Sa, 16:31 Uhr
29.11.2008
Derby: Serie steht
Wacker Nordhausen bleibt auch nach dem Nordthüringen-Derby in der Thüringen-Liga weiter ungeschlagen. Doch ob es auch für einen Sieg der Nordhäuser gegen die Eintracht aus Sondershausen reichte? Die Antwort gibt es mit nur einem sportlichen Klick...
Eigentlich hätte Schiedsrichter Lothar Kruse das Spiel nach einer Viertelstunde abpfeifen können. Nach 14 Minuten stand es vor knapp 900 Zuschauern im Albert-Kuntz-Sportpark bereits 1:1. Wacker wollte sofort zeigen, wer im AKS der Hausherr ist. In der 7. Minute geht Stephan Hoffmann rechts bis fast zur Grundlinie durch, flankt in den Strafraum und Torsten Klaus kommt zum Kopfball – leider schießt das Leder über das Tor. Dann die 11. Minute. Thomas Hurt mit einem 25-Meter-Freistoss über die Mauer der Gäste, Torwart Menzel greift daneben, der Ball klatscht erst an die Querlatte, kommt dann vor der Torlinie auf, doch Hauke Lattmann staubt per Kopf an – Nordhausen führt 1:0.
Die Freude beim Nordhäuser Anhang währt lediglich drei Minuten. Der Sondershäuser Ausgleich nimmt seinen Anfang bei einem Fehler von René Taute, der verliert den Ball, es gibt Eckstoß. Zuerst köpft Daniel Rasch den Ball aufs Tor, Lars Greschke kann noch abwehren, doch Sebastian Caspar steht wieder einmal goldrichtig und versenkt die Kugel zum Ausgleich.
Es sind die Ungenauigkeiten, die Wackers Spielfluß zunehmend hemmen. Klar – die Nordhäuser sind geschockt, doch sie reißen die Initiative sofort wieder an sich. Torsten Klaus` Eckball tanzt auf der Querlatte (25.), Sven Pistorius schießt aus zehn Meter drüber (27.) und eine Flanke von Lars Pohl kann Lattmann nicht verwerten (35.) Dann kommt die Eintracht, doch die gefährliche Situation durch Caspar in der 43. Minute bringt ebenfalls nichts.
Die zweite Halbzeit ist gerade erst vier Minuten jung, da herrscht im Wacker-Strafraum Alarmstimmung. Aus dem Gewühl heraus kann sich Gresche den Ball dann doch noch kapern, die Sondershäuser wollen ein Handspiel eines Nordhäusers gesehen haben. Sie protestieren lautstark, Kruse lässt weiterspielen.
Abschiedsspiel in Nordhausen? (Foto: nnz)
In der 65. Minute lässt Wackertrainer Burkhardt Venth auswechseln. Für Lattmann kommt Jacek Ciesla, doch dessen erster Langzeiteinsatz bringt nicht die erhoffte Ruhe und Ordnung ins Wacker-Spiel. Vielleicht ist der Pole mit seinen Gedanken schon weit weg von Nordhausen. Im Fan-Block wird gemunkelt, dass er Ende des Jahres Nordhausen verlassen werde. Er soll zwei Angebote bereits haben.
Obwohl Wacker optisch überlegen ist, es sind da wieder die vielen Abspielfehler, vor allem bei Alexander Töpfer, die wiederum die Gäste aus Sondershausen gefährlich vor`s Greschke-Tor kommen lassen. Der Nordhäuser Schlussmann hätte beinahe für einen Aufreger gesorgt, als Kevin Schenke aus 30 Meter den Ball in Richtung Wacker-Tor schickt, wohlwissend, dass der Ex-Sondershäuser für seine Ausflüge im und außerhalb des Strafraums bekannt ist. Doch Greschke kann den Ball mit den Fingerspitzen über das Tor lenken.
