Mo, 13:34 Uhr
04.05.2009
Von Nordhausen nach Schrobenhausen
Draußen war noch tiefster Winter, da wurde bei den Nordhäuser Schachtbauern schon gegrübelt. Wollen wir wieder? Wo sind die Herausforderungen? Die erste Frage wurde von allen Vorjahresfahrern mit ja beantwortet, auch wenn einige dann doch nicht mitfahren konnten. Hier beginnt die Geschichte der alljährlichen Radtour von Nordhausen nach Schrobenhausen. Erzählt wird sie von Harald Billig.
Verabschiedung in Nordhausen
Als Herausforderung steckten wir uns das Ziel, einen Tag eher in Schrobenhausen zu sein als letztes Jahr. Wir feilten an der Streckenführung um jeden überflüssigen Kilometer wegzulassen. Das Ergebnis waren Tagesetappen zwischen 100 km und 140 km. Diese wollten dann auch von Rainer, Harald, Niko, Gerhard, Holger und Robert als Wiederteilnehmer bezwungen werden. Neu hinzu kamen Michael, Thomas sowie relativ kurz entschlossen Steffi und Sandra. Damit war die Mannschaft noch etwas bunter gemischt als beim letzten mal.
Mit Thomas aus der GWE pumpenboese war auch erstmals der Bogen über den Schachtbau hinaus ins Unternehmen Bauer gespannt. Der Abfahrtstermin wurde festgelegt, die Aufgaben verteilt, die Fahrräder aus dem Winterschlaf geholt und Kondition sowie Sitzfleisch getestet. Damit wäre auch schon der wunde Punkt während der Tour erwähnt: Das Sitzfleisch wurde nämlich mehr oder weniger schnell abgefahren und dann saß der Knochen auf dem Sattel (und das schmerzt!).
Am 24.04, 2009, Freitagmittag pünktlich 12.00Uhr war es dann soweit. Nach einer tollen Verabschiedung und einem etwas flauem Gefühl im Magen (schaffen wir das?) fuhren wir los. Das Tagesziel lag deutlich hinter Erfurt und bedingt durch unsere Abfahrtszeit mussten wir uns beeilen, falls wir im Hellen in Arnstadt ankommen wollten. Deshalb wurden die überflüssigen Pausen auf ein Mindestmaß reduziert und in die Pedale getreten. Bis Frankenhausen mit Gegenwind und am Kyffhäuser mit der Bergwertung des ersten Tages.
Danach rollte es besser an der Unstrut entlang gegen Erfurt. Wo möglich wurde die Strecke auf Radwege gelegt. Hier auf den Unstrutradweg, später dann auf den Geraradweg. Die erste Entspannung stellte sich in Erfurt ein als das Tagesziel in greifbare Nähe rückte. Also richtige Pause mit Thüringer Rostbratwürstchen. 19.00 Uhr waren wir da, alles ganz und alle hatten durchgehalten. Das Hotel entpuppte sich übrigens als Berghotel und rang uns zum Abschluss noch etliche Höhenmeter ab. Na ja, die durften wir am nächsten Tag ja auch wieder runterfahren. Frisch machen, Abendbrot essen, Durst löschen und ab ins Bett. Tag eins war geschafft.
Wettertechnisch hatten wir übrigens das große Los gezogen. Wird der Fahrttermin festgelegt, nimmt man das Wetter wie es kommt. Wir hatten Sonnenschein, Temperaturen um 20°C, mal leichte Bewölkung und weit und breit war kein Regen in Sicht. Das war schon mal locker 15° wärmer als voriges Jahr.
Den Mühen der Ebene folgten am zweiten Tag die Mühen der Berge. Bei wieder etwas über 100 km Streckenlänge lag gleich früh der Thüringer Wald vor uns. Die 1400 Höhenmeter führten dazu, dass wir unserem Tagesziel nur langsam näher rückten. Mittags waren wir oben, Gipfelfoto und ab, weiter. Wo wir lang fuhren lag 4 Wochen vorher noch ein Meter Schnee und ließ uns über alternative Wegstrecken nachdenken. Jetzt gab es nur noch Schneereste die man gut zum Kühlen nutzen konnte. Der höchste Punkt der Strecke lag übrigens bei 768mNN in Frauenwald. Weiter ging es an Schleusingen vorbei über Eisfeld nach Coburg. Hierbei bließ uns wieder ein ekliger Ostwind ins Gesicht. In Coburg lag unsere zweite Übernachtung in greifbarer Nähe, so dass wir uns eine gemütliche Pause, diesmal mit Kaffee und Eis gönnten. Nach der Ankunft um 19.00 Uhr in Großheirath fand das gleiche Abendprogramm
wie am ersten Tag statt.
