Di, 13:37 Uhr
06.01.2009
Der nnz-Wetter-Rückblick 2008
Seit nunmehr drei Jahren werden an der Wetterstation auf dem Campus der Fachhochschule kontinuierlich Klimadaten aufgezeichnet. Das gibt Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp schon mal die Möglichkeit der interessanten Vergleiche…
Die Expertin: Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: Privat)
Ein Datenvergleich der vergangenen drei Jahre zeigt, dass 2008 das wärmste dieser drei Jahre war. 10,1°C wurden in 2006 erreicht, 10,9°C in 2007 und 2008 schloss mit der Durchschnittstemperatur von rund 11°C ab, wobei der Dezember 2008 mit kühleren Temperaturen den Jahresmittelwert leicht nach unten korrigiert hat. Im Vergleich zu den 50-jährigen Mittelwerten von Herrn Tauchmann, gemessen in Nordhausen-Salza, bedeutet dies ein Plus von 2,4°C, selbst unter Berücksichtigung der lokalklimatischen Besonderheiten der FH-Station eine klare Zunahme der Lufttemperatur. In Deutschland wurde für 2008 ein Mittelwert von 9,5°C ermittelt.
Die höchste Temperatur wurde in Nordhausen am 29. Juli mit 36,5°C erreicht. Der 27. Juli hingegen wies die höchste Tagesmitteltemperatur von 26,4°C auf, nachts sank das Thermometer nicht unter 18°C ab. Im Vergleich zu den Vorjahren gab es jedoch keine Tropennacht, d.h. mit minimalen Temperaturen über 20°C. Der kälteste Tag war der 30. Dezember 2008 mit -7,3°C. Wäre dieser nicht gewesen, wäre der 16. Februar mit -1,9°C Tagesdurchschnittstemperatur der minimale Tageswert des Jahres 2008 gewesen. Am tiefsten sank das Thermometer am Silvestermorgen 2008, -11,1°C wurden aufgezeichnet.
Betrachtet man die drei meteorologischen Sommermonate Juni, Juli und August, so lag der Tagesdurchschnitt bei 19,9°C, in den Wintermonaten Dezember 2007, Januar und Februar 2008 bei +4°C. Die Differenz der beiden Werte ergibt 15,9°C und liefert den Hinweis auf ein durchaus kontinental geprägtes Klima in Nordhausen, wobei die Winterwerte im Vergleich zum langjährigen Mittel fast 4°C zu hoch lagen.
Insgesamt waren die ersten Monate im Jahr deutlich zu warm, der Herbst hingegen, wie auch schon im Vorjahr, eher durchschnittlich. Und der Start in den Winter mit Temperaturen deutlich im Minus-Bereich lässt auf echtes Winterwetter in 2009 hoffen.
Die Niederschlagssituation im Jahr 2008 zeigte sich ebenfalls in der zweiten Jahreshälfte eher ausgeglichen, aber etwas zu trocken (18-34 l/m²). In der ersten Jahreshälfte schwankten die Monatssummenwerte zwischen 12,4 und 89,3 l/m². Insgesamt wurden in 2008 453 mm Niederschlag registriert. Das 50-jährige Mittel nach Herrn Tauchmann beträgt für Nordhausen 600 l/m². Mit Ausnahme der Monate März, April und Juli, die zu feucht waren, waren die übrigen Monate im Vergleich zum 50-jährigen Mittel zu trocken. Das 30-jährige Mittel von 1971-2000 ist übrigens mit 586 mm in Nordhausen leicht gesunken. Nach wie vor fällt in den Sommermonaten in Nordhausen mehr Niederschlag als in den Wintermonaten. Eine leichte Verschiebung hin zu mehr Niederschlägen im Winter ist erkennbar.
Der trockenste Monat in 2008 war der Februar mit 12,4 Liter pro Quadratmeter; der Juli brachte es auf 89,2 l/m². Am 10. Juli fielen innerhalb von 24 Stunden 10,6 Liter auf einen Quadratmeter. Spitzenreiter ist und bleibt hier jedoch in den vergangenen drei Jahren der 18. Januar 2007, hier fielen innerhalb von 24 Stunden 36 l/m². 2006 wurden an der Station der FH 410 mm und 2007 808 mm Niederschlag gemessen.
Die Windgeschwindigkeit lag mit 1,2 m/s im Bereich der langjährigen Messwerte. Gleiches gilt für den Luftdruck und die Sonnenscheindauer. In 2008 schien die Sonne in Nordhausen 1573 Stunden, etwas weniger als im bundesdeutschen Durchschnitt mit 1603 Stunden. Das entspricht für Nordhausen in etwa dem 25-Mittel nach Herrn Tauchmann (1513 Stunden). In 2006 und 2007 schien die Sonne jeweils ca. 200 Stunden länger. Betrachtet man die monatliche Sonnenscheindauer, so zeigt sich ein deutlich sonnenscheinreicheres erstes Halbjahr 2008 (auch im Vergleich zu den 25-jährigen Messwerten, 990 Stunden) und ein wesentlich trüberes zweites Halbjahr 2008 (580 Stunden).
Die Globalstrahlung, gemessen in W/m², ist der Messwert, der die direkte Sonneneinstrahlung und das diffuse Himmelslicht (bei bewölktem Himmel) zusammenfasst: 134 W/m² wurden 2006 als Mittelwert registriert, durchschnittlich 127 W/m² waren es in diesem Jahr. Spitzenwerte mit bis zu 380 W/m² wurden im Sommer 2008 gemessen.
