Di, 16:14 Uhr
09.12.2008
Fachkräftestudie vorgestellt
Zwischen 2009 und 2015 werden in Thüringen rund 80.000 neue Arbeitskräfte benötigt. Das geht aus der aktuellen Fachkräftestudie hervor, die das Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) Halle im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums erstellt hat. Hier die Details...
Dieser Nachfrage steht nach wie vor ein zahlenmäßig ausreichend großes Angebot an Fachkräften gegenüber, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) heute in Erfurt bei der Vorstellung der Studie. Das Fachkräftemonitoring des Landes zeige aber auch, in welchen Berufsgruppen künftig Überangebote und Angebotsdefizite zu erwarten sind. Es besteht die Gefahr, dass Angebot und Nachfrage nach Fachkräften auseinanderdriften, sagte Reinholz. Hier muss eine erfolgreiche Fachkräftesicherung frühzeitig gegensteuern.
So gibt es im untersuchten Zeitraum vor allem in den Hotel- und Gaststättenberufen, in den Bauberufen und in den Körperpflegeberufen (z.B. Kosmetikerin, Masseur, Friseurin) ein Überangebot an Arbeitskräften. In technischen Berufen, Bank- und Versicherungsberufen, Berufen der Unternehmensleitung, -beratung und -prüfung, Sicherheits- sowie Reinigungs- und Entsorgungsberufen wird dagegen in zu geringem Umfang ausgebildet. Die wichtigste Aufgabe von Politik und Wirtschaft muss es daher sein, durch geeignete Aus- und Weiterbildungsangebote und eine bessere Berufswahlvorbereitung die Lücke zwischen Fachkräfteangebot und -nachfrage zu schließen, so der Wirtschaftsminister.
Die größte Nachfrage ergibt sich generell in den Büroberufen (+11.100 Stellen), den Metallberufen (+9.600), bei Hilfsarbeitern (+5.300), Lehrern (+4.900) und in den Reinigungs- und Entsorgungsberufen (+4.300). Auch Ingenieure und Techniker (jeweils +3.300) fallen unter die Berufsgruppen mit hohem Neubedarf. Der Neubedarf entsteht, weil Stellen älterer Beschäftigter, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden, neu besetzt werden müssen. Rückgänge sind dagegen in Land- und Forstwirtschaftsberufen, im Baugewerbe sowie im gesamten Bereich der öffentlichen Verwaltung bzw. der öffentlichen und privaten Dienstleistungen zu erwarten.
Die Studie Entwicklung des Fachkräftebedarfs in Thüringen 2008 ist eine Fortschreibung der in den Jahren 2002, 2004 und 2006 vorgelegten Fachkräftestudien und beschreibt die gegenwärtige und zukünftige Entwicklung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs in den einzelnen Berufsgruppen. Erstmals wurde in diesem Jahr eine Unternehmensbefragung in die Analyse einbezogen. Dazu wurden im Sommer 2008 telefonische Interviews mit den Personalverantwortlichen von ca. 1.000 Thüringer Unternehmen durchgeführt. Wichtige Ergebnisse dieser Befragung lauten:
Viele Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt und Initiativen zur Fachkräftesicherung gestartet, sagte Reinholz. Die Landesregierung werde die Wirtschaft durch Angebote wie Ausbildungspakt und Ausbildungsförderung, die Allianz für Familie und Beruf, Initiativen zur Berufswahlvorbereitung sowie den Unternehmer- und Fachkräfteservice (UFaS) Thüringen tatkräftig bei der Deckung ihres künftigen Fachkräftebedarfs unterstützen.
Autor: nnz/knDieser Nachfrage steht nach wie vor ein zahlenmäßig ausreichend großes Angebot an Fachkräften gegenüber, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) heute in Erfurt bei der Vorstellung der Studie. Das Fachkräftemonitoring des Landes zeige aber auch, in welchen Berufsgruppen künftig Überangebote und Angebotsdefizite zu erwarten sind. Es besteht die Gefahr, dass Angebot und Nachfrage nach Fachkräften auseinanderdriften, sagte Reinholz. Hier muss eine erfolgreiche Fachkräftesicherung frühzeitig gegensteuern.
