Do, 07:16 Uhr
19.03.2009
Früherkennung kann Krankheit stoppen
Morgen wird es eine Informationsveranstaltung der besonderen Art in der Fachhochschule Nordhausen geben. Das Interesse dafür dürfte hoch sein, wie eine Telefonaktion im Vorfeld zeigte....
Jeden Tag sterben in Thüringen zwei Menschen an den Folgen von Darmkrebs. Doch bei Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchungen sind die Heilungschancen gut. Ärzte aus dem Südharz stehen am Freitag Rede und Antwort im Audimax der Fachhochschule Nordhausen.
Dem Krebs keine Chance (Foto: SHK)
Der Darmkrebs ist die zweithäufigste Tumorerkrankung. Gefährlich vor allem deshalb, weil er erst dann Beschwerden verursacht, wenn eine Heilung kaum noch möglich ist. Jeden Tag erkranken in Thüringen vier Menschen am Dickdarmkarzinom, täglich sterben zwei daran. Diese Bilanz ist besonders tragisch, weil die Erkrankung mit einer rechtzeitigen Früherkennung durch die Darmspiegelung leicht gestoppt, oder sogar verhindert werden kann. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und risikoarm und deshalb ist es den Ärzten ein großes Anliegen, die Mitbürger auf diese lebensrettende Maßnahme aufmerksam zu machen.
In der Fachhochschule in Nordhausen findet deshalb am Freitag, dem 20.03.09 in der Zeit von 17.00 bis 19.30 Uhr eine Informationsveranstaltung statt. Ärzte aus dem Südharz referieren über die Häufigkeit und Risikofaktoren von Darmkrebs, die Vorsorgemöglichkeiten, operative Therapieoptionen, medikamentöse Behandlung von Darmkrebs, strahlentherapeutische Behandlungsmöglichkeiten und onkologische Möglichkeiten der Rehabilitation. Als besondere Attraktion wird ein begehbares Dickdarmmodell aufgestellt, welches die häufigsten Erkrankungen des Dickdarmes plastisch darstellt.
Schleichende Entwicklung
Entstehung und Fortschritt einer Darmkrebserkrankung geschehen schleichend: Der Krebs entwickelt sich aus zunächst gutartigen Vorstufen, harmlosen Wucherungen der Darmschleimhaut oder Polypen. Diese sind besonders bei Menschen über 50 Jahren verbreitet. Der Erkrankte spürt lange Zeit nichts davon und kann sich völlig gesund fühlen. Wenn dann Beschwerden auftreten, ist der Tumor meist schon sehr groß und hat häufig Metastasen gebildet. Die Heilungschancen sind dann nur noch gering.
Gewissheit kann nur eine Darmspiegelung bringen, die für alle Versicherte ab dem 55. Lebensjahr kostenlos ist. Dabei schiebt der Arzt einen biegsamen Schlauch mit Lichtquelle und Minikamera durch den After in den Darm vor und entfernt – für den Patienten völlig schmerzfrei – mit Strom und einer Drahtschlinge entdeckte Polypen. Nach dieser Untersuchung verringert sich das Krebsrisiko für den Patienten für die nächsten 10 Jahre um 90 %. In Anbetracht dieser Tatsache sollten alle Tabuängste vergessen werden.
Viele Fragen beantwortet
Reges Interesse an dem Thema Darmkrebs konnten die beiden Ärzte Dr. Wußling und Dr. Ibe an der Telefonhotline feststellen. So rief eine 65jährige Patientin an, und wollte sich über das weitere Vorgehen informieren, wenn eine Dickdarmspiegelung nicht komplett gelungen ist.
Die beiden Ärzte wiesen darauf hin, dass bei einer entsprechenden Beschwerdesymptomatik weitere Möglichkeiten der Darstellung des Dickdarmes mit radiologischen Verfahren existieren. Über die Notwendigkeit dieser Zusatzuntersuchungen sollte die Patientin sich mit dem Hausarzt in Verbindung setzen.
Ein 54jähriger Patient wollte wissen, ob rechtsseitige Oberbauchbeschwerden mit einem eventuellen Darmkrebs in Zusammenhang stehen könnten. Dr. Wußling wies darauf hin, dass hierzu weitergehende Untersuchungen erforderlich sind. Einen Dickdarmkrebs als Ursache kann man jedoch allein anhand der Symptomatik nicht ausschließen.
Ein weiterer Anrufer wollte wissen, ob die Dickdarmspiegelung sehr unangenehm ist. Dr. Ibe wies darauf hin, dass heutzutage eine Beruhigungsspritze vor der Untersuchung Standard ist und die meisten Patienten nach Abschluss der Dickdarmspiegelung bestätigen können, dass die Untersuchung weitgehend schmerzfrei ist.
