Hier also der notwendige Nachtrag:
Ich bin als Gast zu dieser Veranstaltung erschienen, weil ich daran interessiert war und es mit einem privaten Termin ganz gut verbinden konnte. Wie jeder andere Gast auch erhielt ich eine Tagungsmappe. In dieser Mappe sind auch die Vorhaben aufgelistet. Ich habe eben flüchtig mit dem Zollstock (für jüngere Leser: Zollstock = Gliedermaßstab) die Länge der aufgelisteten Vorhaben nachgemessen und bin auf etwa 13,5 DIN-A4-Seiten gekommen. Ich sah keine Möglichkeit, diesen Umfang sinnvoll zusammenzufassen, denn der Bericht sollte auch in der Länge lesbar sein. Ich vermute, wenn Sie sich, Interesse bekundend, an die CDU wenden, werden Sie diese Tagungsmappe auch erhalten und selbst nachlesen können. Wenn nicht, leihe ich Ihnen gern meine.

Nun der Kommentar zum Kommentar:
Sie schreiben: „Schon unter Vogel begann der Untergang (Thüringens) und Althaus treibt es auf die Spitze.“ Das ist sachlich völlig falsch. Der Untergang Thüringens wurde, wenn mich mein Geschichtswissen jetzt nicht allein lässt 1952, von der DDR-Führung beschlossen. Unter Vogel begann der Neuaufbau Thüringens und Althaus hat mit keinem Wort erwähnt, dass er dieses zu ändern gedenkt.

Wenn Ihrer Meinung nach ein Name verrät, auf welcher Seite ein Mensch steht, lassen Sie mir doch bitte eine entsprechende Liste der Assoziationen zukommen. Meine Lebenserfahrung würde dadurch einen erheblichen Schub bekommen. Zum Beispiel hätte ich doch dann sicher schon 1998 gewusst: Schröder = Gazprom.

Sie schreiben: „Althaus hat nun mal den Tod einer Mutter verschuldet, das ist und bleibt eine Tatsache, daran kann auch die Partei nichts ändern.“ Ich habe auch nicht gehört und demzufolge auch nicht beschrieben, dass die Partei das vorhat. Allerdings sollten wir alle uns klar machen: Unabhängig davon, für wen wir Sympathien oder Antipathien entwickeln, kann das jedem von uns in den nächsten Stunden oder Minuten auch passieren: Bei der Arbeit, im Straßenverkehr, beim Sport oder einem anderen Hobby, ja sogar im Haushalt.

„Gott möge das verhindern“, um jetzt mit Ihren Worten zu sprechen. Noch einen sachlichen Fehler von Ihnen muss ich richtig stellen: Man will Althaus nicht zum Ministerpräsidenten machen. Er ist es schon. Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Wiethoff
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Willi
05.05.2009, 08:29 Uhr
Sehr Gut!
Ein sehr gelungener Beitrag. Kann ich nur unterschreiben! Leider werden einige es nicht lassen können, den tragischen Unfall vom Neujahrstag immer wieder breit zutreten.
Diesen Leuten haben sie gekonnt den Spiegel vorgehalten, Sehr gut!
Albert
05.05.2009, 12:04 Uhr
Das liest sich gut
Ich bin politisch anderer Meinung als der Autor. Ich habe noch nie im Leben CDU gewählt. Aber es gefällt mir sehr, wie Sie diesem unsachlichen Kommentarschreiber entgegentreten. Weiter so!
H.Buntfuß
05.05.2009, 16:43 Uhr
Kann jeden passieren?
Sehr Geehrter Herr Wiethoff, Sie schreiben unter Herrn Vogel begann der Wiederaufbau Thüringens und Herr Althaus würde das fortsetzen. Wenn wir einen so tollen Wiederaufbau haben, wieso haben wir dann die niedrigsten Löhne in Deutschland und wieso verlassen dann Scharen von Thüringern das Land?

Wenn Sie von Verbesserung in Thüringen sprechen, meinen Sie da die Großunternehmer, die ihre Arbeiter mit Niedriglöhnen abspeisen, oder an wen denken Sie da? Denn selbst den kleinen Handwerkern oder Selbstständigen steht das Wasser bis zum Hals und das nicht erst seit der Finanzkrise. Darauf kann die CDU jetzt alles abschieben, was sie in ihrer Regierungszeit so verzapft hat.

Die Tagesmappe von der Sie schreiben, benötige ich nicht, ich kenne genug Mitglieder der CDU und kenne den Wahlkampf der Partei zur Genüge. Kommen wir zu dem Beispiel von Schröder, welches Sie erwähnen. Schröder ist und war für mich eine Person, die wie viele andere, die Politik nur dazu benutzen, um Karriere zu machen. Da Sie Schröder angeführt haben, lassen Sie uns doch mal über Frau Merkel sprechen. Ihnen ist doch sicher bekannt, welche Funktion sie zu Zeiten der DDR hatte.

