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Do, 19:35 Uhr
14.08.2008

Schatten auf der Konjunktur

Die Zahlen wurden mit Spannung erwartet und leider haben sich die negativen Prognosen bestätigt. Das Konjunkturbild trübt sich ein und Pessimismus macht sich breit. Doch Thüringen will sich gegen den beginnenden Trend stemmen...


Die deutsche Wirtschaft ist im 2. Quartal 2008 zum ersten Mal seit knapp vier Jahren wieder geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt ging im Vergleich zu den ersten drei Monaten um 0,5 Prozent zurück, teilte das Statistische Bundesamt mit. Ursache sind vor allem Auftragsrückgänge auf dem Bau und schwacher Konsum. Für den Freistaat liegen keine konkreten Zahlen vor.

Die Thüringer Industrie zeigt sich jedoch in ihrer aktuellen Halbjahresbilanz erstaunlich fit und punktet erneut als konjunktureller Schrittmacher. Das Umsatzplus von 9,3 Prozent dokumentiert eindrucksvoll, es geht weiter aufwärts – trotz Risiken. „Die guten Werte bedeuten jedoch nicht, dass die Konjunktur ein Selbstläufer bleibt“, interpretiert Niels Lund Chrestensen, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) die vorliegenden Zahlen.
Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie würden die Firmen immer stärker belasten. So zeigten sich erste Schönheitsfehler - die Industrieexporte wären nicht mehr zweistellig gestiegen wie noch im vergangenen Jahr. Mit 9,4 Prozent legten die Inlandsumsätze sogar etwas stärker zu als die Ausfuhren mit 9,2 Prozent. Die Abkühlung der Weltwirtschaft hinterlasse erste Spuren in den Auftragsbüchern.


„Natürlich wird das schwächere konjunkturelle Umfeld die Dynamik etwas drücken, Hektik und Populismus sind jetzt allerdings der falsche Ratgeber. Die positive Grundstimmung bleibt, der Aufschwung ist nicht beendet“, weigert sich der IHK-Präsident düstere Krisenszenarien an die Wand zu malen.


Erfreulich sei, dass innerhalb eines Jahres über 7.000 Beschäftigte einen Job in den Thüringer Industrieunternehmen fanden. „Mit ihrer gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit schultern die Unternehmen die Konjunkturrisiken bisher ziemlich robust“, hält Chrestensen auch weiterhin einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von rund zwei Prozent für Thüringen im Jahr 2008 für durchaus realistisch.


Man müsse jedoch kein Prophet sein, um die Risiken der nächsten Monate zu erkennen. Auch die erfolgsverwöhnte Industrie gehe härteren Zeiten entgegen. So zeige sich die Nachfrage aus dem Ausland bereits schwächer. Die Schwierigkeiten auf den internationalen Finanzmärkten sowie die steigenden Energiekosten machten nicht vor den Toren Thüringens halt. Aus Furcht vor einem Abschwung könne sich auch die Einstellungsbereitschaft der Firmen verringern und die Investitionsbereitschaft nachlassen. Beim privaten Konsum herrsche nach wie vor Eiszeit. Je näher die Branche am Verbraucher ist, umso deutlicher wären die Folgen geringer Kaufkraft und hoher Abgabenbelastungen zu spüren. Jüngstes Alarmzeichen: Die Einzelhändler zeigten sich vom Sommerschlussverkauf ziemlich enttäuscht.

„Der Gegenwind bläst gewaltig, doch die Unternehmen lassen sich nicht so einfach aus der Erfolgsspur drängen. Sie erwarten verlässliche Rahmenbedingungen und warnen vor falschen politische Entscheidungen. Also Finger weg von Mindestlöhnen sowie Mauterhöhung und Stopp für den Gesundheitsfonds“, fordert Chrestensen.
Autor: nnz/kn

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