Wie kam eigentlich das Gepäck ans Ziel? Zum Glück hatten wir Thomas mit unserem Begleitfahrzeug. Tagsüber sahen wir ihn so alle 20 km um uns mit frischem Wasser und Leckerreien wie Müßliriegel und Kuchenbrötchen zu versorgen. Abends war unser Gepäck wieder da wo wir es brauchten. Auch Werkzeug und Ersatzteile für den Havariefall fuhren mit, wurden aber nicht gebraucht.
Der dritte Tag sollte unser Härtetest werden. Mit 140km lag unsere längste Etappe vor uns und der Wind blies uns wieder ins Gesicht. Für uns hieß das eher aufstehen und möglicht viel im Windschatten fahren. Dies ist für die vorderen Beiden recht schwierig und so durfte jeder mal in die erste Reihe. Das mittags nur noch ca. 70 km vor uns lagen klang auch nicht gerade ermutigend. Bei km 110 war der Spaß dann vorbei und das Sitzfleisch auch bei dem letztem verbraucht. Nicht desto trotz gab es 10km vor dem Ziel an einem lauschigen Weiher noch eine Eis/Bierpause – Warum wollte eigentlich keiner ne Runde mit dem Wassertreter fahren?? Wie auch immer schafften wir es bis Georgensgmünd, und bezwangen auch als letzte Hürde des Tages die Hoteltreppe durch hochziehen mit den Armen. Das Abendprogramm fiel kurz aus, der Körper wollte nur noch Ruhe.
Wie fanden wir eigentlich unsere Strecke? Es gab zwei Varianten: Harald, ältester Teilnehmer, ältestes Fahrrad, hatte den Tagessatz Fahrradkarten mit eingezeichneter Strecke am Lenker und versuchte Natur und Karte im Einklang zu halten. Rainer hatte am Fahrrad ein GPS montiert und fuhr der dort eingetragenen Streckenführung hinterher. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, aber insbesondere bei Stadtdurchfahrten ist das GPS unschlagbar. Die anderen glaubten uns und fuhren hinterher. Wir haben uns übrigens nicht verfahren.
Am vierten Tag wollten wir unser Ziel erreichen und zwar so, dass wir noch die in Schrobenhausen stattfindende Hausausstellung besuchen konnten. Dass hieß noch mal eher aufstehen und die letzten 100 km hinter uns bringen. Das Tempo wurde ruhiger gewählt um die stark hüglige Tagesetappe hinter uns zu bringen. Das schönste Teilstück war die Durchfahrt durch das Altmühltal, der Wind ließ uns weitgehend in Ruhe. Es ist erstaunlich, das man früh wieder fahren kann obwohl man am Abend vorher fast vom Rad gefallen wäre. Der Hintern tut halt weh. Mit Zwischenhalt in Neuburg adD erreichten wir Schrobenhausen wie geplant gegen 16.00Uhr. Wir hatten es tatsächlich alle geschafft!
Die Begrüßung vom Geschäftsführer der BMA Herrn Stetter und Herrn Reindl (BAG) war herzlich (und mit einem Radler) mitten unter den gigantischen Baugeräten der BAUER Hausaustellung. Die obligatorischen Ankunftsfotos wurden erledigt. Nach kurzem Zwischenstopp im Quartier zum frisch machen wurden wir durch die Hausausstellung geführt und konnten am Abendprogramm teilnehmen.
