Illegaler Motorsport im Wald
Alle Jahre wieder, wenn die Natur im Frühjahr erwacht, stören unbelehrbare Motocrossfahrer die Idylle im Wald mit Ihren lautstarken Maschinen. Besonders in letzter Zeit ist dies wieder verstärkt zu vernehmen. das Forstamt bittet um Mithilfe der Bürger.
An dieser Stelle verweist das Forstamt ausdrücklich darauf, dass es ein Waldgesetz gibt, und sich jeder Bürger an die Bestimmungen zu halten hat. Zumeist sind es Jugendliche aus der Region, welche ihre Fahrkünste nach der Winterperiode wieder ausprobieren wollen. Hierzu sollte jedoch nicht der Wald, sondern vorhandene Crossstrecken bspw. in Hamma und Rottleben genutzt werden.
Im Waldgesetz ist verankert, dass jedem Bürger das Betreten des Waldes zur naturverträglichen Erholung gestattet ist. Das Befahren von Waldwegen ist nur zur Erfüllung forstwirtschaftlicher Aufgaben und mit Zustimmung des Waldbesitzers erlaubt. Das Befahren von Waldflächen ist generell verboten. Damit verbunden ist auch das Verbot von Motorsport im Wald.
Durch den Motorsport werden die Waldbiotope mit Ihren Tieren und Pflanzen erheblich gestört bzw. zerstört. Besonders im Frühjahr sind diese am empfindlichsten, da die Pflanzen austreiben, die Vogelbrut stattfindet und das Wild hoch beschlagen ist und sich in der sogenannten Setzzeit befindet.
Abschließend sei noch einmal darauf verwiesen, dass illegaler Motorsport ein Verstoß gegen das Waldgesetz und somit eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Diese wird mit sehr empfindlichen Bußgelder (100 – 2.500 €) geahndet. Vielfach ist zu beobachten, dass die Cross- Maschinen ohne oder mit mutwillig unleserlich gemachten polizeilichen Kennzeichen gefahren werden. Unter diesem Aspekt wird generell Vorsatz unterstellt und sich bei der Bemessung des Bußgeldes nicht am unteren Ende der Bußgeldskala orientiert.
In diesem Zusammenhang appelliert das Forstamt an alle Bürger bei der Ahndung solcher Verstöße behilflich zu sein. Entsprechende Informationen nimmt jeder Revierleiter und das Forstamt entgegen.
Autor: nnz
Kommentare
Olli
16.04.2009, 17:18 Uhr
Mann sollte die Kirche im Dorf lassen.
Hallo, ich bin zwar kein Motorsport Freund aber dafür ein sehr aktiver Wanderer und das nicht nur im Sommer. Ich verfolge diese Art von Artikel in der Tagespresse genauso wie hier bei der nnz online und muss dabei immer ein wenig schmunzeln.
Bei meinen Ausflügen stoße ich fast immer, auch im Winter, auf Motorradfahrer im Wald. In den Artikeln werden diese immer als lautstarke Feuerstühle bzw Raudis beschimpft. Da muss ich widersprechen!
Fast immer hebt der erste die Hand, grüßt freundlich und die nachkommenden fahren vorbildlich und langsam vorbei, als wäre ich Ihr Vater. Mir persönlich sind bisher keine Raudis auf Feuerstühlen begegnet sondern nur zuvorkommende und freundliche Fahrer.
Nun zur Idylle: Da ich fast jedes Wochenende unterwegs bin, muss ich sagen, dass das schlimmste für den Wald, die eigentlichen Beschützter sind. Von denen liest man hier aber nichts. Z.B. Der Wald nördlich der Ebersburg gleicht dem nach einem Atomkrieg und ist zu Fuß kaum zu bewältigen. Hiervon gibt es dutzende Stellen im Harz. Die Forstfahrzeuge haben alles und damit meine ich alles platt gemacht. Dort wachst kein Graß, kein Baum und kein Strauch mehr. Flora und Fauna ist total zerstört.
Wenn ich dann lesen muss, dass angeblich Motorradfahrer den Wald zerstören, dann kann das nur von jemanden kommen, der noch nicht im Wald unterwegs war.
Mann sollte auf die Sportsfreund zugehen und alternativen Diskutieren statt zur Jagt zu rufen.
eccehomo
16.04.2009, 20:02 Uhr
Profit für sich - Kosten für alle
Olli hat Recht - die Fortswirtschaft verwüstet den Wald und wird gedeckt von den Forstämtern.
Erst im vergangenen Jahr hatte der mdr über die katastrophalen Zustände der Wanderwege rund um Nordhausen berichtet. Kommentar des Vertreters des Fortsamtes im Beitrag: Der Wald ist zuerst ein Wirtschaftsgut. Dem wäre nichst hinzuzufügen - wenn wir noch dazu nicht alle für die Schäden aufkommen müssten.
So hat zum Beispiel die öffentliche Hand die Wege zur Windlücke im vorigen Jahr wiederhergestellt. Ich bin mir allerdings sicher, dass innerhalb kurzer Zeit Land- und Forstwirtschaft mit ihren Riesenmaschinen genau diese Wege wieder in eine Wüste verwandeln werden, ohne für die angerichteten Schäden aufzukommen. Da kann man froh sein, wenn die Wege überhaupt noch da sind und nicht langsam, Jahr für Jahr ein bißchen mehr, den Pflügen zum Opfer fallen.
