Di, 14:35 Uhr
29.07.2008
Wo bleiben die Millionen Euro?
Satte Gewinne im vergangenen Jahr, rauschende Feste auf dem Petersberg. Trotzdem werden Kunden der Nordhäuser Energieversorgung GmbH (EVN) nicht entlastet. Die nnz war heute auf der Spur der Millionen und ist fündig geworden.
Um es gleich vornweg zusammen zu fassen: Ohne den wirtschaftlichen Erfolg der EVN würde sich die Stadt Nordhausen nur schwerlich ein Hallenbad und eine Straßenbahn leisten können, so EVN-Geschäftsführer Hans-Peter Dörflinger im Gespräch mit der nnz. Konkret sieht das so aus:
Im vergangenen Jahr betrug das Ergebnis vor Gewinnabführung rund sieben Millionen Euro. Die Gewinnabführung ist in einem gleichnamigen Vertrag mit der Holding für Versorgung und Verkehr (HVV), einer 100prozentigen Tochter der Stadt Nordhausen, festgeschrieben. Also werden die sieben Millionen Euro dorthin überwiesen. Der zweite Gesellschafter, die E.ON Thüringer Energie AG, bekommt entsprechend seiner Anteile (44,2 %) seinen Ertrag überwiesen. Dann verrechnen schlaue Menschen die EVN-Gewinne mit den Verlusten anderer städtischer Unternehmungen, als da wären: ÖPNV (Straßenbahn, Busse) oder die Betreibung des Hallenbades.
So werden den Nordhäusern und ihren Gästen die moderaten Preise für das Hallenbad oder die Nutzung von Straßenbahn und Stadtbussen überhaupt möglich gemacht. Vom Gesetzgeber ist dieser steuerliche Querverbund ausdrücklich zur Stützung jener Unternehmen erlaubt, die aus sozialen Motiven heraus nicht kostendeckend arbeiten können.
Soweit zu den Gewinnen, die aus dem Verkauf von Gas, Strom und Fernwärme erlöst werden. Darüber hinaus wären viele kulturelle, soziale oder sportliche Projekte in der Region überhaupt nicht denkbar, wenn die EVN nicht mit ihrer wirtschaftlichen Stärke dahinter stehen würde. Neben dem Sponsoring des Kugelstoß-Indoors oder der EVN-Party gibt es auch andere Initiativen. Seit Jahren übernimmt das Unternehmen die Beiträge von 20 Kindern des Pestalozzi-Förderzentrums für deren Betätigung in Sportvereinen. Seit Jahren wird die Nordhäuser Tafel unterstützt. Wir planen unsere Sponsoring-Aktivitäten für jedes Jahr neu. Hintergrund dafür ist die jeweilige wirtschaftliche Situation unseres Unternehmens. Es gibt bei uns keinen Sponsoring-Automatismus, erläutert Geschäftsführer Dörflinger.
Noch ein Wort zur EVN-Party. Oftmals hört man, daß die EVN lieber ihre Tarife senken solle, als ein solches Fest zu veranstalten. Der Vergleich zwischen Party-Kosten und der erhofften Senkung muß da jetzt endlich mal herhalten: Wenn wir die Kosten einsparen und statt dessen den Kunden einen Bonus geben würden, so würde sich der auf 1,00 - 1,30 Euro belaufen. Im Jahr, schmunzelt der EVN-Chef. Noch Fragen?
Autor: nnzUm es gleich vornweg zusammen zu fassen: Ohne den wirtschaftlichen Erfolg der EVN würde sich die Stadt Nordhausen nur schwerlich ein Hallenbad und eine Straßenbahn leisten können, so EVN-Geschäftsführer Hans-Peter Dörflinger im Gespräch mit der nnz. Konkret sieht das so aus:
Im vergangenen Jahr betrug das Ergebnis vor Gewinnabführung rund sieben Millionen Euro. Die Gewinnabführung ist in einem gleichnamigen Vertrag mit der Holding für Versorgung und Verkehr (HVV), einer 100prozentigen Tochter der Stadt Nordhausen, festgeschrieben. Also werden die sieben Millionen Euro dorthin überwiesen. Der zweite Gesellschafter, die E.ON Thüringer Energie AG, bekommt entsprechend seiner Anteile (44,2 %) seinen Ertrag überwiesen. Dann verrechnen schlaue Menschen die EVN-Gewinne mit den Verlusten anderer städtischer Unternehmungen, als da wären: ÖPNV (Straßenbahn, Busse) oder die Betreibung des Hallenbades.
So werden den Nordhäusern und ihren Gästen die moderaten Preise für das Hallenbad oder die Nutzung von Straßenbahn und Stadtbussen überhaupt möglich gemacht. Vom Gesetzgeber ist dieser steuerliche Querverbund ausdrücklich zur Stützung jener Unternehmen erlaubt, die aus sozialen Motiven heraus nicht kostendeckend arbeiten können.
Soweit zu den Gewinnen, die aus dem Verkauf von Gas, Strom und Fernwärme erlöst werden. Darüber hinaus wären viele kulturelle, soziale oder sportliche Projekte in der Region überhaupt nicht denkbar, wenn die EVN nicht mit ihrer wirtschaftlichen Stärke dahinter stehen würde. Neben dem Sponsoring des Kugelstoß-Indoors oder der EVN-Party gibt es auch andere Initiativen. Seit Jahren übernimmt das Unternehmen die Beiträge von 20 Kindern des Pestalozzi-Förderzentrums für deren Betätigung in Sportvereinen. Seit Jahren wird die Nordhäuser Tafel unterstützt. Wir planen unsere Sponsoring-Aktivitäten für jedes Jahr neu. Hintergrund dafür ist die jeweilige wirtschaftliche Situation unseres Unternehmens. Es gibt bei uns keinen Sponsoring-Automatismus, erläutert Geschäftsführer Dörflinger.
Noch ein Wort zur EVN-Party. Oftmals hört man, daß die EVN lieber ihre Tarife senken solle, als ein solches Fest zu veranstalten. Der Vergleich zwischen Party-Kosten und der erhofften Senkung muß da jetzt endlich mal herhalten: Wenn wir die Kosten einsparen und statt dessen den Kunden einen Bonus geben würden, so würde sich der auf 1,00 - 1,30 Euro belaufen. Im Jahr, schmunzelt der EVN-Chef. Noch Fragen?

