Mi, 14:09 Uhr
10.07.2002
Betrachtet: Sommerpausen-Theater
Nordhausen (nnz). Die Gesellschafter der Theater GmbH haben keinen Beschluß gefasst. Nun soll das Land moderieren. Dazu eine nnz-Betrachtung.
Das war doch abzusehen. Man will den großen politischen Frieden zwischen Nordhausen und Sondershausen nicht gefährden. Auch vielleicht aus diesem Grund hat sich heute der Minderheitsgesellschafter gegen den Mehrheitsgesellschafter durchgesetzt - der Gesellschaftervertrag macht es möglich. In dem steht geschrieben, dass keine strategische Entscheidung ohne die Zustimmung von Nordhausen und Sondershausen getroffen werden kann. Da hat das Votum des Nordhäuser Stadtrates kaum Chancen in den Aufsichtsgremien umgesetzt zu werden. Auch deshalb klingt aus den Worten von Oberbürgermeisterin Rinke Unzufriedenheit heraus. Keine Entscheidung ist deshalb mehr ein Sieg der Sondershäuser.
Nun soll das Land moderieren. Die Ministerialen in Erfurt hätten den besten Überblick über die Thüringer Theater- und Orchesterlandschaft. Kann man sich einen solchen Überblick nicht auch selbst in den Kreisen der Gesellschafter verschaffen? Weiß man nicht, was derzeit im Ländle abgeht? Telefoniert man nicht mit Meiningen, Rudolstadt oder Eisenach? Warum spricht Ministerpräsident Bernhard Vogel offen von einem künftigen Schauspieldefizit? Erhofft man sich aus Erfurt nach dem 21. Juli einen Fingerzeig? Was aber, wenn die Pakete in den anderen Theater-Regionen gepackt und verschnürt sind? Was bleibt dann für den Norden übrig?
Es sind mit der heutigen Nicht-Entscheidung mehr Fragen offen geblieben, als diese beantwortet wurden. In Nordhausen hängt man weiter in der Luft, in der Sommerpause. Jetzt ist erst einmal Urlaub angesagt - im Theater und in der kommunalen Politik. Wer aber denkt, durch die heutige Sitzung sei der Erhalt der GmbH gesichert, der täuscht sich vermutlich. Auch in diesem Falle gilt wohl: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzDas war doch abzusehen. Man will den großen politischen Frieden zwischen Nordhausen und Sondershausen nicht gefährden. Auch vielleicht aus diesem Grund hat sich heute der Minderheitsgesellschafter gegen den Mehrheitsgesellschafter durchgesetzt - der Gesellschaftervertrag macht es möglich. In dem steht geschrieben, dass keine strategische Entscheidung ohne die Zustimmung von Nordhausen und Sondershausen getroffen werden kann. Da hat das Votum des Nordhäuser Stadtrates kaum Chancen in den Aufsichtsgremien umgesetzt zu werden. Auch deshalb klingt aus den Worten von Oberbürgermeisterin Rinke Unzufriedenheit heraus. Keine Entscheidung ist deshalb mehr ein Sieg der Sondershäuser.
Nun soll das Land moderieren. Die Ministerialen in Erfurt hätten den besten Überblick über die Thüringer Theater- und Orchesterlandschaft. Kann man sich einen solchen Überblick nicht auch selbst in den Kreisen der Gesellschafter verschaffen? Weiß man nicht, was derzeit im Ländle abgeht? Telefoniert man nicht mit Meiningen, Rudolstadt oder Eisenach? Warum spricht Ministerpräsident Bernhard Vogel offen von einem künftigen Schauspieldefizit? Erhofft man sich aus Erfurt nach dem 21. Juli einen Fingerzeig? Was aber, wenn die Pakete in den anderen Theater-Regionen gepackt und verschnürt sind? Was bleibt dann für den Norden übrig?
Es sind mit der heutigen Nicht-Entscheidung mehr Fragen offen geblieben, als diese beantwortet wurden. In Nordhausen hängt man weiter in der Luft, in der Sommerpause. Jetzt ist erst einmal Urlaub angesagt - im Theater und in der kommunalen Politik. Wer aber denkt, durch die heutige Sitzung sei der Erhalt der GmbH gesichert, der täuscht sich vermutlich. Auch in diesem Falle gilt wohl: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Peter-Stefan Greiner


