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Sa, 16:39 Uhr
28.03.2009

Aufruf beschlossen

Mit übergroßer Mehrheit hat sich die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Südharz bei ihrer Tagung am Samstag einen Antrag von Superintendenten Michael Bornschein zu Eigen gemacht. Und der hatte nichts mit dem christlichen Glauben zu tun, nicht unmittelbar...


Beschlossen wurde ein Aufruf zur Beteiligung an den in diesem Jahr anstehenden Wahlen. Im Aufruf heißt es: „Der Ruf nach freien und geheimen Wahlen war eine der zentralen Forderungen der friedlichen Revolution im Herbst 1989. Frei und geheim wählen zu können unter verschiedenen politischen Parteien und Personen gehört seitdem zum normalen gesellschaftlichem Alltag in unserem Land.

Diese Errungenschaft zu bewahren ist bleibender Auftrag für alle Bürgerinnen und Bürger in einer demokratischen Gesellschaft, denn wir haben in unserer deutschen Geschichte schmerzlich erlebt, wie gefährdet die demokratischen Grundlagen einer Gesellschaft sind. Bei allen unterschiedlichen politischen Anschauungen sind wir uns darin einig, dass unter uns kein Platz sein darf für rechtsextreme, antisemitische und fremdenfeindliche Ideologien. Rechtsextremistische Parteien wie die NPD sind für Christen nicht wählbar, denn die von diesen Parteienvertretenen Positionen widersprechen den Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens fundamental.

Durch eine hohe Wahlbeteiligung bei den bevorstehenden Wahlen und das Wählen von demokratischen Parteien können wir den Einzug rechtsextremer Parteien in unsere Parlamente verhindern. So nehmen wir als Christinnen und Christen bürgerschaftliche Verantwortung war.“

Ein weiterer Schwerpunkt im Bericht des Superintendenten war der Beginn einer sozial – diakonischen Arbeit in Nordhausen Oste in Verantwortung der Evangelischen Kirche. Hierfür wurde eine dreijährige Projektstelle bei der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland beantragt. Die Arbeit soll in enger Abstimmung mit Stadt und Landkreis gestaltet werden und am 1. September 2009 beginnen. Schwerpunkt soll die soziale und seelsorgerliche Betreuung von Familien und Alleinerziehenden bis hin zu speziellen gottesdienstlichen Angeboten sein.

Zielgruppe seien aber nicht nur Familien, die in Nordhausen Ost wohnhaft sind, sondern auch alle anderen Menschen in sozialen und seelischen Notlagen. Als „Erfolgsmeldungen“ aus der Arbeit im Kirchenkreis wurde die „wachsende und gedeihende“ Evangelische Grundschule hervorgehoben. Die Frage, wem diese Schule eigentlich gehöre, welche der Schule beinahe zweimal „das Leben“ gekostet hätte, sei mit dem Zusammenschluss der beiden Landeskirchen zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland endlich beantwortet.

Des Weiteren stehe die erste Lektorenausbildung im Kirchenkreis für 13 ehrenamtliche Mitarbeiter kurz vor dem Abschluss. Sie sollen auf dem Kreiskirchentag am 5. September auf dem Nordhäuser Petersberg für ihren Dienst entsandt und eingesegnet werden.
Autor: nnz

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Kommentare
Real Human
30.03.2009, 06:46 Uhr
Wähler sei wachsam!
Karl Marx schrieb: „Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elends und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.“

Bis 1989 war die Religion (z.B. in der „DDR“) oft die „Protestation“ gegen Opportunisten, die sich meist nur aus Karrieregründen „Marxisten“ nannten. Welch eine Ironie der Geschichte und Affront gegen Marx!? Aber es gibt eine zweite Ironie. Die „herzlose Welt“ und die „geistlosen Zustände“, die am Ende des Ersten Weltkrieges schließlich in die Diktaturen von Stalin, Mussolini und Hitler geführt haben, sind wieder zurück! Der vielleicht entscheidendste Grund für den Untergang der Weimarer Republik waren „Demokraten“, die motiviert waren durch Raffgier und Karrieresucht oder befangen waren in einem überkommenem Standesdünkel. George Grosz und Kurt Tucholsky haben dies sehr anschaulich karikiert.

Sind heute unsere „Volksvertreter“ etwa besser? Wiederholt sich die Geschichte? Um ihr Volk sorgen sie sich doch zu allerletzt – höchstens alle vier oder besser fünf Jahre um ihre Wähler. Erst wenn sie wie Heiner Geißler als „elder statesmen“ ihre Karriere hinter sich und ihr Schäflein im Trockenen haben, werden sie etwas wahrhaftig und in seltenen Fällen auch konstruktiv.

Bis dahin aber lügen sie – nur um die nächste Wahl zu gewinnen – wenn es darauf ankommt, nicht nur dass sich die Balken biegen – nein sie riskieren sogar, dass ihr Lügengebäude über ihnen zusammenbricht und sie dabei selbst Schaden nehmen. Immer spekulieren sie dabei auf die politische Halbbildung und das kurze Gedächtnis ihres „Stimmviehs“. Das schlimmste Beispiel gaben und geben seit der Kanzlerschaft von Gerhard Schröder die Politiker der SPD ab – ausgerechnet der Partei, die bisher vielen immer als Gralshüterin der Demokratie gegolten hat.

Aber es gibt eine mindestens genauso gefährliche DEMAGOGENPARTEI, deren Funktionäre jetzt sogar heuchlerisch ihren Finanzkapitalismus kritisieren. Seit Anbeginn der zweiten deutschen Republik führt sie mit ihrem „C“ im Namen den einfältigen und ärmeren Teil ihres Wählervolkes an der Nase herum. Eigentlich ist es Copyright-Klau und politische Mimikry. Aber den Inhabern des „Copyrights“ scheint dies ziemlich gleichgültig zu sein. Warum lässt der Copyright-Inhaber die Diebe gewähren? Sollte auch heute noch das gelten, was der Barde Reinhard Mey so treffend sang:

" Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!“

Wer die Kirchengeschichte mindestens seit Kaiser Konstantin kennt, der weiß, diese Flüsterszene hat sich vieltausendmal abgespielt. Aber muss das denn immer so weitergehen? Das frage ich Sie, Herr Bornschein, oder jeden anderen Christen, der sich vor einer Antwort nicht drückt!
Böhmisarius
31.03.2009, 23:56 Uhr
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