Venth wechselt die Steinberg-Zwillinge ein. Tino kommt für den verletzten Sven Pistorius (76), Nico für Daniel Wiegleb (87.). Am Resultat ändert sich nichts, es bleibt beim gerechten Unentschieden. Die Zuschauer sahen beim letzten Heimspiel von Wacker Nordhausen in diesem Jahr ein – im Großen und Ganzen – faires Spiel.
Vielleicht waren beide Teams an diesem naßkalten Samstag auf dem schweren Boden auch mit der Punkteteilung zufrieden. Wacker jedenfalls bleibt in dieser Saison weiterhin ungeschlagen und wird in der Tabelle vor der Sondershäuser Eintracht als die Fußballmacht in Nordthüringen überwintern.
Peter-Stefan Greiner
Lutz Balßuweit (BSV Eintracht Sondershausen):
Ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Wir wollten hier mutiger spielen. Die Brisanz des Derbys konnte ich bei meinen Jungs vor dem Spiel nicht kleinreden. Das 1:0 muss ich ganz klar Daniel Menzel ankreiden. Das darf einem so erfahrenen Torhüter nicht passieren. Aber wir haben postwendend ausgeglichen und in der ersten Halbzeit sahen wir ein verteiltes Spiel. Die Chancenvorteile lagen bei uns, wenn ich nur an Caspars Lattenknaller denke. Menzel musste nicht einmal eingreifen. Alles in allem ein faires Spiel mit einem gerechten Resultat.
Burkhard Venth (FSV Wacker 90 Nordhausen):
Wir wollten hier natürlich gewinnen. Aber ich bin im Nachhinein nicht enttäuscht vom Spiel. Es war von Kampf und Taktik geprägt. Den Ausgleich haben wir uns sehr leichtfertig eingefangen und in der Folge unsere Möglichkeiten nicht richtig ausgespielt und bei der einen oder anderen Situation Pech gehabt. Sondershausen stand in der zweiten Halbzeit sehr tief und wir wollten nach vorn, da besteht immer die Gefahr, sich einen Konter einzufangen. Es war ein gerechtes Unentschieden. Den Derbycharakter kriegt man bei den Jungs nicht raus und wir wollten das auch nicht. Für uns war es das Spiel des Jahres bei der geballten Tradition, die da aufeinander trifft. Steven Ebert hat uns im Mittelfeld schmerzlich gefehlt.
Autor: nnz/knEigentlich hätte Schiedsrichter Lothar Kruse das Spiel nach einer Viertelstunde abpfeifen können. Nach 14 Minuten stand es vor knapp 900 Zuschauern im Albert-Kuntz-Sportpark bereits 1:1. Wacker wollte sofort zeigen, wer im AKS der Hausherr ist. In der 7. Minute geht Stephan Hoffmann rechts bis fast zur Grundlinie durch, flankt in den Strafraum und Torsten Klaus kommt zum Kopfball – leider schießt das Leder über das Tor. Dann die 11. Minute. Thomas Hurt mit einem 25-Meter-Freistoss über die Mauer der Gäste, Torwart Menzel greift daneben, der Ball klatscht erst an die Querlatte, kommt dann vor der Torlinie auf, doch Hauke Lattmann staubt per Kopf an – Nordhausen führt 1:0.
Die Freude beim Nordhäuser Anhang währt lediglich drei Minuten. Der Sondershäuser Ausgleich nimmt seinen Anfang bei einem Fehler von René Taute, der verliert den Ball, es gibt Eckstoß. Zuerst köpft Daniel Rasch den Ball aufs Tor, Lars Greschke kann noch abwehren, doch Sebastian Caspar steht wieder einmal goldrichtig und versenkt die Kugel zum Ausgleich.
Es sind die Ungenauigkeiten, die Wackers Spielfluß zunehmend hemmen. Klar – die Nordhäuser sind geschockt, doch sie reißen die Initiative sofort wieder an sich. Torsten Klaus` Eckball tanzt auf der Querlatte (25.), Sven Pistorius schießt aus zehn Meter drüber (27.) und eine Flanke von Lars Pohl kann Lattmann nicht verwerten (35.) Dann kommt die Eintracht, doch die gefährliche Situation durch Caspar in der 43. Minute bringt ebenfalls nichts.
