Mo, 10:24 Uhr
07.04.2008
Angesicht zu Angesicht
Am Samstagabend eröffnete Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) die Ausstellung Von Angesicht zu Angesicht - Köpfe in der Kunst, die bis zum 20. Juni im Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg zu sehen ist. Die musikalische Umrahmung übernahmen der 11jährige Janko Zimmermann und der 13jährige Felix Döring mit ihren Gitarren...
Die Nordhäuser Ausstellung präsentiere auf zwei Ebenen 97 Grafiken, Gemälde und Skulpturen von 33 Künstlern, wie Max Ernst, Otto Dix, Henry Matisse, Andy Warhol, Alfred Kubin, Honoré Daumier, A. Paul Weber und Valerio Adami, Joseph Beuys sowie Horst Janssen. Die zeitgenössischen Künstler Jürgen Kuhl - als Post-pop-Art- Künstler – ebenso wie Jörg Immendorf, Horst Antes, A.R. Penk sowie Bernhard Heisig, Peter Nagel und Gerhard Marks, führte Jendricke in die Ausstellung ein.
Alle gezeigten Werke seien aus der Stiftung der Ehrenbürgerin Ilsetraut Glock, die seit 1998 die Sammlung durch weitere Schenkungen immer wieder vergrößere, so der Bürgermeister. Ergänzt werde die Ausstellung durch die Grafiken und Plastiken der Nordhäuser Künstler Peter Genßler, Fritz Dornbusch und Martin Domke sowie 7 Gemälden und Porzellanfiguren aus dem Bestand des Museumsdepots.
Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden die 42 grafischen Werke des bekannten Hamburger Künstlers Horst Janssen, der für seine ungewöhnlichen und einzigartigen Porträts bekannter Dichter und Denker – wie Goethe, Poe oder Nitsche – berühmt wurde. In dieser einmalen Ausstellung seien bedeutende Porträtisten der letzten drei Jahrhunderte gegenübergestellt, erklärte Susanne Hinsching, Kunsthistorikerin und Organisation der Ausstellung. Die Begegnung der Werke von Horst Janssen mit Honoré Daumier, A. Paul Weber, Max Ernst, Otto Dix oder Henry Matisse sowie Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern - wie Jörg Immendorf, A.R. Penck oder Bernhard Heisig - mache dabei die zeitenübergreifende Bedeutung dieser Ausstellung sichtbar.
Die Aufgabe eines Porträts sei, neben der Darstellung körperlicher Ähnlichkeit, auch das Wesen bzw. die Persönlichkeit der porträtierten Person zum Ausdruck zu bringen. Für den Auftraggeber bestehe die Hauptfunktion des Bildnisses darin, den nicht anwesenden Dargestellten zu vertreten. Deshalb ist das Porträt neben dem religiösen Bild die wichtigste und verbreitete gesellschaftliche Aufgabe der meisten vergangenen Kunstepochen geworden, erklärte Susanne Hinsching den Gästen.
Mit den abstrahierenden Kunststilen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lösten sich die Porträtmaler immer stärker von der eigentlichen Aufgabe, der möglichst erkennbaren Wiedergabe des Abgebildeten, wie die Werke von Max Ernst, George Braque oder Henry Matisse zeigen. Im Gegensatz dazu suchen die Künstler der Neuen Sachlichkeit - wie Otto Dix und Karl Rössing - aber auch Käthe Kollwitz wieder nach einer möglichst realistischen Darstellungsweise in ihren Porträts. Während die Porträtmalerei in der zweiten Hälfte des 20.Jh. in Westeuropa eher ein Schattendasein führte, inspirierte sie in der DDR die Künstler - wie Bernhard Heisig - zu neuen Herausforderungen, den arbeitenden Menschen in den Blickpunkt der Kunst zu stellen.
