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Di, 16:12 Uhr
09.12.2008

nnz-Forum: Steinbrück kriegt eins aufs Dach!

Die Pendlerpauschale muss ab dem ersten Kilometer gezahlt werden. Das hat heute das Bundesverfassungsgericht entschieden. Dazu die Anmerkung eines nnz-Lesers...


Zum wiederholtem Male fegt das Bundesverfassungsgericht eine von der Regierung erlassene Steuerregel vom Tisch, diesmal die Abschaffung der Pendlerpauschale. Wer als Arbeitnehmer einen Arbeitsweg von mehr als 10 – 12 km hat, kann sich eventuell. auf eine Steuererstattung für 2007 freuen. Den anderen bringt das Urteil i. d. R. nichts.

Bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes zur Abschaffung der Pendlerpauschale hatten Steuerrechtler im Finanzausschuss des Bundestages vor der Verfassungswidrigkeit gewarnt. Doch wie gewohnt setzte sich Schwarz-Rot über Sachverstand hinweg. Wie so oft war der Kompromiss zwischen Union und SPD nicht nur oberfaul, sondern auch verfassungswidrig.

Ähnlich wird es der Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer (Klage in Vorbereitung, falls Bundespräsident Köhler überhaupt das Gesetz unterschreibt) und Teilen der letzten Gesundheitsreform (Klage schon anhängig) ergehen.

Es wäre zu schön, wenn die Regierenden das Urteil zum Anlass nähmen, um endlich die arbeitende Bevölkerung zu entlasten, denn nur wer einen weiten Arbeitsweg hat, profitiert vom heutigen Urteil. Wie dringend dies nötig ist, soll folgendes Beispiel zeigen:

Ein lediger Arbeitnehmer in Thüringen, 30 Jahre, bei IKK Sachsen versichert, soll - angenommen - 2.000 Euro brutto verdienen. Wenn sein Arbeitgeber im Januar das Gehalt um 50 Euro brutto erhöht, bekommt dieser Arbeitnehmer netto 3,37 Euro weniger!!! als im Dezember. Dagegen steigen die Lohnkosten des Arbeitgebers inkl. SV-Anteil von 2.420 Euro im Dezember 2008 auf 2.501 Euro im Januar 2009. Die Kosten des Arbeitgebers steigen also um 81 Euro, der Arbeitnehmer hat aber 3,37 Euro weniger auf dem Konto.

Wo bleibt die Differenz? – Bei den Sozialversicherungen und dem Finanzamt dank Gesundheitsfond und kalter Progression. Die vorübergehende Absenkung der Beitrages zur Arbeitslosenversicherung wurde schon berücksichtigt.

Also: Steuern und Abgaben runter für alle, die mit ihrer täglichen Arbeit den Laden am Laufen halten, mehr Netto vom Brutto!
Steffen Liesegang, Bilanzbuchhalter, FDP Werther
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
pumpnC
09.12.2008, 16:50 Uhr
Unfassbar
Es ist schon unglaublich, dass man bei einer Lohnerhöhung als Arbeitnehmer im Endeffekt netto weniger in der Tasche hat als vorher. Bei so einer Ungerechtigkeit muss ich mich allerdings stark wundern, warum die Deutschen nicht endlich mal aufwachen und auf die Straße gehen. Der Staat nimmt den kleinen Bürger aus, und die lassen sich das auch noch gefallen.

Es wird Zeit, dass die amtierende Regierung endlich abdankt, und hoffentlich mal ein Politikwechsel in Deutschland stattfindet.
H.Buntfuß
09.12.2008, 20:15 Uhr
Unverständlich?
ANDRER BÜRGER:
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluss hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

Goethe (Faust I)

Es ist schon richtig, was „pumpnC“ in seinem Artikel schreibt. Aber ich verstehe eins nicht: In den letzten Tagen wurde von den verschiedensten Personen verlangt, man müsse wieder auf die Straße gehen um den Regierenden zu zeigen, dass es so nicht weiter gehen kann.
Aber es ist sicher leichter, sich hinter einem Pseudonym zu verstecken und die Leute aufzufordern auf die Straße zu gehen, als sich öffentlich in die Reihen der Montagsdemonstranten einzufügen, denn hier muss man seinen Kopf zeigen. Vor den Leuten, die da immer noch auf die Straße gehen, um für mehr Menschlichkeit zu demonstrieren sollten wir den Hut ziehen. Aber was macht die Mehrheit der Passanten, sie machen sich lustig über die Leute, dass zeigt nur, wie feige der „Kleine Mann“ ist, er lässt sich in den Hintern treten und bedankt sich auch noch dafür. Die nächste Nordhäuser „Montagsdemonstration“ findet übrigens am Donnerstag, den 11. Dezember um 17 Uhr vor der Arbeitsagentur statt.
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