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Mi, 13:21 Uhr
22.11.2000

CDU wirft Matthias Jendricke (SPD) politische Entgleisung vor

Nordhausen (nnz). Matthias Jendricke hat der politischen Kultur in Nordhausen einen schweren Schaden zugefügt. Dieser Auffassung ist die CDU der Rolandstadt. Hintergrund ist die Kundgebung gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit am vergangenen Donnerstag in Nordhausen. Dabei soll Jendricke ein Plakat mit Aufschrift "Leitkultur der CDU hat eine braune Spur" getragen haben.
Mit diesem Plakat habe Jendricke die CDU und deren Mitglieder auf unglaubliche Art und Weise mit Neonazis gleichgestellt. Das gemeinsame Anliegen aller Demokraten der Stadt, etwas gegen rechte Gewalt zu tun, sei von Matthias Jendricke in den Schmutz gezogen worden, urteilt CDU-Stadtrat Norbert Klodt gegenüber nnz. Klodt weiter: "Durch seine Handlungsweise beleidigte Herr Jendricke alle CDU-Mitglieder in Nordhausen und gefährdet dadurch weitere Aktivitäten aller Demokraten, die notwendig wären, um zu zeigen, daß in Nordhausen kein Nährboden für Rechtsextremismus verhanden ist."
Sehr bestürzt über Jendrickes Plakataktion zeigte sich auch CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Pape. Er sieht den gemeinsamen Konsens der für den 9. Dezember geplanten Aktion gegen Rechts gefährdet. (nnz berichtete). Unter dem Motto "Das ist Nordhausen" soll bekundet werden, daß Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit keine Chance in der Rolandstadt haben. Dazu haben die Organisatoren unter anderem eine Menschen- und Licherkette entlang der Rautenstraße geplant. Am Neubau des Diakonie-Altenpflegeheimes soll ein riesiges Transparent mit der Aufschrift "Nordhausen gegen Nazis" angebracht werden.
Gegenüber nnz stellte Jendricke klar, dass er mit der Aussage auf dem Plakat auf keinen Fall eine Gleichsetzung von CDU und Neonazis ausdrücken wollte. Letztlich sollte die Nordhäuser CDU sich darüber im Klaren sein, dass manche Äußerungen von führenden CDU-Mitgliedern auf Bundesebene (Kinder statt Inder) missverstanden werden können. Wenn man sich als Partei nicht frei mache von derartigen Diskussionen, dann erhalte man - auch ungewollt - den Beifall aus dem rechten Lager, so Jendricke zur nnz. Und in dieser Beziehung wünsche sich Jendricke eine Distanzierung seitens der Nordhäuser CDU. "Im Hinblick auf das derzeitige Prozedere um die Beigeordnetenwahl werde ich mich auch von der CDU nicht mundtot machen lassen", meinte Matthias Jendricke.
Der Nordthüringer DGB-Chef Ullrich Hannemann habe das Plakat zwar gesehen und fand den Text "sehr scharf formuliert." Dennoch halte er an seiner Auffassung fest, daß der Begriff der Leitkultur alles andere als gelungen sei. Hannemann mahnte weiterhin zur Vorsicht im Umgang mit derartigen Begriffen, die aus der deutschen Geschichte heraus mißverständlich zu interpretieren wären.
Autor: psg

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