Di, 15:23 Uhr
02.12.2008
Der Wetterrückblick Nordhausen
Erst angenehm mild, dann immer kühler. So präsentierte sich der Schmuddelmonat November den Nordhäusern. Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp von der FHN kennt die Einzelheiten.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: nnz)
Der Nordhäuser November weist wie viele andere Regionen in Deutschland große Temperaturschwankungen auf. Das korrigierte Monatsmittel der Lufttemperatur liegt mit 4,8°C leicht über dem 30-jährigen Mittel von 3,8°C. Das erste Monatsdrittel war jedoch mit 13,9°C Durchschnittstemperatur sehr warm und entsprach den Temperaturen im September und Oktober des Jahres 2008.
Dann kam es aufgrund der zunehmenden Strömungen kalter Luftmassen aus Nordwesten bzw. Norden zu einer deutlichen Abkühlung. Die zweite Monatshälfte brachte es gerade einmal auf 3,5°C im Mittel. Betrachtet man die Tageswerte, so wurde am 10. November immerhin 16,2 °C als Maximalwert gemessen. In der darauf folgenden Nacht sank das Thermometer nicht unter 13°C. Ganz anders der 24. November: Der Maximalwert lag mit 1,5°C knapp über dem Gefrierpunkt. Die Nacht zum 25. November war dann sehr kalt: -5,9°C zeigte das Thermometer der Campus-Station.
Verglichen mit den Jahren 2006 und 2007 war dies die kälteste Nacht, die bisher im November an der Fachhochschule gemessen wurde. Im November 2008 gab es keine Tage mit Dauerfrost, aber immerhin acht Tage mit Temperaturen unter 0°C. Im Jahr 2007 gab es nur 5 und in 2006 nur 3 Frosttage. Eistage wurden in keinem Jahr registriert.
Deutet sich ein kühlerer Winter an?
Die Sonne zeigte sich 21 Stunden am Himmel über Nordhausen, also weniger als 1 Stunde pro Tag. Astronomisch möglich wären immerhin 270 Stunden. Aus langjährigen Messwerten von Herrn Tauchmann ergibt sich eine Sonnenschein-Wahrscheinlichkeit für den November von 18%. In diesem Jahr wurde die 10%-Marke nicht überschritten. Im Jahr 2006 schien die Sonne übrigens rund 75 Stunden. Die Sonnenschein-Wahrscheinlichkeit liegt in unseren gemäßigten Breiten niemals bei 100%, sie schwankt in den Wintermonaten zwischen 10 und 20%, im Sommer können knapp 50% erreicht werden.
Die durchschnittliche Sonnenschein-Wahrscheinlichkeit der Jahre 2006 bis 2008 ist im Vergleich zu dem 25-jährigen Mittel von 31 % um 5% angestiegen. Betrachtet man das Jahr 2008, so ist die mittlere Sonnenscheindauer bereits Ende November um 30 Stunden überschritten, obwohl die vergangenen fünf Monate jeweils unter den langjährigen Summenwerten lagen. Die Monate Februar, Mai und Juni spendeten in 2008 dafür überdurchschnittlich viel Sonne.
Nach dem vergangenen sehr feuchten Jahr 2007 mit einer Jahresniederschlagssumme von 808 mm scheint dieses Jahr, vergleichbar mit dem Trend umliegender Stationen des Deutschen Wetterdienstes, ein eher trockenes Jahr zu werden. Bisher wurden 435 l/m² gesammelt, was den Werten aus Erfurt und Leipzig für den betrachteten Zeitraum ziemlich genau entspricht. Das langjährige Mittel liegt mit rund 600 l/m² genau zwischen dem trockenen Jahr 2006 mit 420 mm und dem feuchten Jahr 2007.
Wagen wir zum Schluss einen kleinen Ausblick in den Dezember. Nach Angaben des US-amerikanischen National Weather Service ist die Wahrscheinlichkeit für kalte Weihnachten in Europa in diesem Jahr höher als in den vergangenen zwei Jahren. Der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt dürfte also schmecken und aufwärmen. Die aktuellen Prognosen der Niederschläge zeigen derzeit einen eher trockenen Dezember, was die Autofahrer unter uns freuen dürfte. Aber der Schlitten wird wohl eher im Keller bleiben.
