Mo, 08:20 Uhr
30.03.2009
nnz-Forum: Ein Kapitel ist geschlossen
Die nnz hatte bereits über die Auflösung der Sollstedter Bürgerinitiative berichtet. Jetzt veröffentlichen wir eine persönliche Betrachtung eines ihrer Gründungsmitglieder...
Im heißen Herbst 1989, in dem sich beinahe täglich Historisches ereignete, fanden einige, an einer wirklichen politischen Wende interessierte, Bürgerinnen und Bürger unter dem schützenden Dach der Kirche zusammen, um Veränderungen in unserem Heimatort gewaltfrei zu erzwingen. Diese Bürgerinnen und Bürger, zu denen auch ich gehörte, schlossen sich zu einer Gruppierung, der Bürgerinitiative Sollstedt, zusammen und organisierten die erste freie Einwohnerversammlung in der am 17.11.1989 bis auf den letzten Platz besetzten Festhalle. Von diesem Zeitpunkt an bestimmte die BIS maßgeblich die kommunalpolitischen Geschicke in Sollstedt, indem sie lange Zeit die mit Abstand stärkste Fraktion im Gemeinderat stellte.
Diese Ära geht nunmehr unwiderruflich zu Ende: Mit Bedauern habe ich als Gründungsmitglied im 20. Jahr ihres Bestehens zur Kenntnis nehmen müssen, dass die wenigen verbliebenen Mitglieder der BIS am 9. März deren Auflösung beschlossen. Obwohl sich bereits nach der letzten Gemeinderatswahl 2004 zunehmend andeutete, dass sich die Sacharbeit nur noch auf wenige Schultern verteilte und insgesamt nur bei wenigen eine Motivation zu erkennen war, die Geschicke in unserer Gemeinde mit zu bestimmen, bedaure ich es, dass jetzt endgültig die Chance vertan ist, mit der Bürgerinitiative Sollstedt eine Kommunalpolitik zu gestalten, die unabhängig von Parteien ist. Ich bedaure es um so mehr, da ich mich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sah, ehrenamtlich in der BIS mitzuwirken.
Ich möchte es unseren Bürgerinnen und Bürgern gegenüber nicht versäumen, mich insbesondere bei den Gründungsmitgliedern der BIS nach 20 Jahren gemeinsamen Engagements für unsere Gemeinde auch öffentlich zu bedanken. Mein Dank gilt ausdrücklich denen, die sowohl bei den Demos auf dem August-Bebel-Platz in Nordhausen als auch bei den Fürbittgottesdiensten in der Altendorfer Kirche Nordhausen und der St. Petri Kirche in Sollstedt gegen das undemokratische Willkürsystem der DDR aufgestanden sind und gravierende Reformen gefordert hatten. Mein Dank gilt der ersten Vorsitzenden der BIS, Gerda Leidel, den Gründungsmitgliedern Peter Dziambor, Hans Funke, Gerd Meyenberg, Manfred Warnecke, Margret Weißenborn, Barbara Hoefert, Horst Baumert, Richard Wolf, Ursula Staats, Christina Völzke, Regina Mildner, Hildegard und Günter Arndt und einigen anderen, die in großer Zahl ihren Forderungen auch das aktive Mittun in der Gemeindevertretung folgen ließen.
Aber nicht nur dem aktiven und konstruktiven Wirken der Mitglieder der BIS in der Gemeindevertretung und später im Gemeinderat verdankt unsere Gemeinde die positive Entwicklung, die sie seit der Wende genommen hat, sondern auch den vielen Wählerinnen und Wählern, die in den ersten Legislaturperioden die BIS zur stärksten Fraktion gemacht haben.
Als Bürgermeister geht aber auch hier mein Blick nicht zurück, sondern nach vorn und ich bin zuversichtlich, dass sich auch zu den Gemeinde- und Ortsteilratswahlen 2009 genügend sach- und fachkundige Bürgerinnen und Bürger bereit finden, die Zukunft in Sollstedt mit den Ortsteilen Wülfingerode und Rehungen aktiv mitzugestalten. Dass dazu auch ein wenig Mut gehört, auch unpopuläre Entscheidungen für Einzelne im Interesse des Gemeinwohls mitzutragen, will ich nicht verhehlen. Hoffnung macht mir nicht zuletzt die konstruktive und zielorientierte Unterstützung des Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Gemeinderat von Sollstedt, dass auch in der nächsten Legislaturperiode für alle gewählten Gemeinderäte die Interessen der Gemeinschaft vor persönlichen Interessen bei allen Beschlüssen den Vorrang haben werden.
Ich persönlich wünsche mir eine hohe Wahlbeteiligung bei allen anstehenden Wahlen in diesem Jahr. Nur die Initiative und das Mittun vieler Bürgerinnen und Bürger in und an unserer Demokratie kann zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung führen und damit dazu beitragen, so dass wir auch in weiteren 20 Jahren noch in einer blühenden Gemeinde leben können.