Andererseits setzten amerikanische Künstler der 50er und 60er Jahre das Porträt ein, um einen neuen unverwechselbaren, figurativen Stil zu entwickeln, der mit Ausdrucksformen und Ideen von gestern bricht. Andy Warhol greift das Problem auf, indem er seine Porträts wie Massenprodukte vervielfältigt.
Autor: nnzDie Nordhäuser Ausstellung präsentiere auf zwei Ebenen 97 Grafiken, Gemälde und Skulpturen von 33 Künstlern, wie Max Ernst, Otto Dix, Henry Matisse, Andy Warhol, Alfred Kubin, Honoré Daumier, A. Paul Weber und Valerio Adami, Joseph Beuys sowie Horst Janssen. Die zeitgenössischen Künstler Jürgen Kuhl - als Post-pop-Art- Künstler – ebenso wie Jörg Immendorf, Horst Antes, A.R. Penk sowie Bernhard Heisig, Peter Nagel und Gerhard Marks, führte Jendricke in die Ausstellung ein.
Alle gezeigten Werke seien aus der Stiftung der Ehrenbürgerin Ilsetraut Glock, die seit 1998 die Sammlung durch weitere Schenkungen immer wieder vergrößere, so der Bürgermeister. Ergänzt werde die Ausstellung durch die Grafiken und Plastiken der Nordhäuser Künstler Peter Genßler, Fritz Dornbusch und Martin Domke sowie 7 Gemälden und Porzellanfiguren aus dem Bestand des Museumsdepots.
Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden die 42 grafischen Werke des bekannten Hamburger Künstlers Horst Janssen, der für seine ungewöhnlichen und einzigartigen Porträts bekannter Dichter und Denker – wie Goethe, Poe oder Nitsche – berühmt wurde. In dieser einmalen Ausstellung seien bedeutende Porträtisten der letzten drei Jahrhunderte gegenübergestellt, erklärte Susanne Hinsching, Kunsthistorikerin und Organisation der Ausstellung. Die Begegnung der Werke von Horst Janssen mit Honoré Daumier, A. Paul Weber, Max Ernst, Otto Dix oder Henry Matisse sowie Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern - wie Jörg Immendorf, A.R. Penck oder Bernhard Heisig - mache dabei die zeitenübergreifende Bedeutung dieser Ausstellung sichtbar.
Die Aufgabe eines Porträts sei, neben der Darstellung körperlicher Ähnlichkeit, auch das Wesen bzw. die Persönlichkeit der porträtierten Person zum Ausdruck zu bringen. Für den Auftraggeber bestehe die Hauptfunktion des Bildnisses darin, den nicht anwesenden Dargestellten zu vertreten. Deshalb ist das Porträt neben dem religiösen Bild die wichtigste und verbreitete gesellschaftliche Aufgabe der meisten vergangenen Kunstepochen geworden, erklärte Susanne Hinsching den Gästen.
Mit den abstrahierenden Kunststilen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lösten sich die Porträtmaler immer stärker von der eigentlichen Aufgabe, der möglichst erkennbaren Wiedergabe des Abgebildeten, wie die Werke von Max Ernst, George Braque oder Henry Matisse zeigen. Im Gegensatz dazu suchen die Künstler der Neuen Sachlichkeit - wie Otto Dix und Karl Rössing - aber auch Käthe Kollwitz wieder nach einer möglichst realistischen Darstellungsweise in ihren Porträts. Während die Porträtmalerei in der zweiten Hälfte des 20.Jh. in Westeuropa eher ein Schattendasein führte, inspirierte sie in der DDR die Künstler - wie Bernhard Heisig - zu neuen Herausforderungen, den arbeitenden Menschen in den Blickpunkt der Kunst zu stellen.
Andererseits setzten amerikanische Künstler der 50er und 60er Jahre das Porträt ein, um einen neuen unverwechselbaren, figurativen Stil zu entwickeln, der mit Ausdrucksformen und Ideen von gestern bricht. Andy Warhol greift das Problem auf, indem er seine Porträts wie Massenprodukte vervielfältigt.