So gibt es im untersuchten Zeitraum vor allem in den Hotel- und Gaststättenberufen, in den Bauberufen und in den Körperpflegeberufen (z.B. Kosmetikerin, Masseur, Friseurin) ein Überangebot an Arbeitskräften. In technischen Berufen, Bank- und Versicherungsberufen, Berufen der Unternehmensleitung, -beratung und -prüfung, Sicherheits- sowie Reinigungs- und Entsorgungsberufen wird dagegen in zu geringem Umfang ausgebildet. Die wichtigste Aufgabe von Politik und Wirtschaft muss es daher sein, durch geeignete Aus- und Weiterbildungsangebote und eine bessere Berufswahlvorbereitung die Lücke zwischen Fachkräfteangebot und -nachfrage zu schließen, so der Wirtschaftsminister.
Die größte Nachfrage ergibt sich generell in den Büroberufen (+11.100 Stellen), den Metallberufen (+9.600), bei Hilfsarbeitern (+5.300), Lehrern (+4.900) und in den Reinigungs- und Entsorgungsberufen (+4.300). Auch Ingenieure und Techniker (jeweils +3.300) fallen unter die Berufsgruppen mit hohem Neubedarf. Der Neubedarf entsteht, weil Stellen älterer Beschäftigter, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden, neu besetzt werden müssen. Rückgänge sind dagegen in Land- und Forstwirtschaftsberufen, im Baugewerbe sowie im gesamten Bereich der öffentlichen Verwaltung bzw. der öffentlichen und privaten Dienstleistungen zu erwarten.
Die Studie Entwicklung des Fachkräftebedarfs in Thüringen 2008 ist eine Fortschreibung der in den Jahren 2002, 2004 und 2006 vorgelegten Fachkräftestudien und beschreibt die gegenwärtige und zukünftige Entwicklung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs in den einzelnen Berufsgruppen. Erstmals wurde in diesem Jahr eine Unternehmensbefragung in die Analyse einbezogen. Dazu wurden im Sommer 2008 telefonische Interviews mit den Personalverantwortlichen von ca. 1.000 Thüringer Unternehmen durchgeführt. Wichtige Ergebnisse dieser Befragung lauten:
- Ein Drittel der Unternehmen hatte Schwierigkeiten, offene Stellen schnell zu besetzen. Als Gründe wurden eine zu geringe Zahl an Bewerbungen (60 Prozent), unzureichende fachliche (68 Prozent) oder persönliche (47 Prozent) Eignung des Bewerbers, mangelnde Berufserfahrung (47 Prozent) sowie überzogene Gehaltsforderungen (34 Prozent) angegeben. Keine Hinderungsgründe waren dagegen der Standort des Unternehmens, die Arbeitsbedingungen oder das Image der angebotenen Arbeit.
- Zur langfristigen Unternehmensbindung setzen die Unternehmen vor allem auf den Abschluss unbefristeter Arbeitsverträge (84 Prozent), betriebliche Altersvorsorge (69 Prozent) und mehr Familienfreundlichkeit (61 Prozent). Eine Gewinnbeteiligung spielte nur in 24 Prozent der befragten Unternehmen eine Rolle; 13 Prozent bieten ihren Mitarbeitern einen längeren Urlaub an.
- Um die Fachkräftenachfrage auch in Zukunft decken zu können, wollen die Unternehmen in den kommenden fünf Jahren verstärkt in die Ausbildung ihrer eigenen Mitarbeiter investieren (63 Prozent), ältere Arbeitnehmer einstellen (58 Prozent) und die Ausbildung im eigenen Betrieb intensivieren (49 Prozent).
Viele Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt und Initiativen zur Fachkräftesicherung gestartet, sagte Reinholz. Die Landesregierung werde die Wirtschaft durch Angebote wie Ausbildungspakt und Ausbildungsförderung, die Allianz für Familie und Beruf, Initiativen zur Berufswahlvorbereitung sowie den Unternehmer- und Fachkräfteservice (UFaS) Thüringen tatkräftig bei der Deckung ihres künftigen Fachkräftebedarfs unterstützen.