Die zweite Halbzeit ist gerade erst vier Minuten jung, da herrscht im Wacker-Strafraum Alarmstimmung. Aus dem Gewühl heraus kann sich Gresche den Ball dann doch noch kapern, die Sondershäuser wollen ein Handspiel eines Nordhäusers gesehen haben. Sie protestieren lautstark, Kruse lässt weiterspielen.
Abschiedsspiel in Nordhausen? (Foto: nnz)
In der 65. Minute lässt Wackertrainer Burkhardt Venth auswechseln. Für Lattmann kommt Jacek Ciesla, doch dessen erster Langzeiteinsatz bringt nicht die erhoffte Ruhe und Ordnung ins Wacker-Spiel. Vielleicht ist der Pole mit seinen Gedanken schon weit weg von Nordhausen. Im Fan-Block wird gemunkelt, dass er Ende des Jahres Nordhausen verlassen werde. Er soll zwei Angebote bereits haben.Obwohl Wacker optisch überlegen ist, es sind da wieder die vielen Abspielfehler, vor allem bei Alexander Töpfer, die wiederum die Gäste aus Sondershausen gefährlich vor`s Greschke-Tor kommen lassen. Der Nordhäuser Schlussmann hätte beinahe für einen Aufreger gesorgt, als Kevin Schenke aus 30 Meter den Ball in Richtung Wacker-Tor schickt, wohlwissend, dass der Ex-Sondershäuser für seine Ausflüge im und außerhalb des Strafraums bekannt ist. Doch Greschke kann den Ball mit den Fingerspitzen über das Tor lenken.
Venth wechselt die Steinberg-Zwillinge ein. Tino kommt für den verletzten Sven Pistorius (76), Nico für Daniel Wiegleb (87.). Am Resultat ändert sich nichts, es bleibt beim gerechten Unentschieden. Die Zuschauer sahen beim letzten Heimspiel von Wacker Nordhausen in diesem Jahr ein – im Großen und Ganzen – faires Spiel.
Vielleicht waren beide Teams an diesem naßkalten Samstag auf dem schweren Boden auch mit der Punkteteilung zufrieden. Wacker jedenfalls bleibt in dieser Saison weiterhin ungeschlagen und wird in der Tabelle vor der Sondershäuser Eintracht als die Fußballmacht in Nordthüringen überwintern.
Peter-Stefan Greiner
Trainerstimmen
Lutz Balßuweit (BSV Eintracht Sondershausen):
Ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Wir wollten hier mutiger spielen. Die Brisanz des Derbys konnte ich bei meinen Jungs vor dem Spiel nicht kleinreden. Das 1:0 muss ich ganz klar Daniel Menzel ankreiden. Das darf einem so erfahrenen Torhüter nicht passieren. Aber wir haben postwendend ausgeglichen und in der ersten Halbzeit sahen wir ein verteiltes Spiel. Die Chancenvorteile lagen bei uns, wenn ich nur an Caspars Lattenknaller denke. Menzel musste nicht einmal eingreifen. Alles in allem ein faires Spiel mit einem gerechten Resultat.
Burkhard Venth (FSV Wacker 90 Nordhausen):
Wir wollten hier natürlich gewinnen. Aber ich bin im Nachhinein nicht enttäuscht vom Spiel. Es war von Kampf und Taktik geprägt. Den Ausgleich haben wir uns sehr leichtfertig eingefangen und in der Folge unsere Möglichkeiten nicht richtig ausgespielt und bei der einen oder anderen Situation Pech gehabt. Sondershausen stand in der zweiten Halbzeit sehr tief und wir wollten nach vorn, da besteht immer die Gefahr, sich einen Konter einzufangen. Es war ein gerechtes Unentschieden. Den Derbycharakter kriegt man bei den Jungs nicht raus und wir wollten das auch nicht. Für uns war es das Spiel des Jahres bei der geballten Tradition, die da aufeinander trifft. Steven Ebert hat uns im Mittelfeld schmerzlich gefehlt.




