Mo, 15:08 Uhr
07.04.2008
KZ in der Nachbarschaft
Über 40 Interessierte nahmen am vergangenen Samstag an einer Informationsfahrt der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora teil. Sie besuchten per Reisebus verschiedene Standorte
ehemaliger Außenlager des KZ-Komplexes in der Region Nordhausen.
Vor Ort erläuterten Mitarbeiter der Gedenkstätte Geschichte und Nachgeschichte der einstigen Nebenlager. Nach kurzer Einführung im Museum der KZ-Gedenkstätte ging die Fahrt zunächst zum ehemaligen Außenlager Gut Bischofferode nördlich von Woffleben (siehe Foto). Als nächste Station wurde das Lagers Ellrich-Juliushütte angefahren, über dessen Gelände nach Kriegsende die deutsch-deutsche Grenze verlief. Die Nutzung als Gedenkort wurde daher erst in der Nachwendezeit möglich. Aktiv beteiligt war daran unter anderem der Verein Jugend für Dora, der für eine Beschilderung des Ortes sorgte.
Gegründet Anfang Mai 1944 auf dem Gelände zweier stillgelegter Gipswerke war das Kommando Ellrich-Juliushütte (Deckname Erich) das größte und gefürchtetste Außenlager des im Südharz entstehenden Lagerkomplexes. Bis zur Räumung im April 1945 waren hier durchschnittlich 8.000 Häftlinge unter katastrophalen Bedingungen auf engstem Raum zusammengepfercht. In Ellrich hatte es jedoch noch ein weiteres Außenlager gegeben: Ellrich-Bürgergarten. Dieses Lager in einem Gasthof unmittelbar in der Stadt verweist deutlich auf die engen Beziehungen zwischen ziviler Gesellschaft und KZ-System gegen Ende der NS-Herrschaft.
Nach einem weiteren Zwischenstopp in Günzerode ging die Fahrt weiter nach Groß-Werther. Durch Zufall traf die Gruppe hier auf eine Zeitzeugin, die genauere Auskunft geben konnte, wie die 300 weiblichen Häftlinge des Lagers Groß-Werther untergebracht gewesen waren. Bei ihren eigenen Ausführungen legten die Gedenkstättenmitarbeiter nicht nur Wert auf reine Daten und Fakten; zur Illustration und Verdeutlichung griffen sie auch immer wieder auf Erinnerungsberichte ehemaliger Häftlinge zurück. Ich habe zwar gewusst, dass es Außenlager gab, äußerte einer der Teilnehmer am Ende der Fahrt, aber wie eng dieses Netz war, ist mir nicht bekannt gewesen.
Bedauerlich nur, dass im Vorfeld aus Platzgründen zahlreiche Anmeldungen nicht mehr angenommen werden konnten. Doch aufgrund des großen Interesses plant die Gedenkstätte Mittelbau-Dora eine Wiederholung einer solchen Rundfahrt.
Autor: nnzehemaliger Außenlager des KZ-Komplexes in der Region Nordhausen.
Vor Ort erläuterten Mitarbeiter der Gedenkstätte Geschichte und Nachgeschichte der einstigen Nebenlager. Nach kurzer Einführung im Museum der KZ-Gedenkstätte ging die Fahrt zunächst zum ehemaligen Außenlager Gut Bischofferode nördlich von Woffleben (siehe Foto). Als nächste Station wurde das Lagers Ellrich-Juliushütte angefahren, über dessen Gelände nach Kriegsende die deutsch-deutsche Grenze verlief. Die Nutzung als Gedenkort wurde daher erst in der Nachwendezeit möglich. Aktiv beteiligt war daran unter anderem der Verein Jugend für Dora, der für eine Beschilderung des Ortes sorgte.
Gegründet Anfang Mai 1944 auf dem Gelände zweier stillgelegter Gipswerke war das Kommando Ellrich-Juliushütte (Deckname Erich) das größte und gefürchtetste Außenlager des im Südharz entstehenden Lagerkomplexes. Bis zur Räumung im April 1945 waren hier durchschnittlich 8.000 Häftlinge unter katastrophalen Bedingungen auf engstem Raum zusammengepfercht. In Ellrich hatte es jedoch noch ein weiteres Außenlager gegeben: Ellrich-Bürgergarten. Dieses Lager in einem Gasthof unmittelbar in der Stadt verweist deutlich auf die engen Beziehungen zwischen ziviler Gesellschaft und KZ-System gegen Ende der NS-Herrschaft.
Nach einem weiteren Zwischenstopp in Günzerode ging die Fahrt weiter nach Groß-Werther. Durch Zufall traf die Gruppe hier auf eine Zeitzeugin, die genauere Auskunft geben konnte, wie die 300 weiblichen Häftlinge des Lagers Groß-Werther untergebracht gewesen waren. Bei ihren eigenen Ausführungen legten die Gedenkstättenmitarbeiter nicht nur Wert auf reine Daten und Fakten; zur Illustration und Verdeutlichung griffen sie auch immer wieder auf Erinnerungsberichte ehemaliger Häftlinge zurück. Ich habe zwar gewusst, dass es Außenlager gab, äußerte einer der Teilnehmer am Ende der Fahrt, aber wie eng dieses Netz war, ist mir nicht bekannt gewesen.
Bedauerlich nur, dass im Vorfeld aus Platzgründen zahlreiche Anmeldungen nicht mehr angenommen werden konnten. Doch aufgrund des großen Interesses plant die Gedenkstätte Mittelbau-Dora eine Wiederholung einer solchen Rundfahrt.


