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Mo, 07:03 Uhr
04.08.2008

Der nnz-Wetter-Rückblick

Die nnz startet heute eine neue Serie. Immer zu Beginn eines neuen Monats wird Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp von der Fachhochschule Nordhausen den Vormonat meteorologisch „unter die Lupe“ nehmen. Los geht’s heute mit dem Juli-Rückblick und die Erinnerung an einen großen Entertainer...


"Wann wird's mal wieder richtig Sommer?"

Die nnz-Wetter-Fachfrau (Foto: nnz) Die nnz-Wetter-Fachfrau (Foto: nnz) So sang in den 70er Jahren Rudi Carell und so dachten sicher viele Nordhäuser Mitte Juli 2008. Auch wenn die letzten Juli-Tage uns wieder zum Schwitzen brachten, hatten wir Mitte des Monats ernsthafte Befürchtungen, dass der Sommer 2008 vorbei sein könnte: Maximale Temperaturen von unter 17 °C haben nichts mit Hochsommer zu tun und gerade mal 18 Minuten Sonnenschein am 19. Juli konnten niemanden ins Freibad locken.

Trotz der kühlen Luftmassen der zweiten Monatshälfte beträgt das Monatsmittel der Lufttemperatur im Juli an der Station auf dem Campus der FH 20,1°C (Juni 19,7°C). Damit liegt sie über dem langjährigen Mittelwert von 17,4°C, wobei der "Stadteffekt" der Station im Vergleich zu der Station in Salza berücksichtigt werden muss. Tagsüber von der Sonne aufgeheizte Gebäude- und Beton- und Asphaltflächen geben ihre gespeicherte Wärme nachts wieder ab und sorgen so für eine Wärmeinsel und vergleichsweise "zu hohe" Temperaturen.

Nicht nur kühl war es zeitweise im Juli, auch geregnet hat es ordentlich: Fast 90 Liter pro m² wurden registriert. Das sind 32 Liter mehr als im langjährigen Durchschnitt. Am 3. und am 10. Juli fielen mit 18,5 bzw. 23,6 Liter pro m² knapp 50 % der Monatssumme. Betrachtet man die Nordhäuser Zeitreihe, so zeigen sich durchaus Extrema für den Monat Juli: 1972 fielen 130 Liter pro m², ein Jahr zuvor waren es nur 10 Liter pro m². Seit Januar 2008 wurden damit in Nordhausen 330 Liter pro m² gemessen, dies entspricht sehr genau dem langjährigen Summenwert für Ende Juli.

Erinnern wir uns an den Juli 2006: Die Sonne schien 340 Stunden, in 2008 waren es "nur" 200 Stunden. Damit sahen wir die Sonne vor zwei Jahren 4,5 Stunden länger pro Tag. Im Vergleich zu dem langjährigen Nordhäuser Mittelwert entspricht der aktuelle Juli eher dem "Normalen": 201 Stunden wurden gemessen, in 25 Jahren im Mittel 214 Stunden. Astronomisch möglich wären übrigens 499 Stunden für unseren Breitengrad.

Was brachte uns der Juli noch? 18 Sommertage mit Temperaturen über 25°C (Mai: 14 Tage, Juni: 20 Tage), zehn heiße Tage (>30°C; Mai: 1Tag, Juni: 7 Tage), aber keine Tropennacht. Man spricht dann von einer Tropennacht, wenn die minimalen Nachttemperaturen, die eigentlich eher in den frühen Morgenstunden kurz vor Sonnenaufgang gemessen werden, nicht unter 20°C sinken. Eine solche wurde an der Klimastation der FH in 2008 bisher nicht registriert.

Damit war eine nächtliche Abkühlung in Wohnungen und Büroräumen in Nordhausen sowie in den Hörsälen der FH im Juli 2008 immer gewährleistet. Die Studierenden haben sich über das Wetter sicherlich gefreut: Schwitzen mussten sie trotz kühler Temperaturen ausreichend über den Prüfungen und pünktlich zum Ende der Klausurzeit wurde es nun doch "mal wieder richtig Sommer"!
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp
Autor: nnz

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