Autor: nnzJeden Tag sterben in Thüringen zwei Menschen an den Folgen von Darmkrebs. Doch bei Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchungen sind die Heilungschancen gut. Ärzte aus dem Südharz stehen am Freitag Rede und Antwort im Audimax der Fachhochschule Nordhausen.
Dem Krebs keine Chance (Foto: SHK)
Der Darmkrebs ist die zweithäufigste Tumorerkrankung. Gefährlich vor allem deshalb, weil er erst dann Beschwerden verursacht, wenn eine Heilung kaum noch möglich ist. Jeden Tag erkranken in Thüringen vier Menschen am Dickdarmkarzinom, täglich sterben zwei daran. Diese Bilanz ist besonders tragisch, weil die Erkrankung mit einer rechtzeitigen Früherkennung durch die Darmspiegelung leicht gestoppt, oder sogar verhindert werden kann. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und risikoarm und deshalb ist es den Ärzten ein großes Anliegen, die Mitbürger auf diese lebensrettende Maßnahme aufmerksam zu machen. In der Fachhochschule in Nordhausen findet deshalb am Freitag, dem 20.03.09 in der Zeit von 17.00 bis 19.30 Uhr eine Informationsveranstaltung statt. Ärzte aus dem Südharz referieren über die Häufigkeit und Risikofaktoren von Darmkrebs, die Vorsorgemöglichkeiten, operative Therapieoptionen, medikamentöse Behandlung von Darmkrebs, strahlentherapeutische Behandlungsmöglichkeiten und onkologische Möglichkeiten der Rehabilitation. Als besondere Attraktion wird ein begehbares Dickdarmmodell aufgestellt, welches die häufigsten Erkrankungen des Dickdarmes plastisch darstellt.
Schleichende Entwicklung
Entstehung und Fortschritt einer Darmkrebserkrankung geschehen schleichend: Der Krebs entwickelt sich aus zunächst gutartigen Vorstufen, harmlosen Wucherungen der Darmschleimhaut oder Polypen. Diese sind besonders bei Menschen über 50 Jahren verbreitet. Der Erkrankte spürt lange Zeit nichts davon und kann sich völlig gesund fühlen. Wenn dann Beschwerden auftreten, ist der Tumor meist schon sehr groß und hat häufig Metastasen gebildet. Die Heilungschancen sind dann nur noch gering.
Gewissheit kann nur eine Darmspiegelung bringen, die für alle Versicherte ab dem 55. Lebensjahr kostenlos ist. Dabei schiebt der Arzt einen biegsamen Schlauch mit Lichtquelle und Minikamera durch den After in den Darm vor und entfernt – für den Patienten völlig schmerzfrei – mit Strom und einer Drahtschlinge entdeckte Polypen. Nach dieser Untersuchung verringert sich das Krebsrisiko für den Patienten für die nächsten 10 Jahre um 90 %. In Anbetracht dieser Tatsache sollten alle Tabuängste vergessen werden.
Viele Fragen beantwortet
Reges Interesse an dem Thema Darmkrebs konnten die beiden Ärzte Dr. Wußling und Dr. Ibe an der Telefonhotline feststellen. So rief eine 65jährige Patientin an, und wollte sich über das weitere Vorgehen informieren, wenn eine Dickdarmspiegelung nicht komplett gelungen ist.
Die beiden Ärzte wiesen darauf hin, dass bei einer entsprechenden Beschwerdesymptomatik weitere Möglichkeiten der Darstellung des Dickdarmes mit radiologischen Verfahren existieren. Über die Notwendigkeit dieser Zusatzuntersuchungen sollte die Patientin sich mit dem Hausarzt in Verbindung setzen.
Ein 54jähriger Patient wollte wissen, ob rechtsseitige Oberbauchbeschwerden mit einem eventuellen Darmkrebs in Zusammenhang stehen könnten. Dr. Wußling wies darauf hin, dass hierzu weitergehende Untersuchungen erforderlich sind. Einen Dickdarmkrebs als Ursache kann man jedoch allein anhand der Symptomatik nicht ausschließen.
Ein weiterer Anrufer wollte wissen, ob die Dickdarmspiegelung sehr unangenehm ist. Dr. Ibe wies darauf hin, dass heutzutage eine Beruhigungsspritze vor der Untersuchung Standard ist und die meisten Patienten nach Abschluss der Dickdarmspiegelung bestätigen können, dass die Untersuchung weitgehend schmerzfrei ist.


