Sa, 17:15 Uhr
02.12.2000
Demo-Fazit: Nordhausen bleibt auch weiterhin eine "typische Ostkleinstadt"
Nordhausen (nnz). Die wichtigste Nachricht vornweg: Die antifaschistische Demonstration in Nordhausen ist friedlich verlaufen. Für die Autonome Antifa Südharz (AAS) blieb am Ende als Fazit nur noch übrig: "In Nordhausen kann man auch heute noch den Mief eine 1000jährigen Kleinstadt riechen!" Ob da auch ein bisschen Frust aus diesem Resümee herauszuhören war, soll an dieser Stelle nicht eingeschätzt werden, das müssen Aufrufer und Veranstalter gemeinsam tun.
Nordhausen erlebte jedenfalls eine Polizeipräsenz wie nie zuvor. Doch das soll nicht als negativ beurteilt werden. Angesichts eines solchen Aufgebotes der Staatsmacht war wohl allen Autonomen der Spaß an Krawallen vergangen. Zwei Stunden lang wälzte sich der Zug von 650 Teilnehmern durch die Nordhäuser Innenstadt. Die Veranstalter sprachen mal von 1.600, dann von 1.300 und schließlich von über 1.000 Menschen. Die "radikalen Systemgegner" skandierten dann auch wohl bekannte Sprechchöre.
Mehr oder weniger prominente Politiker sprachen während der Demo. So unterstrich die SPD-Europaabgeordnete Margot Keßler angesichts von Brandanschlägen und rechtsextremer Gewalt die Notwendigkeit dieser Demo. Den recht jungen Demonstranten war das allerdings zu harmlos, Frau Keßler wurde niedergebrüllt. Hoch lebe die Toleranz!!! PDS-Landesvorsitzender Hausold forderte die Nordhäuser unentwegt auf, sich der Demo anzuschließen. Taten die aber nicht, vielmehr gab es mehrfach Kopfschütteln über die "Chaoten", wie es ein Nordhäuser ausdrückte.
Was bleibt, war ein Samstagnachmittag mit einer Demonstration, die nicht einen Bruchteil von dem Inhalt vorweisen konnte, wie es die Kundgebung der Nordhäuser im vergangenen Monat darstellte. Eine Gemeinsamkeit gab es dennoch: Das bekannte Transparent "Leitkultur der CDU hat eine braune Spur" tauchte als wesentlicher Beitrag der Nordhäuser Linken wieder auf. Außerdem: Radikale Sprüche einer radikalen Minderheit unter Göttinger Anleitung "gegen den Rest der Welt" und - beinahe untergegangen aber selbstverständlich - gegen den Kapitalismus. Die, die das brüllten, waren dann zum großen Teil gerade der Konfirmation oder der Jugendweihe entkommen und hätten an diesem sonnigen Dezembernachmittag wohl eher zur Teenie-Disko gehen sollen.
Ein Lob an dieser Stelle der Polizei und dem Veranstalter gleichermaßen. Deren Zusammenarbeit im Vorfeld und während der Demo hatte einen entscheidenden Anteil, dass Nordhausen auch nach 16 Uhr das blieb, was es vorher war: Eine friedliche Stadt mit friedlichen Menschen, auch wenn es für "Göttinger Verhältnisse" eine typische Ostkleinstadt bleiben wird.
Autor: psgNordhausen erlebte jedenfalls eine Polizeipräsenz wie nie zuvor. Doch das soll nicht als negativ beurteilt werden. Angesichts eines solchen Aufgebotes der Staatsmacht war wohl allen Autonomen der Spaß an Krawallen vergangen. Zwei Stunden lang wälzte sich der Zug von 650 Teilnehmern durch die Nordhäuser Innenstadt. Die Veranstalter sprachen mal von 1.600, dann von 1.300 und schließlich von über 1.000 Menschen. Die "radikalen Systemgegner" skandierten dann auch wohl bekannte Sprechchöre.
Mehr oder weniger prominente Politiker sprachen während der Demo. So unterstrich die SPD-Europaabgeordnete Margot Keßler angesichts von Brandanschlägen und rechtsextremer Gewalt die Notwendigkeit dieser Demo. Den recht jungen Demonstranten war das allerdings zu harmlos, Frau Keßler wurde niedergebrüllt. Hoch lebe die Toleranz!!! PDS-Landesvorsitzender Hausold forderte die Nordhäuser unentwegt auf, sich der Demo anzuschließen. Taten die aber nicht, vielmehr gab es mehrfach Kopfschütteln über die "Chaoten", wie es ein Nordhäuser ausdrückte.
Was bleibt, war ein Samstagnachmittag mit einer Demonstration, die nicht einen Bruchteil von dem Inhalt vorweisen konnte, wie es die Kundgebung der Nordhäuser im vergangenen Monat darstellte. Eine Gemeinsamkeit gab es dennoch: Das bekannte Transparent "Leitkultur der CDU hat eine braune Spur" tauchte als wesentlicher Beitrag der Nordhäuser Linken wieder auf. Außerdem: Radikale Sprüche einer radikalen Minderheit unter Göttinger Anleitung "gegen den Rest der Welt" und - beinahe untergegangen aber selbstverständlich - gegen den Kapitalismus. Die, die das brüllten, waren dann zum großen Teil gerade der Konfirmation oder der Jugendweihe entkommen und hätten an diesem sonnigen Dezembernachmittag wohl eher zur Teenie-Disko gehen sollen.
Ein Lob an dieser Stelle der Polizei und dem Veranstalter gleichermaßen. Deren Zusammenarbeit im Vorfeld und während der Demo hatte einen entscheidenden Anteil, dass Nordhausen auch nach 16 Uhr das blieb, was es vorher war: Eine friedliche Stadt mit friedlichen Menschen, auch wenn es für "Göttinger Verhältnisse" eine typische Ostkleinstadt bleiben wird.