Viele der Anwesenden zollten uns Respekt – mit einigen wurde schon mal überlegt, wie man ein gemeinsames Radwanderprojekt auflegen kann. Mit unseren, von verschiedenen Firmen gesponserten, Radjacken waren die Nordhäuser Radler für alle Teilnehmer gut zu erkennen. An dieser Stelle unseren generellen Dank an die Geschäftsführung der SBN und an alle Firmen und Personen, welche unsere Radtour, wie auch immer, unterstützt haben.
Harald Billig
Autor: nnzVerabschiedung in Nordhausen
Als Herausforderung steckten wir uns das Ziel, einen Tag eher in Schrobenhausen zu sein als letztes Jahr. Wir feilten an der Streckenführung um jeden überflüssigen Kilometer wegzulassen. Das Ergebnis waren Tagesetappen zwischen 100 km und 140 km. Diese wollten dann auch von Rainer, Harald, Niko, Gerhard, Holger und Robert als Wiederteilnehmer bezwungen werden. Neu hinzu kamen Michael, Thomas sowie relativ kurz entschlossen Steffi und Sandra. Damit war die Mannschaft noch etwas bunter gemischt als beim letzten mal.
Mit Thomas aus der GWE pumpenboese war auch erstmals der Bogen über den Schachtbau hinaus ins Unternehmen Bauer gespannt. Der Abfahrtstermin wurde festgelegt, die Aufgaben verteilt, die Fahrräder aus dem Winterschlaf geholt und Kondition sowie Sitzfleisch getestet. Damit wäre auch schon der wunde Punkt während der Tour erwähnt: Das Sitzfleisch wurde nämlich mehr oder weniger schnell abgefahren und dann saß der Knochen auf dem Sattel (und das schmerzt!).
Am 24.04, 2009, Freitagmittag pünktlich 12.00Uhr war es dann soweit. Nach einer tollen Verabschiedung und einem etwas flauem Gefühl im Magen (schaffen wir das?) fuhren wir los. Das Tagesziel lag deutlich hinter Erfurt und bedingt durch unsere Abfahrtszeit mussten wir uns beeilen, falls wir im Hellen in Arnstadt ankommen wollten. Deshalb wurden die überflüssigen Pausen auf ein Mindestmaß reduziert und in die Pedale getreten. Bis Frankenhausen mit Gegenwind und am Kyffhäuser mit der Bergwertung des ersten Tages.
Danach rollte es besser an der Unstrut entlang gegen Erfurt. Wo möglich wurde die Strecke auf Radwege gelegt. Hier auf den Unstrutradweg, später dann auf den Geraradweg. Die erste Entspannung stellte sich in Erfurt ein als das Tagesziel in greifbare Nähe rückte. Also richtige Pause mit Thüringer Rostbratwürstchen. 19.00 Uhr waren wir da, alles ganz und alle hatten durchgehalten. Das Hotel entpuppte sich übrigens als Berghotel und rang uns zum Abschluss noch etliche Höhenmeter ab. Na ja, die durften wir am nächsten Tag ja auch wieder runterfahren. Frisch machen, Abendbrot essen, Durst löschen und ab ins Bett. Tag eins war geschafft.
Wettertechnisch hatten wir übrigens das große Los gezogen. Wird der Fahrttermin festgelegt, nimmt man das Wetter wie es kommt. Wir hatten Sonnenschein, Temperaturen um 20°C, mal leichte Bewölkung und weit und breit war kein Regen in Sicht. Das war schon mal locker 15° wärmer als voriges Jahr.
Den Mühen der Ebene folgten am zweiten Tag die Mühen der Berge. Bei wieder etwas über 100 km Streckenlänge lag gleich früh der Thüringer Wald vor uns. Die 1400 Höhenmeter führten dazu, dass wir unserem Tagesziel nur langsam näher rückten. Mittags waren wir oben, Gipfelfoto und ab, weiter. Wo wir lang fuhren lag 4 Wochen vorher noch ein Meter Schnee und ließ uns über alternative Wegstrecken nachdenken. Jetzt gab es nur noch Schneereste die man gut zum Kühlen nutzen konnte. Der höchste Punkt der Strecke lag übrigens bei 768mNN in Frauenwald. Weiter ging es an Schleusingen vorbei über Eisfeld nach Coburg. Hierbei bließ uns wieder ein ekliger Ostwind ins Gesicht. In Coburg lag unsere zweite Übernachtung in greifbarer Nähe, so dass wir uns eine gemütliche Pause, diesmal mit Kaffee und Eis gönnten. Nach der Ankunft um 19.00 Uhr in Großheirath fand das gleiche Abendprogramm
wie am ersten Tag statt.
