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Mi, 12:47 Uhr
01.05.2002

Keine Feiern bei DGB und CDU

Nordhausen (nnz). Es sollte die zentrale Thüringer Mai-Feier des DGB werden. Die Gewerkschaften hatten sich für den heutigen Tag ein richtig gutes Programm einfallen lassen. Doch es kam anders.


Schweigen und Gedenken Aus Rücksicht und im Gedenken an die Opfer der tragischen Ereignisse am Erfurter Gutenberg-Gymansium wurde die Thüringer DGB-Feier auf Sparflamme gehalten. Die Landesvorsitzenden von PDS, SPD und Bündnis90/Die Grünen sagten ihre Reden ab, sie reihten sich in Erfurt in einen Trauerzug ein.

So war es dem Thüringer DGB-Chef Frank Spieth vorbehalten, die zentrale Rede in Nordhausen zu halten. Zuvor wurde die Maifeier nach einer Schweigeminute von Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) eröffnet. Wahlbuhl kritisierte zum Teil in scharfen Tönen die Thüringer Bildungspolitik und verlangte nach Erfurt neue Formen der Bildung und Erziehung. Auch müsse die Politik dazu beitragen, um den Lehrerberuf attraktiver zu machen.

Frank Spieth forderte in seiner Rede, den heutigen 1. Mai als einen Tag der Besinnung zu begehen und eine breite Debatte über die Ursachen der Gewalt zu starten. Den Opfern der Erfurter Bluttat vom 26. April können man nur dann ein „würdiges Andenken wahren, wenn wir für eine gewaltfreie und zivilisierte Gesellschaft, für eine solidarische und soziale Welt eintreten“. Auch der Thüringer DGB-Chef übte Kritik am Bildungssystem des Freistaates. „Wer in Thüringen zwölf Jahre zur Schule geht und beim Abitur durchfällt, steht ohne Schulabschluß da und hat keine Perspektive“. Dies sei einmalig in Deutschland. Er forderte Ganztagsschulen in ganz Thüringen, die als ganztägig geöffnete Stadtteil- und Nachbarschaftsschule von Kindern und Jugendlichen gemeinsam verbindlich besucht werden sollten. Nach Spieth sprachen noch Vertreter verschiedener Parteien und machten auf die gegenwärtigen Tarifverhandlungen aufmerksam.

In der Halleschen Straße traf sich heute die CDU des Landkreises Nordhausen. Ursprünglich sollte bei der Jungen Union ein Frühlings- und Familienfest stattfinden. Doch auch hier der Fahrplan geändert. Stattdessen wurden Gespräche angeboten und auch angenommen. Kreisvorsitzender Dr. Klaus Zeh berichtete den Christdemokraten über neue Ermittlungsergebnisse, die auf einen, dem Kabinett vorgelegten Zwischenbericht der Ermittlungsbehörden basieren. So sei die schreckliche Tat vom Täter lange Zeit - Zeh sprach von mehreren Monaten - geplant worden. Robert Steinhäuser hätte sich systematisch auf diesen 26. April vorbereitet, so Dr. Zeh gegenüber nnz.

Letztlich wird der 1. Mai des Jahres 2002 nicht als der Tag der Arbeit in die Geschichtsbücher eingehen, sondern als ein Tag der Besinnung, ein Tag des Nachdenkens und immer noch: der Trauer!
Autor: nnz

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