Mo, 19:28 Uhr
16.03.2009
Bürger könnten stiften
Der Park Hohenrode – eine fast unendliche Geschichte. Sie steht kurz vor dem Abschluß, doch das finale Kapitel muss noch geschrieben werden. Vermutlich durch die Bürger dieser Stadt. Die lauschte in der Galerie der Nordhäuser Kreissparkasse.
Richter (Foto: nnz)
Reinhart Richter aus Osnabrück ist ein Fachmann auf dem Gebiet der Konzepterstellung für Kommunen. Die dokumenta in Kassel wird im maßgeblich zugeschrieben. Heute nun widmete sich der Mann der Zukunft des Parks Hohenrode. Wie die nnz mehrfach berichtete, hat sich der Förderverein für den Erhalt des Parks mit den Eigentümern über eine Kaufsumme einigen können. Wer aber soll als Käufer auftreten? Die Kommune? Der Verein? Eine Stiftung?
Begrüßt wurden die Gäste durch Sparkssenvorstand Wolfgang Asche, der die Geschichte des deutschen Stiftungswesens kurz vorstellte. In den vergangenen Jahren habe sich im Osten Deutschlands eine Stiftungskultur entwickelt, Asche erinnerte an die Stiftung der Kreissparkasse. In Deutschland gibt es 166 Bürgerstiftungen, vier davon in Thüringen. Asche: Die Zeit für eine weitere Bürgerstiftung ist reif!
Reinhart Richter – der Kulturberater, der Nordhausen natürlich super findet - weilt seit einigen Tagen in Nordhausen und hat sich vor Ort umgesehen, ein Bild von der Stadt, vom Park Hohenrode gemacht. Es sei ein Edelstein in einer Kette von Edelsteinen, die einst auf bürgerschaftliches Engagement hinwiesen. Nordhausen – die Stadt der bürgerschaftlichen Parkkultur ruft der Mann aus und zieht ein Kurzkonzept für den Park aus dem Ärmel.
Auf jeden Fall müsse der Park öffentlich zugänglich werden und zu einem attraktiven Ort für Menschen aus Stadt und aus der Region sowie für Gäste zu machen. Zusammenarbeit mit anderen Park-Projekten sollten nicht ausgeschlossen werden. Und so ging es weiter – Schlag auf Schlag. Anziehungspunkt für die Fachwelt, Zeugnis der bürgerlich-industriellen Bau- und Parkkultur oder wichtiges Element der thüringischen Parkkultur. Außerdem sei anstrebenswert: Dendrologen dieses Landes vereinigt Euch und feiert – in Hohenrode.
Als Nutzungsalternativen wären nach Meinung von Richter zum Beispiel möglich:
Was sollte der künftige Eigentümer tun, welche Prämissen gilt es anzustreben? Wirtschaftlich realisierbar, nachhaltige Betreibung, Minimierung der Risiken, Fördermöglichkeiten erschließen, die Finanzierung auf sichere Füße stellen. Und zuerst: Die optimale Rechtsform finden.
Da reichen die Möglichkeiten von einer privaten Stiftung (Bürgerstiftung), einer gGmbH bis hin zu einer gemeinnützigen kleinen Aktiengesellschaft oder einem gemeinnützigen Verein. Alle Varianten haben natürlich Vorzüge wie Nachteile. Als Favorit kristallisierte sich letztlich doch die Bürgerstiftung heraus, auch weil sich diese Form der Trägerschaft relativ schnell bewerkstelligen lässt.
