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Fr, 13:21 Uhr
27.03.2009

Weg zur Arbeit ebnen

Es gibt Fördermittel, es gibt ein neues Projekt und es gibt rund 2.000 Menschen mit Migrationshintergrund im Landkreis Nordhausen. Wie das alles zusammenpasst, das hat die nnz erfahren...

ProJob (Foto: Piper/pln) ProJob (Foto: Piper/pln)

Zielgruppe des Projekts PROJob sind im Wesentlichen Migranten, die eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland haben und unter die so genannte „Altfallregelung“. Die besagt, unter welchen Bedingungen geduldete Ausländer eine Aufenthaltserlaubnis erhalten.


Dafür müssen sie zum Beispiel als Alleinstehende am Stichtag 1. Juli 2007 seit mindestens acht Jahren in Deutschland leben oder seit sechs Jahren, wenn sie mit minderjährigen Kindern hier wohnen. Sie müssen hinreichend deutsch sprechen, wie es im Gesetz heißt, und ihren „Lebensunterhalt eigenständig durch Erwerbstätigkeit“ sichern. Genau dies fällt den langjährig geduldeten Migranten in der Regel nicht leicht – nicht nur während einer Konjunkturschwäche wie derzeit. Denn als Geduldete dürfen sie in der Bundesrepublik nur eingeschränkt arbeiten.

Einen dauerhaften Arbeitgeber finden sie nur schwer, da eine Duldung stets auf Monate befristet ist. Nun müssen sie eine Arbeit vorweisen, um eine langfristige Perspektive in Deutschland zu haben. Genau hier setzt das Projekt PROJob Nordthüringen an, an dem sich das Landratsamt Nordhausen beteiligt. Gemeinsam mit vier weiteren Trägern, der LIFT gGmbh Nordhausen, dem Landratsamt sowie dem Kreisjugendring des Kyffhäuserkreises sowie dem Verein Starthilfe aus Sondershausen, verfolgt der Landkreis folgendes Ziel: Mit PROJob wollen sie Flüchtlingen und Bleiberechtigten, die Leistungen nach dem SGB II oder dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern. Finanziert wird PROJob im Rahmen des EU-Projekts „Xenos – Integration und Vielfalt“ über das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Klar umrissen haben die Träger die notwendigen Komponenten, um ihr Ziel zu erreichen: Einerseits setzen die Projektpartner bei den Migranten an, die sich unter anderem in Sprach-, Computer- und Bewerbungskursen weiter qualifizieren sollen. Über Praktika soll es beispielsweise gelingen, mögliche Vorbehalte von Arbeitsgebern abzubauen und den Einstieg in eine langfristige Beschäftigung zu finden. Mitarbeiter von PROJob unterstützen Migranten aktiv bei der Arbeitssuche oder auch bei Behördengängen. Andererseits sprechen die PROJob-Träger Unternehmen und die öffentliche Verwaltung an, um sie auf die Problematik der arbeitssuchenden Migranten aufmerksam zu machen.

Entscheider aus der Wirtschaft sowie Verantwortliche von Stadt und Landkreis Nordhausen werden an einem ‚runden Tisch’ zusammenkommen, um die zuständigen Instanzen direkt miteinander in Kontakt zu bringen, Wege zu verkürzen und die Kommunikation zu intensivieren. Dafür bereitet Stephanie Tiepelmann gemeinsam mit dem zweiten Träger im Landkreis, LIFT, ein erstes Treffen in der nächsten Woche vor. „Gemeinsam wollen wir diese Arbeitsgruppe nutzen, um eine Strategie zu entwickeln, um Migranten hier vor Ort gleichberechtigt am Arbeitsmarkt zu beteiligen“, so Stephanie Tiepelmann. „Wir haben bei unseren Recherchen festgestellt, dass es zehn bis fünfzehn Organisationen im Landkreis gibt, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten ein ähnliches Ziel verfolgen wie wir. Deshalb ist es wichtig, die Netzwerkarbeit zu intensivieren.“

Um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Flüchtlinge und Bleibeberechtigte zu verbessern, wollen die Mitarbeiter von PROJob außerdem die Zusammenarbeit mit den Bildungsanbietern im Landkreis ausbauen. Auch dafür planen sie derzeit einen Workshop, der im April stattfinden soll.

Insgesamt leben im Landkreis Nordhausen rund 2000 Menschen mit Migrationshintergrund, darunter auch Spätaussiedler und Studierende an der Fachhochschule. Das entspricht etwa zwei Prozent der Gesamtbevölkerung. Das Ziel von PROJob ist, in diesem Jahr 80 Bleibeberechtigte beruflich weiterzubilden und ihnen bei der Job- oder Ausbildungssuche bzw. bei einer Existenzgründung zu helfen. Eine wichtige Anlaufstelle dafür ist das Beratungs- und Informationsbüro für arbeitssuchende Bleibeberechtigte in den Räumen des Integrationsbeirats des Landkreises in der Grimmelallee 20, das allen Einwohnern des Landkreises mit Migrationshintergrund und Interessierten offen steht.

Beratungs- und Informationsbüro für arbeitssuchende Bleibeberechtigte
Grimmelallee 20, Nordhausen
Tel. 03631/911-629

Außerdem berät das Landratsamt Migranten im PROJob-Büro (Zimmer 343),
Behringstraße 3, Nordhausen
Tel. 03631/911-382

Sprechstunden für beide Beratungsangebote:
Montag 9-12 Uhr
Dienstag 9-12 Uhr und 13-15.30 Uhr
Donnerstag 9-12 Uhr und 13-17.30 Uhr
Autor: nnz

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