Jürgen Hohberg, Sollstedt
Autor: nnzIm heißen Herbst 1989, in dem sich beinahe täglich Historisches ereignete, fanden einige, an einer wirklichen politischen Wende interessierte, Bürgerinnen und Bürger unter dem schützenden Dach der Kirche zusammen, um Veränderungen in unserem Heimatort gewaltfrei zu erzwingen. Diese Bürgerinnen und Bürger, zu denen auch ich gehörte, schlossen sich zu einer Gruppierung, der Bürgerinitiative Sollstedt, zusammen und organisierten die erste freie Einwohnerversammlung in der am 17.11.1989 bis auf den letzten Platz besetzten Festhalle. Von diesem Zeitpunkt an bestimmte die BIS maßgeblich die kommunalpolitischen Geschicke in Sollstedt, indem sie lange Zeit die mit Abstand stärkste Fraktion im Gemeinderat stellte.
Diese Ära geht nunmehr unwiderruflich zu Ende: Mit Bedauern habe ich als Gründungsmitglied im 20. Jahr ihres Bestehens zur Kenntnis nehmen müssen, dass die wenigen verbliebenen Mitglieder der BIS am 9. März deren Auflösung beschlossen. Obwohl sich bereits nach der letzten Gemeinderatswahl 2004 zunehmend andeutete, dass sich die Sacharbeit nur noch auf wenige Schultern verteilte und insgesamt nur bei wenigen eine Motivation zu erkennen war, die Geschicke in unserer Gemeinde mit zu bestimmen, bedaure ich es, dass jetzt endgültig die Chance vertan ist, mit der Bürgerinitiative Sollstedt eine Kommunalpolitik zu gestalten, die unabhängig von Parteien ist. Ich bedaure es um so mehr, da ich mich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sah, ehrenamtlich in der BIS mitzuwirken.
Ich möchte es unseren Bürgerinnen und Bürgern gegenüber nicht versäumen, mich insbesondere bei den Gründungsmitgliedern der BIS nach 20 Jahren gemeinsamen Engagements für unsere Gemeinde auch öffentlich zu bedanken. Mein Dank gilt ausdrücklich denen, die sowohl bei den Demos auf dem August-Bebel-Platz in Nordhausen als auch bei den Fürbittgottesdiensten in der Altendorfer Kirche Nordhausen und der St. Petri Kirche in Sollstedt gegen das undemokratische Willkürsystem der DDR aufgestanden sind und gravierende Reformen gefordert hatten. Mein Dank gilt der ersten Vorsitzenden der BIS, Gerda Leidel, den Gründungsmitgliedern Peter Dziambor, Hans Funke, Gerd Meyenberg, Manfred Warnecke, Margret Weißenborn, Barbara Hoefert, Horst Baumert, Richard Wolf, Ursula Staats, Christina Völzke, Regina Mildner, Hildegard und Günter Arndt und einigen anderen, die in großer Zahl ihren Forderungen auch das aktive Mittun in der Gemeindevertretung folgen ließen.
Aber nicht nur dem aktiven und konstruktiven Wirken der Mitglieder der BIS in der Gemeindevertretung und später im Gemeinderat verdankt unsere Gemeinde die positive Entwicklung, die sie seit der Wende genommen hat, sondern auch den vielen Wählerinnen und Wählern, die in den ersten Legislaturperioden die BIS zur stärksten Fraktion gemacht haben.
Als Bürgermeister geht aber auch hier mein Blick nicht zurück, sondern nach vorn und ich bin zuversichtlich, dass sich auch zu den Gemeinde- und Ortsteilratswahlen 2009 genügend sach- und fachkundige Bürgerinnen und Bürger bereit finden, die Zukunft in Sollstedt mit den Ortsteilen Wülfingerode und Rehungen aktiv mitzugestalten. Dass dazu auch ein wenig Mut gehört, auch unpopuläre Entscheidungen für Einzelne im Interesse des Gemeinwohls mitzutragen, will ich nicht verhehlen. Hoffnung macht mir nicht zuletzt die konstruktive und zielorientierte Unterstützung des Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Gemeinderat von Sollstedt, dass auch in der nächsten Legislaturperiode für alle gewählten Gemeinderäte die Interessen der Gemeinschaft vor persönlichen Interessen bei allen Beschlüssen den Vorrang haben werden.
Ich persönlich wünsche mir eine hohe Wahlbeteiligung bei allen anstehenden Wahlen in diesem Jahr. Nur die Initiative und das Mittun vieler Bürgerinnen und Bürger in und an unserer Demokratie kann zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung führen und damit dazu beitragen, so dass wir auch in weiteren 20 Jahren noch in einer blühenden Gemeinde leben können.
Jürgen Hohberg, Sollstedt
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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