Mo, 10:13 Uhr
07.04.2008
Müllgebühren in Gefahr
Die nnz hatte vor einigen Tagen berichtet, daß die aktuelle Höhe der Abfallgebühren in Gefahr sei. Hintergrund sollen die Probleme mit der TVN sein. Doch den Gebühren droht auch von anderer Front her Gefahr...
In Nordhausen mehren sich die Hinweise, daß Papierdiebstahl in großen Dimensionen betrieben wird. Ob nun in der Oberstadt oder entlang der Zorge zum Beispiel, alle zwei Wochen das gleiche Bild: Entsprechend des Entsorgungskalenders stellen die Grundstücksbesitzer ihre papiernen Abfälle vor die Tür. Meist schon am Abend vor der Abholung. Wenn dann allerdings die Mitarbeiter der Stadtwirtschaft das Papier abholen wollen, staunen sie schon mal. Das Papier wurde durchwühlt, meist fehlen die Zeitungsstapel, die sich in den zwei Wochen zuvor im Keller der Haushalte angesammelt haben. Die werden von Unbekannten geklaut.
Das hat seinen Grund: Konnten die Entsorgungsunternehmen wie die Nordhäuser Stadtwirtschaft vor zweieinhalb Jahren etwa 50 Euro je Tonne Altpapier erlösen, so hat sich dessen Preis – vor allem im höherwertigen Segment – jetzt nahezu verdoppelt, berichtet Arndt Forberger, der Geschäftsführer der Nordhäuser Stadtwirtschaft, der nnz. Uns wurde aktuell wieder ein Fall gemeldet. In der Albert-Träger-Straße wurde das qualitativ hochwertige Altpapier geklaut, das minderwertige wurde liegengelassen.
Rechtlich ist das – drücken wir es freundlich aus – Mitnehmen von Altpapier am Straßenrand ein kompliziertes Problem. Es gibt nach nnz-Recherchen mehrere Urteile, die ein Einsammeln erlauben, wenn eine Verwertung nachgewiesen wird. Doch es gibt unterschiedliche Auswirkungen:
Können die Nordhäuser Stadtwerke weniger Papier einsammeln und damit entsprechend geringere Erlöse erzielen, dann könnte dieser Trend negative Auswirkungen auf die Höhe der Abfallgebühren für den Otto-Normal-Bürger haben. Von den Einnahmen, die private Sammler erlösen, haben Sie und ich nichts. Forberger empfiehlt also, das Altpapier immer erst in den Morgenstunden des Entsorgungstages vor die Tür zu stellen. Der Papierklau vollzieht sich, so die Anrufe im Landratsamt und bei den Stadtwerken vorwiegend im Dunkeln der Nacht.
Wenn das Geschäft mit dem Altpapier schon derart lukrativ geworden ist, dann sollen letztlich auch die Gebührenzahler davon profitieren. Davor allerdings der Landkreis Nordhausen. Noch vermutlich in diesem Jahr soll es die Blaue Tonne geben. Die kann kostenfrei an die Grundstückbesitzer abgegeben werden und soll die Papierberge entlang der Straßen ersetzen. Dazu müßte dann erst einmal die entsprechende Satzung geändert werden.
Übrigens: Im Landkreis Eichsfeld hat man den Trend der Preisentwicklung schon deutlich eher erkannt und umgesetzt. In der vergangenen Woche hatte der Kreistag bei unseren Nachbarn das blaue Wunder bereits beschlossen.
Autor: nnzIn Nordhausen mehren sich die Hinweise, daß Papierdiebstahl in großen Dimensionen betrieben wird. Ob nun in der Oberstadt oder entlang der Zorge zum Beispiel, alle zwei Wochen das gleiche Bild: Entsprechend des Entsorgungskalenders stellen die Grundstücksbesitzer ihre papiernen Abfälle vor die Tür. Meist schon am Abend vor der Abholung. Wenn dann allerdings die Mitarbeiter der Stadtwirtschaft das Papier abholen wollen, staunen sie schon mal. Das Papier wurde durchwühlt, meist fehlen die Zeitungsstapel, die sich in den zwei Wochen zuvor im Keller der Haushalte angesammelt haben. Die werden von Unbekannten geklaut.
Das hat seinen Grund: Konnten die Entsorgungsunternehmen wie die Nordhäuser Stadtwirtschaft vor zweieinhalb Jahren etwa 50 Euro je Tonne Altpapier erlösen, so hat sich dessen Preis – vor allem im höherwertigen Segment – jetzt nahezu verdoppelt, berichtet Arndt Forberger, der Geschäftsführer der Nordhäuser Stadtwirtschaft, der nnz. Uns wurde aktuell wieder ein Fall gemeldet. In der Albert-Träger-Straße wurde das qualitativ hochwertige Altpapier geklaut, das minderwertige wurde liegengelassen.
Rechtlich ist das – drücken wir es freundlich aus – Mitnehmen von Altpapier am Straßenrand ein kompliziertes Problem. Es gibt nach nnz-Recherchen mehrere Urteile, die ein Einsammeln erlauben, wenn eine Verwertung nachgewiesen wird. Doch es gibt unterschiedliche Auswirkungen:
Können die Nordhäuser Stadtwerke weniger Papier einsammeln und damit entsprechend geringere Erlöse erzielen, dann könnte dieser Trend negative Auswirkungen auf die Höhe der Abfallgebühren für den Otto-Normal-Bürger haben. Von den Einnahmen, die private Sammler erlösen, haben Sie und ich nichts. Forberger empfiehlt also, das Altpapier immer erst in den Morgenstunden des Entsorgungstages vor die Tür zu stellen. Der Papierklau vollzieht sich, so die Anrufe im Landratsamt und bei den Stadtwerken vorwiegend im Dunkeln der Nacht.
Wenn das Geschäft mit dem Altpapier schon derart lukrativ geworden ist, dann sollen letztlich auch die Gebührenzahler davon profitieren. Davor allerdings der Landkreis Nordhausen. Noch vermutlich in diesem Jahr soll es die Blaue Tonne geben. Die kann kostenfrei an die Grundstückbesitzer abgegeben werden und soll die Papierberge entlang der Straßen ersetzen. Dazu müßte dann erst einmal die entsprechende Satzung geändert werden.
Übrigens: Im Landkreis Eichsfeld hat man den Trend der Preisentwicklung schon deutlich eher erkannt und umgesetzt. In der vergangenen Woche hatte der Kreistag bei unseren Nachbarn das blaue Wunder bereits beschlossen.