Die Fragen aus dem Publikum fokussierten sich in erster Linie auf die Haftung der Macher, auf die Risiken und auf steuerlichen Aspekte der unterschiedlichen Trägerschaften. Letztlich ist alles leichter gesagt als getan. Trotz aller Euphorie – auf die Hohenrode-Macher kommen harte Zeiten zu und einige schlaflose Nächte. Letztlich hat man mit dem Kauf des Grundstücks und der Immobile ein Gebäudeensemble, dass dinglichst einer Sanierung bedarf. Erst dann kann die Nutzung kommen und somit können auch erst Erlöse erzielt werden. Ehe der Park Hohenrode der dendrologische Mittelpunkt des Universums wird, vergehen vermutlich noch einige Jahre und mehrere Millionen Euro müssen gesammelt werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz
Richter (Foto: nnz)
Reinhart Richter aus Osnabrück ist ein Fachmann auf dem Gebiet der Konzepterstellung für Kommunen. Die dokumenta in Kassel wird im maßgeblich zugeschrieben. Heute nun widmete sich der Mann der Zukunft des Parks Hohenrode. Wie die nnz mehrfach berichtete, hat sich der Förderverein für den Erhalt des Parks mit den Eigentümern über eine Kaufsumme einigen können. Wer aber soll als Käufer auftreten? Die Kommune? Der Verein? Eine Stiftung?Begrüßt wurden die Gäste durch Sparkssenvorstand Wolfgang Asche, der die Geschichte des deutschen Stiftungswesens kurz vorstellte. In den vergangenen Jahren habe sich im Osten Deutschlands eine Stiftungskultur entwickelt, Asche erinnerte an die Stiftung der Kreissparkasse. In Deutschland gibt es 166 Bürgerstiftungen, vier davon in Thüringen. Asche: Die Zeit für eine weitere Bürgerstiftung ist reif!
Reinhart Richter – der Kulturberater, der Nordhausen natürlich super findet - weilt seit einigen Tagen in Nordhausen und hat sich vor Ort umgesehen, ein Bild von der Stadt, vom Park Hohenrode gemacht. Es sei ein Edelstein in einer Kette von Edelsteinen, die einst auf bürgerschaftliches Engagement hinwiesen. Nordhausen – die Stadt der bürgerschaftlichen Parkkultur ruft der Mann aus und zieht ein Kurzkonzept für den Park aus dem Ärmel.
Auf jeden Fall müsse der Park öffentlich zugänglich werden und zu einem attraktiven Ort für Menschen aus Stadt und aus der Region sowie für Gäste zu machen. Zusammenarbeit mit anderen Park-Projekten sollten nicht ausgeschlossen werden. Und so ging es weiter – Schlag auf Schlag. Anziehungspunkt für die Fachwelt, Zeugnis der bürgerlich-industriellen Bau- und Parkkultur oder wichtiges Element der thüringischen Parkkultur. Außerdem sei anstrebenswert: Dendrologen dieses Landes vereinigt Euch und feiert – in Hohenrode.
Als Nutzungsalternativen wären nach Meinung von Richter zum Beispiel möglich:
- Institut der europäische Parkkultur
- Institut der Fachhochschule zur Umweltthemen
- Ausbildungsstätte für grüne Berufe
- Verbandssitz der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft
- Gästehaus der FH
- Wissenschaftskolleg Thüringen
- Thüringer Stipendiatenhaus für Künstler
- Tagungs- und Hochzeitshaus
- Kinderpark für vier bis sechs Familien oder
- Hohenrode aus Ausgangspunkt für eine Straße der Poesie
Was sollte der künftige Eigentümer tun, welche Prämissen gilt es anzustreben? Wirtschaftlich realisierbar, nachhaltige Betreibung, Minimierung der Risiken, Fördermöglichkeiten erschließen, die Finanzierung auf sichere Füße stellen. Und zuerst: Die optimale Rechtsform finden.
Da reichen die Möglichkeiten von einer privaten Stiftung (Bürgerstiftung), einer gGmbH bis hin zu einer gemeinnützigen kleinen Aktiengesellschaft oder einem gemeinnützigen Verein. Alle Varianten haben natürlich Vorzüge wie Nachteile. Als Favorit kristallisierte sich letztlich doch die Bürgerstiftung heraus, auch weil sich diese Form der Trägerschaft relativ schnell bewerkstelligen lässt.
Die Fragen aus dem Publikum fokussierten sich in erster Linie auf die Haftung der Macher, auf die Risiken und auf steuerlichen Aspekte der unterschiedlichen Trägerschaften. Letztlich ist alles leichter gesagt als getan. Trotz aller Euphorie – auf die Hohenrode-Macher kommen harte Zeiten zu und einige schlaflose Nächte. Letztlich hat man mit dem Kauf des Grundstücks und der Immobile ein Gebäudeensemble, dass dinglichst einer Sanierung bedarf. Erst dann kann die Nutzung kommen und somit können auch erst Erlöse erzielt werden. Ehe der Park Hohenrode der dendrologische Mittelpunkt des Universums wird, vergehen vermutlich noch einige Jahre und mehrere Millionen Euro müssen gesammelt werden.
Peter-Stefan Greiner


