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Fr, 08:36 Uhr
27.03.2009

Bekannte Namen

Bis auf die Bündnisgrünen sind die so genannten etablierten Parteien mit ihren Listen für den Kreistag „durch“. Trotz allen Gerangels um angeblich lukrative Plätze – der Wähler hat das entscheidende Wort. Und indirekt wird er eine Fraktion wählen, die keiner Partei zuzuordnen ist...


Schaut man sich die Namen auf den Listen von LINKE, CDU oder SPD genauer an, dann setzen alle drei Parteien auf bekannte Namen, vor allem sollen diese Menschen in den Dörfern bekannt sein. Dort regieren sie bereits – als haupt- oder ehrenamtliche Bürgermeister oder Verwaltungschefs. Mindestens zwölf solcher Regenten hat die nnz ausgemacht, sechs finden sich auf der SPD-Liste, fünf bei der CDU und einer auf der Liste der LINKEN.

Die Strategie dahinter ist simpel – die Namen sind bekannt, das reizt zum Kreuze machen dahinter. Und so kann dann auf Stimmenfang gegangen werden. Vor allem die SPD setzt auf diese Strategie, will sie doch unbedingt das Ergebnis von vor fünf Jahren verbessern. Damals liefen die Sozialdemokraten auf Platz drei hinter CDU und PDS in Ziel ein.

Mal angenommen – alle zwölf Kandidaten können in den Kreistag einziehen und rechnet man noch einmal so viele Kandidaten dazu, die gleichzeitig in Stadt- und Gemeinderäten Platz nehmen wollen, dann kommt man auf die Hälfte der Kreistagsmandate. Wie aber können diese Leute einen Landkreis regieren, wenn sie – einen anderen Auftrag im Gepäck – eigentlich das Wohl ihrer Heimatkommune berücksichtigen müssen? Kann man der eventuellen Erhöhung der Kreisumlage zustimmen, wenn man andererseits damit eine finanzielle Schieflage seines Heimatortes heraufbeschwört?

Diesem Druck will sich der Bürgermeister von Bleicherode, Frank Rostek (CDU) nicht aussetzen. Im Gegensatz zu Matthias Jendricke (SPD) und Matthias Ehrhold (pl), die beide auf der SPD-Liste zu finden sind. Die drei galten einst als das hoffnungsvolle Dreigestirn der Nachwuchs-Regenten. Natürlich stand Rostek auf der Wunsch-Liste der CDU-Kreisführung, doch der wehrte ab und sagte gegenüber der nnz: „Auf der Kreistagsliste sind sechs Frauen und Männer aus Bleicherode zu finden, damit ist unsere Region gut repräsentiert. Da muss ich auch nicht noch draufstehen. Ich konzentriere mich auf den Stadtrat in Bleicherode“, so Rostek.

Die Konzentration ist ziemlich hoch, denn Rostek steht auf der CDU-Kandidatenliste ganz vorn, will Stimmen einsammeln und so für die Mehrheit der CDU im Stadtrat sorgen. Dass er nach der Wahl sein Mandat nicht annehmen wird, das sagt er nicht und befindet sich damit im Gleichschritt mit Matthias Jendricke, der auf dem ersten Entwurf der SPD-Liste für den Nordhäuser Stadtrat ebenso zu finden ist wie seine Chefin, Oberbürgermeisterin Barbara Rinke. Noch kann man auch hier davon ausgehen, dass die beiden – wie Frank Rostek - ihr derzeitiges Gehalt nicht unbedingt mit der Aufwandsentschädigung eines Stadtrates tauschen wollen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
Heike
27.03.2009, 10:47 Uhr
Moral in der Politik?
Sich auf eine Wählerliste setzen zu lassen, wohl wissend, dass man das Mandat nicht anzunehmen gedenkt ist nicht strafbar, aber eine Irreführung der Wähler. Politiker sollten auch in puncto Moral Vorbilder sein. Bei derartigen Praktiken brauchen wir uns über Politikverdrossenheit in unserem Lande nicht zu wundern.

Ich hoffe sehr, dass die Wähler diese Täuschung erkennen und endlich abstrafen. Ich wünsche mir jedenfalls eine breite öffentliche Diskussion über diese Täuschungen.
Klaus Henze
27.03.2009, 19:12 Uhr
Das ist doch gewollt
Es gibt doch Wahlgesetze und wenn diese die Möglichkeit offen halten, dann ist das doch gewollt. Man will die Leute verdummen, in der Hoffnung, dass es der eigenen gerade regierenden Partei hilft. Also frage ich mich, was es soll, sich darüber aufzuregen?

Die nächste Regierungsmehrheit sieht es wohl auch für sich hoffnungsvoll und wird es nicht ändern! Da macht wohl kaum mal jemand eine Ausnahme und da sind einzelne Amtsträger, die zu ehrlich für das Prinzig sind (manchmal auch nur taktisch klug) keine Abweichung vom Prinzip.
Frank Tabatt
27.03.2009, 22:29 Uhr
Ehrlich- Unehrlich!!!!???
Um solchen Diskussionen von Beginn an die Nahrung zu nehmen , wäre es nicht nur ehrlich , sondern auch anständig vor der Kandidatur für solche Wahlfunktionen von den Kandidaten eine klare und dauerhafte Aussage (die auch nach dem Wahlgang 1:1 umgesetzt wird) zu treffen, was will ich :