Das Jahr 2008 in Nordhausen war also ein wenig zu warm und etwas zu trocken. Damit liegt Nordhausen genau im bundesdeutschen Trend. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes reiht sich das Jahr 2008 unter die 10 wärmsten Jahre seit Beginn der kontinuierlichen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1901.
Autor: nnz
Die Expertin: Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: Privat)
Ein Datenvergleich der vergangenen drei Jahre zeigt, dass 2008 das wärmste dieser drei Jahre war. 10,1°C wurden in 2006 erreicht, 10,9°C in 2007 und 2008 schloss mit der Durchschnittstemperatur von rund 11°C ab, wobei der Dezember 2008 mit kühleren Temperaturen den Jahresmittelwert leicht nach unten korrigiert hat. Im Vergleich zu den 50-jährigen Mittelwerten von Herrn Tauchmann, gemessen in Nordhausen-Salza, bedeutet dies ein Plus von 2,4°C, selbst unter Berücksichtigung der lokalklimatischen Besonderheiten der FH-Station eine klare Zunahme der Lufttemperatur. In Deutschland wurde für 2008 ein Mittelwert von 9,5°C ermittelt.Die höchste Temperatur wurde in Nordhausen am 29. Juli mit 36,5°C erreicht. Der 27. Juli hingegen wies die höchste Tagesmitteltemperatur von 26,4°C auf, nachts sank das Thermometer nicht unter 18°C ab. Im Vergleich zu den Vorjahren gab es jedoch keine Tropennacht, d.h. mit minimalen Temperaturen über 20°C. Der kälteste Tag war der 30. Dezember 2008 mit -7,3°C. Wäre dieser nicht gewesen, wäre der 16. Februar mit -1,9°C Tagesdurchschnittstemperatur der minimale Tageswert des Jahres 2008 gewesen. Am tiefsten sank das Thermometer am Silvestermorgen 2008, -11,1°C wurden aufgezeichnet.
Betrachtet man die drei meteorologischen Sommermonate Juni, Juli und August, so lag der Tagesdurchschnitt bei 19,9°C, in den Wintermonaten Dezember 2007, Januar und Februar 2008 bei +4°C. Die Differenz der beiden Werte ergibt 15,9°C und liefert den Hinweis auf ein durchaus kontinental geprägtes Klima in Nordhausen, wobei die Winterwerte im Vergleich zum langjährigen Mittel fast 4°C zu hoch lagen.
Insgesamt waren die ersten Monate im Jahr deutlich zu warm, der Herbst hingegen, wie auch schon im Vorjahr, eher durchschnittlich. Und der Start in den Winter mit Temperaturen deutlich im Minus-Bereich lässt auf echtes Winterwetter in 2009 hoffen.
Die Niederschlagssituation im Jahr 2008 zeigte sich ebenfalls in der zweiten Jahreshälfte eher ausgeglichen, aber etwas zu trocken (18-34 l/m²). In der ersten Jahreshälfte schwankten die Monatssummenwerte zwischen 12,4 und 89,3 l/m². Insgesamt wurden in 2008 453 mm Niederschlag registriert. Das 50-jährige Mittel nach Herrn Tauchmann beträgt für Nordhausen 600 l/m². Mit Ausnahme der Monate März, April und Juli, die zu feucht waren, waren die übrigen Monate im Vergleich zum 50-jährigen Mittel zu trocken. Das 30-jährige Mittel von 1971-2000 ist übrigens mit 586 mm in Nordhausen leicht gesunken. Nach wie vor fällt in den Sommermonaten in Nordhausen mehr Niederschlag als in den Wintermonaten. Eine leichte Verschiebung hin zu mehr Niederschlägen im Winter ist erkennbar.
Der trockenste Monat in 2008 war der Februar mit 12,4 Liter pro Quadratmeter; der Juli brachte es auf 89,2 l/m². Am 10. Juli fielen innerhalb von 24 Stunden 10,6 Liter auf einen Quadratmeter. Spitzenreiter ist und bleibt hier jedoch in den vergangenen drei Jahren der 18. Januar 2007, hier fielen innerhalb von 24 Stunden 36 l/m². 2006 wurden an der Station der FH 410 mm und 2007 808 mm Niederschlag gemessen.
Die Windgeschwindigkeit lag mit 1,2 m/s im Bereich der langjährigen Messwerte. Gleiches gilt für den Luftdruck und die Sonnenscheindauer. In 2008 schien die Sonne in Nordhausen 1573 Stunden, etwas weniger als im bundesdeutschen Durchschnitt mit 1603 Stunden. Das entspricht für Nordhausen in etwa dem 25-Mittel nach Herrn Tauchmann (1513 Stunden). In 2006 und 2007 schien die Sonne jeweils ca. 200 Stunden länger. Betrachtet man die monatliche Sonnenscheindauer, so zeigt sich ein deutlich sonnenscheinreicheres erstes Halbjahr 2008 (auch im Vergleich zu den 25-jährigen Messwerten, 990 Stunden) und ein wesentlich trüberes zweites Halbjahr 2008 (580 Stunden).
Die Globalstrahlung, gemessen in W/m², ist der Messwert, der die direkte Sonneneinstrahlung und das diffuse Himmelslicht (bei bewölktem Himmel) zusammenfasst: 134 W/m² wurden 2006 als Mittelwert registriert, durchschnittlich 127 W/m² waren es in diesem Jahr. Spitzenwerte mit bis zu 380 W/m² wurden im Sommer 2008 gemessen.
Das Jahr 2008 in Nordhausen war also ein wenig zu warm und etwas zu trocken. Damit liegt Nordhausen genau im bundesdeutschen Trend. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes reiht sich das Jahr 2008 unter die 10 wärmsten Jahre seit Beginn der kontinuierlichen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1901.


