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Mi, 13:06 Uhr
10.07.2002

Zwei Beschlüsse gehen auf die Reise

Nordhausen (nnz). Wie geht es weiter mit dem Nordhäuser Theater? Diese Frage wollten heute die Gesellschafter der GmbH während einer außerordentlichen Sitzung beantworten. nnz hat für Sie die Antwort gefunden.
Neu: Statement von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD).


Eigentlich wollten Landrat Joachim Claus und der Sondershäuser Bürgermeister Joachim Kreyer (beide CDU) nach der Gesellschaftersitzung vom Rathaus ins Landratsamt eilen. Dort wartete bereits eine Prioritätenliste für den Straßenbau auf die Kommunalpolitiker. Doch die „Theater-Sache“ dauerte länger, als eigentlich im Zeitrahmen vorgesehen war. Bedauerlich vor allem für die Kollegen des Fernsehens, die harrten im Rathaus bereits seit 8 Uhr aus.

Erst kurz nach 10 Uhr hatten sich die vier Gesellschafter auf ein Ergebnis geeinigt. Zu einem Beschluß waren sie (wieder) nicht fähig. Stattdessen wurde ein Kompromiß gefunden. Der sieht nach nnz-Informationen eine Moderation des Landes Thüringen vor. Moderiert werden sollen zwei Beschlüsse. Der eine, der des Aufsichtsrates, sieht die Schließung des Schauspiels vor. Der andere, der Beschluß des Stadtrates, ist hinlänglich bekannt und diskutiert worden.

Der Landrat des Kyffhäuserkreises, Peter Hengstermann (CDU), zeigte sich erfreut über das Ergebnis. Letztlich konnte sich der Hauptgesellschafter (Stadt Nordhausen) nicht durchsetzen. Hengstermann gewinnt diesem Umstand eine versöhnliche Note ab. „Wir haben die Klammer um beide Landkreise, die als erste geschlossen wurde, nicht aufgebrochen. Schließlich war das Zusammengehen beider Regionen in die GmbH auch wie ein Signal für viele andere gemeinsame Aktivitäten“, so Hengstermann gegenüber der nnz.

„Wir werden jetzt allerdings nicht zum Land gehen und sagen: 'Entscheide Du mal'. Vielmehr setzen wir auf eine Unterstützung aus Erfurt. Die ist insofern vorteilhaft, nützlich und sinnvoll, da beim Kunst-Ministerium auch die Konzepte anderer Bühnen und Orchester eingehen werden. Das Land hat damit einen entsprechenden Überblick, kann koordinierend wirken und entsprechende Anregungen geben“, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) der nnz und führte weiter aus: „Wir brauchen diese Moderation. Denn verständlicherweise hat die Stadt Sondershausen ein starkes Interesse am Erhalt des Loh-Orchesters und wir als Stadt Nordhausen am Erhalt des Schauspiels - auch mit Blick auf Nordhausen als Hochschulstandort. Wird das Schauspiel abgebaut, fehlen im Spielplan immerhin zirka 150 Aufführungen. Das ist nur schwer durch einen Zukauf zu ersetzen. Das Haus müsste häufiger geschlossen bleiben. Und auch ein geschlossenes Haus kostet viel Geld. Die Schließung des Schauspiels hätte darüber hinaus nur bis 2006 finanzielle Entlastungen gebracht und nicht, wie anvisiert, bis 2008.“

Die Stadt Nordhausen sei dem Land dankbar, dass es stets und immer zuverlässig das Theater unterstützt habe. Allerdings sein Nordhausen - weit entfernt von anderen Bühnen - der einzige Theaterstandort in der ganzen Region Nordthüringen, so Rinke. „Ich bin mit dem Ausgang der Gesellschafterversammlung einerseits unzufrieden, andererseits aber auch zufrieden: Ich bin nicht zufrieden, weil wir uns nicht auf ein Konzept einigen konnten, das wir dem Land vorschlagen können. Zufrieden, weil wir als GmbH zusammenbleiben. Theater und Orchester sind eine wichtige Klammer für die gesamte Region Nordthüringen“, meinte die Nordhäuser Oberbürgermeisterin abschließend zur nnz.
Autor: nnz

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