Wie kam eigentlich das Gepäck ans Ziel? Zum Glück hatten wir Thomas mit unserem Begleitfahrzeug. Tagsüber sahen wir ihn so alle 20 km um uns mit frischem Wasser und Leckerreien wie Müßliriegel und Kuchenbrötchen zu versorgen. Abends war unser Gepäck wieder da wo wir es brauchten. Auch Werkzeug und Ersatzteile für den Havariefall fuhren mit, wurden aber nicht gebraucht.
Der dritte Tag sollte unser Härtetest werden. Mit 140km lag unsere längste Etappe vor uns und der Wind blies uns wieder ins Gesicht. Für uns hieß das eher aufstehen und möglicht viel im Windschatten fahren. Dies ist für die vorderen Beiden recht schwierig und so durfte jeder mal in die erste Reihe. Das mittags nur noch ca. 70 km vor uns lagen klang auch nicht gerade ermutigend. Bei km 110 war der Spaß dann vorbei und das Sitzfleisch auch bei dem letztem verbraucht. Nicht desto trotz gab es 10km vor dem Ziel an einem lauschigen Weiher noch eine Eis/Bierpause – Warum wollte eigentlich keiner ne Runde mit dem Wassertreter fahren?? Wie auch immer schafften wir es bis Georgensgmünd, und bezwangen auch als letzte Hürde des Tages die Hoteltreppe durch hochziehen mit den Armen. Das Abendprogramm fiel kurz aus, der Körper wollte nur noch Ruhe.
Wie fanden wir eigentlich unsere Strecke? Es gab zwei Varianten: Harald, ältester Teilnehmer, ältestes Fahrrad, hatte den Tagessatz Fahrradkarten mit eingezeichneter Strecke am Lenker und versuchte Natur und Karte im Einklang zu halten. Rainer hatte am Fahrrad ein GPS montiert und fuhr der dort eingetragenen Streckenführung hinterher. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, aber insbesondere bei Stadtdurchfahrten ist das GPS unschlagbar. Die anderen glaubten uns und fuhren hinterher. Wir haben uns übrigens nicht verfahren.
Am vierten Tag wollten wir unser Ziel erreichen und zwar so, dass wir noch die in Schrobenhausen stattfindende Hausausstellung besuchen konnten. Dass hieß noch mal eher aufstehen und die letzten 100 km hinter uns bringen. Das Tempo wurde ruhiger gewählt um die stark hüglige Tagesetappe hinter uns zu bringen. Das schönste Teilstück war die Durchfahrt durch das Altmühltal, der Wind ließ uns weitgehend in Ruhe. Es ist erstaunlich, das man früh wieder fahren kann obwohl man am Abend vorher fast vom Rad gefallen wäre. Der Hintern tut halt weh. Mit Zwischenhalt in Neuburg adD erreichten wir Schrobenhausen wie geplant gegen 16.00Uhr. Wir hatten es tatsächlich alle geschafft!
Die Begrüßung vom Geschäftsführer der BMA Herrn Stetter und Herrn Reindl (BAG) war herzlich (und mit einem Radler) mitten unter den gigantischen Baugeräten der BAUER Hausaustellung. Die obligatorischen Ankunftsfotos wurden erledigt. Nach kurzem Zwischenstopp im Quartier zum frisch machen wurden wir durch die Hausausstellung geführt und konnten am Abendprogramm teilnehmen.
Viele der Anwesenden zollten uns Respekt – mit einigen wurde schon mal überlegt, wie man ein gemeinsames Radwanderprojekt auflegen kann. Mit unseren, von verschiedenen Firmen gesponserten, Radjacken waren die Nordhäuser Radler für alle Teilnehmer gut zu erkennen. An dieser Stelle unseren generellen Dank an die Geschäftsführung der SBN und an alle Firmen und Personen, welche unsere Radtour, wie auch immer, unterstützt haben.
Harald Billig