1. Ich will nur Stimmen sammeln und klebe an meinem gut bezahlten Posten , deshalb kann und will ich nicht kandidieren
oder
2. Ich will Veränderung und stelle mich der Wahl , auch mit dem Risiko , nicht gewählt zu werden und gebe freiwillig meinen Posten auf
Alles Andere ist absolut unter der Gürtellinie und sollte von Wahlrecht von vorn herein im Ausschlußverfahren geregelt werden - sofort , nicht erst irgendwann.
denk-mal
28.03.2009, 10:33 Uhr
Anspruch auf Ehrlichkeit !
sicherlich geht es in der politik nicht immer, ehrlich zu, da gibt es parteiübergreifende absprachen und andere trix um seine ideen durchzusetzen, von allen parteien. manchmal wird versprochen, niemals mit der linkspartei gemeinsame sache zu machen, aber wenn es um die organisation der eigenen mehrheit geht, schliesst man sich schon mal mit den linken zuasammen und lässt sich mit den stimmen der treuen linken zur oberbürgemeisterin wählen.

wenn man es dann geworden, ist kommt der flotte spruch "ich werde niemals steigbügelhalter für die linkspartei". es ist doch die pure angst, wenn man zu solchen, sicherlich möglichen, trix greift und sagt ich als oberbürgermeisterin kandidiere auf dem ersten listenplatz und herr jendricke auf dem zweiten wir ziehen zusammen soviel stimmen, dass die weniger bekannten kandidaten, auch stadträte werden können. haben wir wir gewonnen, nehmen wir das mandat nicht an und bleiben auf unserem posten.

das beste ist ja noch, wir sind ja evangelisch brauchen das nicht einmal zu beichten, denn die ist ja seit luther bei uns abgeschafft. moralische ansprüche oder anstand das wählervolk nicht zu verdummen ist nicht unser thema. jetzt geht es erst einmal mit welchen tricks auch immer um die organisation der macht. das einzige tröstliche daran die spd hatte noch nie die alleinige mehrheit, als partei in nordhausen und wird sie auch nie bekommen und dafür gott sei es gedankt ( dem evangelischen wie dem katholischen, ich musste jetzt mal beide bemühen)
eccehomo
28.03.2009, 19:29 Uhr
Denkmal - tu´s doch endlich!
Mein Gott "Denkmal", zu was haben Sie eigentlich Ihren Senf noch nicht dazu gegeben? Und dann immer dieselbe oberflächliche Soße ...

An sich ist das nicht tragisch - Ihre Rechtschreibung und Grammatik allerdings schon. Arbeiten Sie doch mal dran.

Viel Erfolg - und falls der sich nicht einstellt: Viel Glück beim Kommasetzen und beim Buchstabenmischen.
denk-mal
29.03.2009, 13:49 Uhr
na ecce homo!
erstens: machtes mir spass !

zweitens freut es mich - sie regen sich darüber auf !
(wer sich aufregt hat schon mal nach gedacht)

drittens: nur weil ein herr duden seine meinung zur deutschen sprache hatte, ist das für mich nicht verpflichtung.
(oder können sie einem ausländer erklären woran man erkennt : warum das DER tisch ist (also männlich), oder DAS mädchen (nicht weiblich sondern sächlich) oder DIE tasse (weiblich) DAS trinkglas (sächlich) ist, sicherlöich nicht, sie genie)

viertens: senf dazugeben heisst nichts anderes, als würzen, oder speisen sie lieber fad?
Beate
29.03.2009, 14:11 Uhr
Regeln?
Wenn denk-mal, der ja bekanntlich im Stadtrat sitzt (siehe andere Kommentare), es mit allen Regeln so genau nimmt und deren nicht Beachtung so rechtfertigt, wie die Sache mit der Rechtschreibung, dann wissen wir ja alle, was wir von Ihm zu erwarten haben.
eccehomo
29.03.2009, 16:14 Uhr
Dann nicht so hart ins Gericht
Ok - wenn "Denkmal" Stadtverordneter ist, dann wollen wir nicht so hart richten. Immerhin tut er etwas für das Gemeinwohl. Das meine ich ernst.

Es sei denn, er ist jener Stadtrat, der sich bei jeder Gelegenheit vor allem bei Bausachen meldet, um Kleinigkeiten vermeintlich klar- bzw. richtigzustellen, dabei ziemlich besserwisserisch auftritt und auch arrogant. Ich glaube, er arbeitet in irgendeinem Ing.-Büro (Darf er überhaupt seine Stimme abgeben, wenn es um solche Auftragsvergaben geht?)

Ist auch egal, ich habe in den letzten Jahren, wenn ich Zeit hatte, den Stadtrat öfter besucht. So schlimm, wie alle sagen, ist es gar nicht.- Sie geben sich - bis auf einige Ausnahemen (s.o.) viel Mühe.

Aber zurück zu "Denkmal": Warum reagiert er immer so aggressiv?
Pe_rle
30.03.2009, 19:36 Uhr
Bekannte Namen seit 40 Jahren
Eigendlich würde ein Volksentscheid am Brunnen wie es uns die Schweizer vor machen, diese das Volk belügenden Spezien zum Teufel jagen.Die die jetzt regieren hätten nicht die leisenste Chance ein Amt zu bekommen.Das wäre Demokratie.Der normale Arbeiter wird von solchen Führungsgierigen nur verhöhnt und seine Stimme ist nichts wert.
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