Di, 09:13 Uhr
30.04.2002
IHK-Präsident fordert Reformen
Nordhausen (nnz). Mit Entsetzen hat der Präsident der Industrie- und Handelskammer Erfurt Niels Lund Chrestensen auf die unfassbaren Ereignisse im Erfurter Gutenberg-Gymnasium reagiert. Nach nnz-Informationen ist auch seine Familie selbst betroffen.
Sein Mitgefühl gelte in diesen Tagen allen Angehörigen der Opfer des sinnlosen Amoklaufes. Gleichzeitig sicherte er der Stadt die Unterstützung der IHK Erfurt für die bevorstehenden Renovierungsarbeiten am Gymnasium zu. Der Schock über die Wahnsinnstat dürfe aber nicht zur Lähmung führen. Vielmehr sollten die schrecklichen Geschehnisse zum Anlass genommen werden, die Reformen in Bildung und Erziehung endlich zielgerichtet in Angriff zu nehmen.
In diesem Zusammenhang kritisierte Chrestensen das Thüringer Schulmodell, wonach ein gescheiterter Abiturient ohne Schulabschluss kaum eine Berufsperspektive habe. Diese Situation führe nicht selten zu erhöhten Stressfaktoren und einer erlebten Ausweglosigkeit. Thüringen sei das einzige Bundesland mit solch einer Regelung.
"Neben einer Stärkung der Rolle von Lehrer und Schulleiter im Managementprozess der Bildung und innerhalb der Gesellschaft sollten regelmäßige Beurteilungen der Schüler ihre Entwicklung begleiten", so Chrestensen. Dabei müsste u.a. auch das Elternhaus stärker eingebunden werden.
Thüringens Kultusminister Michael Krapp verteidigte hingegen die Thüringer Bestimmungen. In Thüringen können auch Gymnasiasten den Realschulabschluss durch eine externe Prüfung erwerben. Realschüler in Thüringen würden es nicht verstehen, wenn ihr Abschluss an Gymnasiasten ohne Prüfung vergeben würde, sagte der Thüringer Kultusminister heute in Erfurt. Im Übrigen, so Minister Krapp, berechtigt jedes Versetzungszeugnis nach neun Schuljahren, zum Beispiel von der 10. in die 11. Klasse, zum Eintritt in eine Berufsausbildung.
Autor: nnzSein Mitgefühl gelte in diesen Tagen allen Angehörigen der Opfer des sinnlosen Amoklaufes. Gleichzeitig sicherte er der Stadt die Unterstützung der IHK Erfurt für die bevorstehenden Renovierungsarbeiten am Gymnasium zu. Der Schock über die Wahnsinnstat dürfe aber nicht zur Lähmung führen. Vielmehr sollten die schrecklichen Geschehnisse zum Anlass genommen werden, die Reformen in Bildung und Erziehung endlich zielgerichtet in Angriff zu nehmen.
In diesem Zusammenhang kritisierte Chrestensen das Thüringer Schulmodell, wonach ein gescheiterter Abiturient ohne Schulabschluss kaum eine Berufsperspektive habe. Diese Situation führe nicht selten zu erhöhten Stressfaktoren und einer erlebten Ausweglosigkeit. Thüringen sei das einzige Bundesland mit solch einer Regelung.
"Neben einer Stärkung der Rolle von Lehrer und Schulleiter im Managementprozess der Bildung und innerhalb der Gesellschaft sollten regelmäßige Beurteilungen der Schüler ihre Entwicklung begleiten", so Chrestensen. Dabei müsste u.a. auch das Elternhaus stärker eingebunden werden.
Thüringens Kultusminister Michael Krapp verteidigte hingegen die Thüringer Bestimmungen. In Thüringen können auch Gymnasiasten den Realschulabschluss durch eine externe Prüfung erwerben. Realschüler in Thüringen würden es nicht verstehen, wenn ihr Abschluss an Gymnasiasten ohne Prüfung vergeben würde, sagte der Thüringer Kultusminister heute in Erfurt. Im Übrigen, so Minister Krapp, berechtigt jedes Versetzungszeugnis nach neun Schuljahren, zum Beispiel von der 10. in die 11. Klasse, zum Eintritt in eine Berufsausbildung.