Das ganze wird dann noch begleitet vom alten Lied "gebt uns mehr Subventionen", die Musik dazu kommt von den Agrar-Politikern in Land- und Bundestag bzw. den angeschlossenen Regierungen.
Wie hat jemand den Zeitgeist beschrieben: Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen und die Gewinne in die eigenen Tasche stecken. Gottseidank sind nicht alle so - noch nicht.
Anonym90
16.04.2009, 20:53 Uhr
der gute forstbetrieb
versucht ihr mal von görsbach aus zur heimkehle zu wandern ! ihr werdet euch die beine brechen wenn ihr nicht aufpasst und es waren nicht die ,bösen motorradfahrer, das geht garnicht!
stimme-der-wahrheit
16.04.2009, 23:39 Uhr
Intensive Forstwirtschaft schädigt die Wälder
als ehemaliger Motorsportler mit mehr als 10 Jahren Wettkampf- Erfahrung im Endurosport kann ich die Aussagen der vorangegangenen Kommentare nur bestätigen. Die Verhaltensweise Wanderer oder andere Erholungssuchende am Wegesrand zu grüßen, ist mir nicht unbekannt. Mit ein wenig Toleranz und Rücksichtnahme lässt sich so mancher Konflikt vermeiden. Es ist aber doch viel leichter die bösen Rowdys auf ihren Moto Cross Maschinen in die kriminelle Ecke zu stellen und sich hinter den Paragrafen des Thür. Waldgesetzes zu verstecken, als sich mal an einen Tisch zu setzen und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen.
Zur Erklärung: Moto Cross wird auf Stadion-ähnlichen Rundstrecken gefahren und hat das Ziel der Fahrer die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Endurosport wird naturverbunden über große Distanzen (Runden bis zu 100km) gefahren und ist eine s.g. Gleichmäßigkeitssportart, d.h. eine bestimmte Distanz in einer vorgegebenen Zeit zu absolvieren, zu schnelles Fahren wird bestraft. Die Halter der Enduros bezahlen im Vergleich zu den Besitzern der Forstmaschinen (grüne Kennzeichen = Steuerfrei) KFZ Steuern an den Staat!
Ich habe in meiner aktiven Zeit genügend durch den Forst zerfahrene Wälder und Waldwege gesehen, Gleise bis zu 75cm tief, öltriefende Rücketraktoren am Wegesrand oder einfach nur kahlgeholzte Flächen, das ist heute nicht anders als vor 15 Jahren, eher schlimmer. Selbst mehrere hundert Motorräder im Wald können dies nicht anrichten! Rückeschäden wie von einem meiner Vorkommentatoren an der Ebersburg beschrieben, sind leider an der Tagesordnung. Ich musste dort letztes Jahr eine Wanderung mit meinen Kindern abbrechen, da die Wege einfach nicht mehr begehbar waren. Nur Festmeter Zählen! Da ist es doch einfacher die eigenen angerichteten Schäden mit ein paar angezählten Rowdys auf Ihren Motorrädern zu kaschieren und öffentlich zur Denunziation aufzufordern.
Das Reiten im Wald ist übrigens auch erheblichen Einschränkungen unterlegen, das nächste werden wohl die Fahrradfahrer sein als letztes geht dann der Mensch, der stört ja auch…
Rubberduck
17.04.2009, 09:38 Uhr
Rückeschlepper vs. Motocross
Selbst ich habe keine Negativerfahrung mit den sogenannten Rowdys gemacht.
Ganz im Gegenteil zu unseren Waldarbeitern.
Man wird das Gefühl nicht los, unerwünscht und störend durch des Volkes Wald zu gehen.
Erfahren habe ich dies im Wald Ilfeld bis Braunsteinhaus. Auch dort ist ein großer Teil des Forstes geprägt von intensiver Forstwirtschaft und die Holzarbeiten sind allgegenwärtig. Alte Rückegassen zeigen wenig oder keinen neuen Bewuchs und die Tiefe der Spuren im weichen Boden lässt auf erhebliche Schäden im Wurzelbereich schließen.
An vielen Stellen gibt es Oberflächenwasser, was durch Bodenverdichtung des schweren Gerätes verursacht wird. Es geht im Forst zuviel um den Kommerz als um unseren Wald!
Mupic
17.04.2009, 15:02 Uhr
Was denn noch zerstören?
Diesen Aufruf zum Sturm gegen die Motorcross Fahrer kann nur ein Schreibtischtäter des Forstamtes heraus gegeben haben.
Es ist einfach lächerlich bei dem derzeitgen Zustand unserer Wälder gegen Motorradfahrer vorzugehen. Ich bin sehr viel in Hainleite und Bleicheröder Berge unterwegs (rund um Sollstedt) und kann bestätigen, dass alles kaputt ist. In den Bleicheröder Bergen zwischen Vogelberg und Gebraer Kopf kann man fast täglich SATTELZÜGE und Räumfahrzeuge antreffen, die einfach alles platt machen.
Und wenn ich dann mal mit meinem Moped einen Waldweg benutze, dann kommt ein dicker Geländewagen mit einem Opa, der sich mir in den Weg stellt und mich belehren will. Danach steigt er wieder ein und fährt die nächsten Wege kaputt.
Die netten Damen und Herren am Schreibtisch des Forstamtes sollten mal nachdenken bevor sie so schwachsinnige Aufrufe veröffentlichen.
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