Mi, 13:39 Uhr
20.02.2008
Aufgespürt (5): Die Kelle bei Ellrich
In Landschaftsschutzgebiet Kehlholz, das im Dreieck der Ortsteile Cleysingen, Appenrode, Werna liegt, gibt es mehrere Dolinen. Es sind durch Gesteinsauslagerungen entstandene Hohlformen im Karstgebiet. Und da finden wir die Kelle...
Die interessanteste Hohlform ist unbestritten die sogenannte Kelle, eine Höhle mit Höhlensee, die mit Sagen verbunden ist. Obwohl die Entstehung dieses etwas düsteren Ortes seit langem bekannt ist, ist eine Sage mit ganz anderer Version im Volke noch recht gegenwärtig. Danach war eine arme Waise, die ihr ganzes Herz an ihren Verlobten gegeben hatte, von diesem betrogen worden. Sie sah mit eigenen Augen, dass er ein anderes Mädchen liebkoste und zum Tanz führte.
Außer sich vor Gram und Enttäuschung lief sie blindlings aus dem Ort und fand erst im Kehlholz einen Platz, an dem sie bitterlich weinte und klagte, sich sogar laut den Tod wünschte. Weil es gerade ein Tag im Frühling war, an dem alle Wünsche, ob gut, ob weniger gut, in Erfüllung gingen, wuchs plötzlich wie aus dem Nichts vor der Verzweifelten eine riesenhafte Männergestalt auf. Zu seiner Maurerbekleidung trug er auch das Handwerkszeug dieser Zunft. Schweigend und voll Mitgefühl blickte er auf das Mädchen herab, ehe er seine Kelle mit Wucht auf den Boden krachen ließ, so dass dieser sich auftat und das Mädchen mit sich in die Tiefe riss, die sich mit Wasser füllte.
Noch heute soll der Wasserspiegel an machen Tagen ein trauriges Mädchengesicht zeigen. Entweder hat die Betrogene nie wieder den Tag gefunden, an dem ihr Wunsch nach Erlösung aus der Kelle erfüllt wird, oder sie hat den Wunsch gar nicht und möchte lieber für alle Zeiten dort unten bleiben.
Autor: nnzDie interessanteste Hohlform ist unbestritten die sogenannte Kelle, eine Höhle mit Höhlensee, die mit Sagen verbunden ist. Obwohl die Entstehung dieses etwas düsteren Ortes seit langem bekannt ist, ist eine Sage mit ganz anderer Version im Volke noch recht gegenwärtig. Danach war eine arme Waise, die ihr ganzes Herz an ihren Verlobten gegeben hatte, von diesem betrogen worden. Sie sah mit eigenen Augen, dass er ein anderes Mädchen liebkoste und zum Tanz führte.
Außer sich vor Gram und Enttäuschung lief sie blindlings aus dem Ort und fand erst im Kehlholz einen Platz, an dem sie bitterlich weinte und klagte, sich sogar laut den Tod wünschte. Weil es gerade ein Tag im Frühling war, an dem alle Wünsche, ob gut, ob weniger gut, in Erfüllung gingen, wuchs plötzlich wie aus dem Nichts vor der Verzweifelten eine riesenhafte Männergestalt auf. Zu seiner Maurerbekleidung trug er auch das Handwerkszeug dieser Zunft. Schweigend und voll Mitgefühl blickte er auf das Mädchen herab, ehe er seine Kelle mit Wucht auf den Boden krachen ließ, so dass dieser sich auftat und das Mädchen mit sich in die Tiefe riss, die sich mit Wasser füllte.
Noch heute soll der Wasserspiegel an machen Tagen ein trauriges Mädchengesicht zeigen. Entweder hat die Betrogene nie wieder den Tag gefunden, an dem ihr Wunsch nach Erlösung aus der Kelle erfüllt wird, oder sie hat den Wunsch gar nicht und möchte lieber für alle Zeiten dort unten bleiben.

