Mo, 14:49 Uhr
26.08.2002
Deich gerettet
Neustadt/Buch (nnz). Vier anstrengende Tage liegen hinter den sechs Rettungsschwimmern der DLRG Hohnstein e. V., die am Deich bei Tangermünde an den Sandsäcken mit anpackten. nnz hat die Helfer zu ihrem Einsatz befragt.
Geschafft aber zufrieden, so kehrten die sechs freiwilligen Helfer aus dem Hochwassergebiet zurück. Von Dienstag bis Freitag waren sie in Buch bei Tangermünde im Einsatz. Gleich in der ersten Nacht hieß es mit anpacken beim Sandsäcke befüllen und beim Stapeln am Deich. Alle Bewohner des Dorfes, die noch nicht den Empfehlungen, ihre Häuser zu verlassen, gefolgt waren, schienen in Bewegung zu sein. Zusammen mit vielen anderen Freiwilligen mühten sie sich bis in den Morgen.
So blieb auch den Leuten der DLRG nur eine kurze Schlafpause, bis es am nächsten Morgen um 8.00 Uhr schon zur Deichwache ging. Vier Stunden lang wurde gezielt nach undichten Stellen im Deich gesucht. Wo floss braunes Wasser aus? Wo gab es kleine Strudel, Bläschen oder Strömung an der Wasser-Oberfläche? Auch Biber mussten gemeldet werden, buddeln sie doch gefährliche Löcher in den Deich, die ihn spröde und rissig machen.
Im Folgenden hieß es wieder Sandsäcke weiterreichen und stapeln, Paletten befüllen und Netze mit Sandsäcken bestücken, die anschließend per Hubschrauber - bis zu vier Stück waren im Einsatz - zum Deich geflogen wurden. Dass man dabei teilweise knietief in Schlamm und Wasser stand und die Mücken sehr lästig wurden, störte unter diesen Umständen niemanden.
Insgesamt versuchten etwa 1.000 Einsatzkräfte, bestehend aus Bundeswehr, THW, Bundesgrenzschutz, Polizei und zahlreichen weiteren Helfern, alles, um das Dorf zu retten. Sowohl am Tag als auch in der Nacht waren sie unermüdlich im Einsatz. Wäre der Deich gebrochen, so wäre Buch innerhalb von 20 Minuten überflutet gewesen - das Dorf liegt nur einen Kilometer vom Deich entfernt.
Auch wenn die Situation zeitweise sehr kritisch war, die Verschwiegenheit und einige Fehler mancher Einsatzkräfte sowie die teilweise mangelnde Koordination am Deich nicht immer vertrauensfördernd wirkten, konnte der Deich gerettet werden. Die Lage wurde am Freitag letztendlich als entspannt bezeichnet. Die Arbeit aller hatte sich gelohnt.
Zwar haben wir uns sehr spontan zu dieser Aktion entschlossen und wussten anfangs nicht, wo wir überhaupt hinfahren und wie wir dort unterkommen, trotzdem haben wir es nicht bereut, so der Vorsitzende des Rettungs-Schwimmvereins aus Neustadt/Osterode. Trotz aller Anstrengung hat es eine Menge Spaß gemacht. Die Leute waren so dankbar und großzügig, dass man einfach gerne geholfen hat.
Autor: mj
Geschafft aber zufrieden, so kehrten die sechs freiwilligen Helfer aus dem Hochwassergebiet zurück. Von Dienstag bis Freitag waren sie in Buch bei Tangermünde im Einsatz. Gleich in der ersten Nacht hieß es mit anpacken beim Sandsäcke befüllen und beim Stapeln am Deich. Alle Bewohner des Dorfes, die noch nicht den Empfehlungen, ihre Häuser zu verlassen, gefolgt waren, schienen in Bewegung zu sein. Zusammen mit vielen anderen Freiwilligen mühten sie sich bis in den Morgen. So blieb auch den Leuten der DLRG nur eine kurze Schlafpause, bis es am nächsten Morgen um 8.00 Uhr schon zur Deichwache ging. Vier Stunden lang wurde gezielt nach undichten Stellen im Deich gesucht. Wo floss braunes Wasser aus? Wo gab es kleine Strudel, Bläschen oder Strömung an der Wasser-Oberfläche? Auch Biber mussten gemeldet werden, buddeln sie doch gefährliche Löcher in den Deich, die ihn spröde und rissig machen.
Im Folgenden hieß es wieder Sandsäcke weiterreichen und stapeln, Paletten befüllen und Netze mit Sandsäcken bestücken, die anschließend per Hubschrauber - bis zu vier Stück waren im Einsatz - zum Deich geflogen wurden. Dass man dabei teilweise knietief in Schlamm und Wasser stand und die Mücken sehr lästig wurden, störte unter diesen Umständen niemanden.
Insgesamt versuchten etwa 1.000 Einsatzkräfte, bestehend aus Bundeswehr, THW, Bundesgrenzschutz, Polizei und zahlreichen weiteren Helfern, alles, um das Dorf zu retten. Sowohl am Tag als auch in der Nacht waren sie unermüdlich im Einsatz. Wäre der Deich gebrochen, so wäre Buch innerhalb von 20 Minuten überflutet gewesen - das Dorf liegt nur einen Kilometer vom Deich entfernt.
Auch wenn die Situation zeitweise sehr kritisch war, die Verschwiegenheit und einige Fehler mancher Einsatzkräfte sowie die teilweise mangelnde Koordination am Deich nicht immer vertrauensfördernd wirkten, konnte der Deich gerettet werden. Die Lage wurde am Freitag letztendlich als entspannt bezeichnet. Die Arbeit aller hatte sich gelohnt.
Zwar haben wir uns sehr spontan zu dieser Aktion entschlossen und wussten anfangs nicht, wo wir überhaupt hinfahren und wie wir dort unterkommen, trotzdem haben wir es nicht bereut, so der Vorsitzende des Rettungs-Schwimmvereins aus Neustadt/Osterode. Trotz aller Anstrengung hat es eine Menge Spaß gemacht. Die Leute waren so dankbar und großzügig, dass man einfach gerne geholfen hat.