Frau Merkel war in der FDJ und hier war sie Kreisagitpropchefin. Vielleicht sollte ich das Wort „Agitprop“ näher erläutern. Im deutschen Wörterbuch kann man lesen Agitation u. Propaganda = (Marxismus) Beeinflussung des Volkes, der Massen, um sie zu einem revolutionären Bewusstsein zu bringen. Nur mal als Gegensatz zu Schröder.

Sie schreiben weiter, das was Herrn Althaus passiert, könnte jedem passieren, da muss ich Ihnen recht geben. So etwas, wie es Herrn Althaus passiert ist, kann jedem passieren, der sich rechtswidrig verhält so wie es Herr Althaus getan hat. Und so wie es von Ihnen und der Partei gern dargestellt wird, nämlich als ein normaler Unfall. Doch so ist es nun mal nicht gewesen. Oder wollen Sie dem widersprechen. Es wäre das gleiche, wenn jemand die Eibahnstraße in entgegengesetzter Richtung benutzt und dann behauptet er sei nicht Schuld, wenn er einen Unfall hat.

Übrigens noch ein Wort zu Herrn Althaus. Hat er nicht kurz vor der Wende eine Medaille für Erfolge in der Kommunistischen Erziehung in der Pionierorganisation bekommen? Hat er sich nicht für die Jugendweihe stark gemacht. Hat der Mann den Jungen Pionieren nicht beigebracht, wie man den Kapitalismus bekämpfen muss, den er heute für das beste System hält? Die Frage ist wie lange, bis zur nächsten Wende – oder? Und so einem Mann soll ich mein Vertrauen schenken, nein danke!

Zum Schluss noch eins: Was man in Thüringen unter Recht versteht, zeigt der Fall der Geschwister May aus Erfurt sehr deutlich. Sie wissen nicht um was es da geht? Fragen Sie einfach bei Herrn Althaus nach, dem stehen die Haare schon zu Berge, wenn er den Namen May auch nur hört! Er ist nicht der einzige dem das so geht. Sie können aber auch die Homepage der Geschwister May anklicken.

Noch ein Wort zu „Willi“: Unter einem tragischen Unfall verstehe ich etwas anderes. Der Unfall von Herrn Althaus ist auf sein rechtswidriges Verhalten zurück zu führen und nicht zu verharmlosen wie es die CDU nun mal tut.
98maschr
05.05.2009, 20:12 Uhr
Ja kann jedem passieren ;)
Ich find' es schön, daß mancher noch derart sachlich und nüchtern auf Kommentare reagieren kann :)
Und wenn einer Freizeitbeschäftigung nachzugehen demnächst rechtswidrig ist werde ich wohl bald aufhören müssen mit Badminton, ich könnte damit ja absichtlich den Tod eines Menschen herbeiführen...bei solchen Äußerungen fehlen mir die Worte und nach meinem Verständnis ist man damit nicht weit entfernt von übler Nachrede.
Willi
05.05.2009, 20:14 Uhr
Ach Werner...
...da haben sie ja mal wieder so richtig Dampf abgelassen. Mit vielen Worten nichts gesagt. Einfach nur peinlich! Ich möchte nur zu einer ihrer Aussagen Stellung beziehen, der Niedriglöhne in Thüringen. Das hat weniger mit dem Ministerpräsidenten des jeweiligen Bundeslandes (egal welcher Partei der angehört) zu tun, eher mehr mit der Schwäche der Gewerkschaften. Nicht der Ministerpräsident sondern die Gewerkschaften und die Arbeitgeber handeln die Löhne und Gehälter aus, Stimmt`s?
brazil
05.05.2009, 20:52 Uhr
Na sicher kann das jedem passieren!
Jedem Busfahrer beispielsweise kann das passieren.
Er macht jahrelang einen guten Job, doch überfährt versehentlich ganz ungewollt ein spielendes Kind.

Die Frage ist, ob sich dieser Busfahrer sofort danach zur Wahl stellt. Als "Busfahrers des Jahres".
Geschweige denn weiter Bus fährt.

Natürlich hinkt der Vergleich.
Der Busfahrer im Beispiel ist ja nicht falsch herum in eine Einbahn- oder Spielstraße gebrettert.

Und was das Badminton angeht:

Wenn jemand allen Ernstes mit Namen und Adresse bekannt gibt, dass er sich in der Lage sieht, bei der Ausführung dieses Spiels jemanden fahrlässig töten zu können . . .

Ich denke ja!
Dann sollte man ihm das Badmintonspielen tatsächlich verbieten.

:-)
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