Autor: nnz
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp (Foto: nnz)
Der Nordhäuser November weist wie viele andere Regionen in Deutschland große Temperaturschwankungen auf. Das korrigierte Monatsmittel der Lufttemperatur liegt mit 4,8°C leicht über dem 30-jährigen Mittel von 3,8°C. Das erste Monatsdrittel war jedoch mit 13,9°C Durchschnittstemperatur sehr warm und entsprach den Temperaturen im September und Oktober des Jahres 2008. Dann kam es aufgrund der zunehmenden Strömungen kalter Luftmassen aus Nordwesten bzw. Norden zu einer deutlichen Abkühlung. Die zweite Monatshälfte brachte es gerade einmal auf 3,5°C im Mittel. Betrachtet man die Tageswerte, so wurde am 10. November immerhin 16,2 °C als Maximalwert gemessen. In der darauf folgenden Nacht sank das Thermometer nicht unter 13°C. Ganz anders der 24. November: Der Maximalwert lag mit 1,5°C knapp über dem Gefrierpunkt. Die Nacht zum 25. November war dann sehr kalt: -5,9°C zeigte das Thermometer der Campus-Station.
Verglichen mit den Jahren 2006 und 2007 war dies die kälteste Nacht, die bisher im November an der Fachhochschule gemessen wurde. Im November 2008 gab es keine Tage mit Dauerfrost, aber immerhin acht Tage mit Temperaturen unter 0°C. Im Jahr 2007 gab es nur 5 und in 2006 nur 3 Frosttage. Eistage wurden in keinem Jahr registriert.
Deutet sich ein kühlerer Winter an?
Die Sonne zeigte sich 21 Stunden am Himmel über Nordhausen, also weniger als 1 Stunde pro Tag. Astronomisch möglich wären immerhin 270 Stunden. Aus langjährigen Messwerten von Herrn Tauchmann ergibt sich eine Sonnenschein-Wahrscheinlichkeit für den November von 18%. In diesem Jahr wurde die 10%-Marke nicht überschritten. Im Jahr 2006 schien die Sonne übrigens rund 75 Stunden. Die Sonnenschein-Wahrscheinlichkeit liegt in unseren gemäßigten Breiten niemals bei 100%, sie schwankt in den Wintermonaten zwischen 10 und 20%, im Sommer können knapp 50% erreicht werden.
Die durchschnittliche Sonnenschein-Wahrscheinlichkeit der Jahre 2006 bis 2008 ist im Vergleich zu dem 25-jährigen Mittel von 31 % um 5% angestiegen. Betrachtet man das Jahr 2008, so ist die mittlere Sonnenscheindauer bereits Ende November um 30 Stunden überschritten, obwohl die vergangenen fünf Monate jeweils unter den langjährigen Summenwerten lagen. Die Monate Februar, Mai und Juni spendeten in 2008 dafür überdurchschnittlich viel Sonne.
Nach dem vergangenen sehr feuchten Jahr 2007 mit einer Jahresniederschlagssumme von 808 mm scheint dieses Jahr, vergleichbar mit dem Trend umliegender Stationen des Deutschen Wetterdienstes, ein eher trockenes Jahr zu werden. Bisher wurden 435 l/m² gesammelt, was den Werten aus Erfurt und Leipzig für den betrachteten Zeitraum ziemlich genau entspricht. Das langjährige Mittel liegt mit rund 600 l/m² genau zwischen dem trockenen Jahr 2006 mit 420 mm und dem feuchten Jahr 2007.
Wagen wir zum Schluss einen kleinen Ausblick in den Dezember. Nach Angaben des US-amerikanischen National Weather Service ist die Wahrscheinlichkeit für kalte Weihnachten in Europa in diesem Jahr höher als in den vergangenen zwei Jahren. Der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt dürfte also schmecken und aufwärmen. Die aktuellen Prognosen der Niederschläge zeigen derzeit einen eher trockenen Dezember, was die Autofahrer unter uns freuen dürfte. Aber der Schlitten wird wohl eher im Keller bleiben.

