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Mo, 13:47 Uhr
16.03.2009

Weniger und mehr

Insolvenzen sind eigentlich eine unangenehme Sache. Mitunter sind sie aber auch heilsam. Das Insolvenzgeschehen in Thüringen ging im vergangenen Jahr „seltsame Wege“. Hier die exakten Daten und Zahlen...


Im Jahr 2008 gab es in Thüringen weniger Insolvenzverfahren. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik sank die Gesamtzahl der Insolvenzen gegenüber dem Jahr 2007 um 568 bzw. 12,4 Prozent auf 4 012 Anträge. Von den 4 012 gemeldeten Insolvenzen wurden 3 703 eröffnet (92,3 Prozent). 292 Verfahren (7,3 Prozent) wurden mangels Masse abgewiesen und 17 Verfahren endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen beliefen sich auf rund 738 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 184.000 Euro aus.

2 434 private Verbraucher haben 2008 das Insolvenzrecht in Anspruch genommen. Das waren 628 bzw. 20,5 Prozent weniger als im Jahr 2007.

Auch die Gesamtzahl der übrigen Schuldner (hierzu zählen neben den privaten Verbrauchern auch natürliche Personen als Gesellschafter u. Ä, ehemals selbständig Tätige und Nachlässe) sank um 14,8 Prozent von 4 065 auf 3 465.

Dagegen stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2008 im Vergleich zu 2007 um 6,2 Prozent von 515 auf 547. Die 547 insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags 2 294 Arbeitnehmer. Nach Wirtschaftsabschnitten betrachtet verlief das Insolvenzgeschehen dennoch sehr unterschiedlich.

Erstmals war im Jahr 2008 der Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 109 Insolvenzverfahren am meisten betroffen. Hier waren 6 Unternehmen mehr als im Jahr zuvor (5,8 Prozent) zahlungsunfähig. Es folgte der frühere Spitzenreiter, das Baugewerbe, mit 107 Insolvenzverfahren. Hier verlief die Entwicklung gegenüber 2007 mit 130 Insolvenzen rückläufig (- 17,7 Prozent).

Im Verarbeiteten Gewerbe wurden mit 70 Insolvenzverfahren genau so viel wie 2007 gezählt. In den meisten Dienstleistungsbereichen ist im Jahr 2008 ein Anstieg der Zahl der Unternehmensinsolvenzen zu beobachten.

Nach Rechtsformen betrachtet meldeten im Jahr 2008 die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) mit 253 Anträgen am häufigsten Insolvenz an (Veränderung zum Vorjahr: - 2,3 Prozent). Es folgten die Einzelunternehmen, Freien Berufe und das Kleingewerbe, die in 221 Fällen vom Insolvenzrecht Gebrauch machten (+ 15,1 Prozent). Mit 46 Anträgen gegenüber 31 im Jahr 2007 stieg die Zahl der Insolvenzen bei Personengesellschaften (OHG, KG, GbR) überdurchschnittlich um 48,4 Prozent.

Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl wurde in den kreisfreien Städten mit 209 Insolvenzfällen je 100 000 Einwohner häufiger der Gang zum Insolvenzgericht angetreten als in den Landkreisen mit 163 Insolvenzfällen je 100 000 Einwohner.

Die meisten Insolvenzfälle je 100 000 Einwohner wurden in den kreisfreien Städten Eisenach (281) und Gera (274) registriert, die wenigsten im Saale-Holzland-Kreis (100) und im Landkreis Nordhausen (118).
Autor: nnz/kn

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