Do, 20:02 Uhr
04.12.2008
Werben für die Flohburg
Nach dem Rückzieher zum Lindenhof, steht mit der Flohburg in Nordhausen ein weiteres Projekt der Stadtverwaltung auf der politischen Spielliste. Teile des Stadtrates wollen zwar den Erhalt, jedoch keinen Anbau. Jetzt kommt das Rathaus mit einer Argumentationshilfe...
Erstmals kann das Baujahr des Altstadt-MuseumsFlohburg – eines der ältesten Gebäude der Stadt Nordhausen - genau datiert werden: auf das Jahr 1473 / 74. Das haben die jetzt vorliegenden Ergebnisse der vor einigen Monaten vorgenommenen dendrochronologischen Untersuchungen gezeigt, mit deren Hilfe das Schlagjahr der im Dachbodenbereich verbauten Deckenbalken bestimmt werden konnte. Zugleich haben die Untersuchungen Vermutungen bestätigt, dass es sich bei einem Raum in der Flohburg um eine Bohlenstube handelt.
Durch die genaue Datierung des Holzes konnte festgestellt werden, dass die Nordhäuser Bohlenstube als eines der ältesten überlieferten Beispiele dieses Bautyps im Südharz zählt. Sie besitzt für Nordhausen damit als Beleg spätmittelalterlicher Wohnkultur eine herausragende kultur- und kunsthistorische Bedeutung. Diese Ergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit des Erhaltes dieses Gebäudes. Für diesen Erhalt fällt mit der nun beginnenden denkmalgerechte Sanierung der Startschuss, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). Den entsprechenden Beschluss habe der Stadtrat bereits gefällt.
Diese Notwendigkeit des Erhalts bestätigt habe auch der für Nordhausen zuständige Vertreter des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Thomas Nitz, mit dem sie sich vorige Woche im Nordhäuser Rathaus zum Thema Denkmalschutz getroffen habe, so die Oberbürgermeisterin. Nordhausen hat bereits im 2. Weltkrieg den Großteil seiner historischen Bausubstanz verloren und auch aktuell droht wichtigen historischen Gebäuden der Verfall. Deshalb sehe ich uns der Pflicht, einzelne wichtige Ensemble für die Nachwelt zu bewahren. Und auch für die touristische Attraktivität ist unsere Altstadt von besonderer Bedeutung, so die Oberbürgermeisterin weiter. Auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept sei der Erhalt und die Entwicklung der Altstadt ausdrücklich betont worden.
Mit einer Spannweite von ca. 11 Metern und einer Höhe von 8,40 Meter gehört die in der `Flohburg´ untersuchte Dachkonstruktion zu den größeren Nordhäuser Bürgerhausdächern aus der Zeit vor 1800, sagte Susanne Hinsching, Denkmalschutzbeauftragte der Stadt Nordhausen, zu den dendrochronologischen Untersuchungsergebnissen, für die ein Fachmann im September Proben aus dem Holz entnommen hatte. Als genaue Datierung konnte die Schlagphase, also der Zeitraum in dem das Holz gefällt worden ist, exakt für 1473/74 zugewiesen werden. Das Fachwerkgefüge und die Dachkonstruktion zählen neben dem heute fast vollständig erneuerten mittelalterlichen Dachwerk der Kirche St. Blasii zu den ältesten erhaltenen Holzkonstruktionen Nordhausens.
Mit der Holzkonstruktion des Daches wurden auch die Stämme der profilierten Holzdecke in der `Stube´ des Zwischengeschosses geschlagen. Ihr Holzalter beträgt zwischen 41 und 72 Jahren. Im Unterschied zu den gebeilten Hölzern der Dachkonstruktion wurden diese zu Halbhölzern gesägt und an der Unterseite profiliert. Umlaufend wird die Decke von einem einfach profilierten mächtigen Balkenkranz getragen, erklärte Frau Hinsching weiter.
Die Untersuchung habe auch die Vermutung bestätigt, dass es sich bei diesem Raum um eine so genannte Bohlenstube handle, bei der ursprünglich auch die Wände mit Holz verkleidet waren. Diese Holzverkleidung sei jedoch nicht mehr erhalten. Ähnliche Bohlenstuben gibt es z.B. in Stolberg/Harz oder Sangerhausen. Als rauchfreier, beheizbarer Raum bildete sie früher den wohnlichsten und zugleich repräsentativsten Raum des Hauses.
