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Di, 11:52 Uhr
13.01.2009

Problemfall „Kind“


Amtsärztin Ingrid Francke
„Flinker Grashüpfer“, „starker Löwe“ oder „gelenkiger Storch“ – so heißen kleine Bewegungsspiele, die der Fachbereich Gesundheitswesen in einer Ausstellung rund um das Thema Einschulung und die dazu gehörende Untersuchung vorstellt. Wie wichtig ein solcher „TÜV“ ist, belegen Zahlen, die der nnz jetzt vorliegen...

Problemfall Kind (Foto: nnz) Problemfall Kind (Foto: nnz)

Das Motto: Schulanfang – Neuanfang. Jedes Jahr von Januar bis Mai lädt das Landratsamt alle Kinder ein, die in den 20 Grundschulen des Landkreises eingeschult werden sollen. Denn vor der Einschulung werden die zukünftigen ABC-Schützen eingehend im Landratsamt untersucht. Dabei werden unter anderem ihre visuelle und akustische Wahrnehmungsfähigkeit getestet. „Wir sind der TÜV für das Schulkind. Im Interesse der Kinder wollen wir erreichen, dass sich jedes Kind in der Schule wohl fühlt und nicht krank wird“, sagt Petra Bednarek, die als Ärztin seit neun Jahren die Einschulungsuntersuchung im Landkreis durchführt. „Oft sind die Eltern vor der Untersuchung aufgeregter als die Kinder.“ Manche Eltern nehmen es aber auch mit der Vorsorgepflicht für ihre Kinder nicht allzu ernst. Bis zu einem Fünftel der vor der Einschulung untersuchten Kinder waren nicht bei der so genannten „U9“, die mit etwa fünf Jahren beim Kinderarzt stattfinden sollte.

Um Eltern und Kindern bereits vorab umfassend zu informieren, hat das Gesundheitsamt die Ausstellung zur Einschulungsuntersuchung gestaltet. Dabei beantwortet die Exposition ganz unterschiedliche Fragen wie zum Beispiel: Was gehört alles in die Zuckertüte? Wie muss ein guter Schulranzen aussehen? Was gehört auf ein gesundes Pausenbrot? Welche Impfungen sind empfehlenswert? Wie kommt mein Kind sicher zu Fuß oder auf dem Fahrrad zur Schule? Mit diesen und anderen Fragen werden die Mitarbeiterinnen des Fachbereichs Gesundheitswesen häufig konfrontiert. Nun erhalten die Eltern alle wichtigen Informationen in gebündelter Form. Außerdem stellt das Gesundheitsamt die eigne Arbeit einmal genauer vor und gibt Eltern Tipps, wie sie mit der neuen Lebenssituation Schule umgehen können. Die Ausstellung bleibt bis Mai, also bis zum Ende der Einschulungsuntersuchungen, im Foyer des Landratsamtes in der Behringstraße 3 aufgebaut. Sie kann während der regulären Öffnungszeiten besichtigt werden. Zusätzlich hat der Fachbereich Gesundheitswesen einen Flyer mit den wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Die Schuluntersuchungen sind rückläufig, was nur zu einem Teil mit der demografischen Entwicklung zusammenhängt. Waren für das Einschulungsjahr 2004/05 noch 798 Kinder untersucht worden, so sind für das nächste Schuljahr lediglich 690 Kinder bislang registriert. Im vergangenen Schuljahr sind 60 Mädchen und Jungen aufgrund der Untersuchungsergebnisse von der Einschulung zurückgestellt worden.

Noch erschreckender sind die Zahlen, die Probleme der Kinder verdeutlichen. Bei den Kindern, die im Vorfeld des Einschulungsjahres 2007/08 untersucht wurden, wiesen fast 10 Prozent Verhaltensauffälligkeiten auf, bei einem Viertel wurden Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen konstatiert und bei einer gleichen Anzahl kam es zu Auffälligkeiten im Bereich der Motorik und der Koordination. Darüber wurde bei 15 Prozent ein Übergewicht festgestellt.

Für all diese Zahlen – so viel steht fest – ist nicht die Schule verantwortlich. Auch das müsste zu denken geben – den Eltern.
Autor: nnz

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