Ab nächstem Jahr ist die umfangreiche Sanierung dieses städtischen Gebäudes vorgesehen, bei der auch dieser besondere Raum denkmalgerecht wiederhergestellt werden wird.
Autor: nnzErstmals kann das Baujahr des Altstadt-MuseumsFlohburg – eines der ältesten Gebäude der Stadt Nordhausen - genau datiert werden: auf das Jahr 1473 / 74. Das haben die jetzt vorliegenden Ergebnisse der vor einigen Monaten vorgenommenen dendrochronologischen Untersuchungen gezeigt, mit deren Hilfe das Schlagjahr der im Dachbodenbereich verbauten Deckenbalken bestimmt werden konnte. Zugleich haben die Untersuchungen Vermutungen bestätigt, dass es sich bei einem Raum in der Flohburg um eine Bohlenstube handelt.
Durch die genaue Datierung des Holzes konnte festgestellt werden, dass die Nordhäuser Bohlenstube als eines der ältesten überlieferten Beispiele dieses Bautyps im Südharz zählt. Sie besitzt für Nordhausen damit als Beleg spätmittelalterlicher Wohnkultur eine herausragende kultur- und kunsthistorische Bedeutung. Diese Ergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit des Erhaltes dieses Gebäudes. Für diesen Erhalt fällt mit der nun beginnenden denkmalgerechte Sanierung der Startschuss, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). Den entsprechenden Beschluss habe der Stadtrat bereits gefällt.
Diese Notwendigkeit des Erhalts bestätigt habe auch der für Nordhausen zuständige Vertreter des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Thomas Nitz, mit dem sie sich vorige Woche im Nordhäuser Rathaus zum Thema Denkmalschutz getroffen habe, so die Oberbürgermeisterin. Nordhausen hat bereits im 2. Weltkrieg den Großteil seiner historischen Bausubstanz verloren und auch aktuell droht wichtigen historischen Gebäuden der Verfall. Deshalb sehe ich uns der Pflicht, einzelne wichtige Ensemble für die Nachwelt zu bewahren. Und auch für die touristische Attraktivität ist unsere Altstadt von besonderer Bedeutung, so die Oberbürgermeisterin weiter. Auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept sei der Erhalt und die Entwicklung der Altstadt ausdrücklich betont worden.
Mit einer Spannweite von ca. 11 Metern und einer Höhe von 8,40 Meter gehört die in der `Flohburg´ untersuchte Dachkonstruktion zu den größeren Nordhäuser Bürgerhausdächern aus der Zeit vor 1800, sagte Susanne Hinsching, Denkmalschutzbeauftragte der Stadt Nordhausen, zu den dendrochronologischen Untersuchungsergebnissen, für die ein Fachmann im September Proben aus dem Holz entnommen hatte. Als genaue Datierung konnte die Schlagphase, also der Zeitraum in dem das Holz gefällt worden ist, exakt für 1473/74 zugewiesen werden. Das Fachwerkgefüge und die Dachkonstruktion zählen neben dem heute fast vollständig erneuerten mittelalterlichen Dachwerk der Kirche St. Blasii zu den ältesten erhaltenen Holzkonstruktionen Nordhausens.
Mit der Holzkonstruktion des Daches wurden auch die Stämme der profilierten Holzdecke in der `Stube´ des Zwischengeschosses geschlagen. Ihr Holzalter beträgt zwischen 41 und 72 Jahren. Im Unterschied zu den gebeilten Hölzern der Dachkonstruktion wurden diese zu Halbhölzern gesägt und an der Unterseite profiliert. Umlaufend wird die Decke von einem einfach profilierten mächtigen Balkenkranz getragen, erklärte Frau Hinsching weiter.
Die Untersuchung habe auch die Vermutung bestätigt, dass es sich bei diesem Raum um eine so genannte Bohlenstube handle, bei der ursprünglich auch die Wände mit Holz verkleidet waren. Diese Holzverkleidung sei jedoch nicht mehr erhalten. Ähnliche Bohlenstuben gibt es z.B. in Stolberg/Harz oder Sangerhausen. Als rauchfreier, beheizbarer Raum bildete sie früher den wohnlichsten und zugleich repräsentativsten Raum des Hauses.
Ab nächstem Jahr ist die umfangreiche Sanierung dieses städtischen Gebäudes vorgesehen, bei der auch dieser besondere Raum denkmalgerecht wiederhergestellt werden wird.



