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Mo, 13:27 Uhr
18.02.2008

Minister mit Freiparkschein?

Man muss schon Verkehrsminister in Thüringen sein, um mit dem Dienstwagen bis vor die Rathaustür zu fahren. Andreas Trautvetter nahm sich heute dieses Privileg, obwohl er ja als Bauminister in der Rolandstadt war. Die nnz mit einem Überblick...

Bis an die Tür (Foto: nnz) Bis an die Tür (Foto: nnz)

Bei jedem anderen Fahrzeug wären die Knöllchenverteiler des Nordhäuser Ordnungsamtes äußerst schnell gewesen, doch Amtsleiter Holger Wengler hatte vermutlich seine Order bekommen. Minister sind eben besondere Menschen, für deren Dienstfahrzeuge gelten Verkehrszeichen nur bedingt.

Andreas Trautvetter (Foto: nnz) Andreas Trautvetter (Foto: nnz) Nichts desto trotz, Andreas Trautvetter (CDU) wollte sich in Nordhausen über den Stand der Umsetzung des Stadtentwicklungsprogramms Ost informieren lassen. Dieses Programm für das urbane Aufpeppen der jungen Bundesländer läuft im kommenden Jahr aus. Ob es danach eine Neuauflage gibt? Diese Frage wollte der Südthüringer nicht zwingend mit Ja beantworten. Beim Anblick mancher Städte in den alten Bundesländern tippt der singende Minister eher auf Nein. Auf keinen Fall werde es ein spezielles Programm für den Osten geben. Beim Blick in und auf die Nordhäuser Innenstadt scheint das auch nicht mehr nötig. Trautvetter und seine angeschlossene Karawane aus Erfurt und Weimar attestierten der Nordhäuser Rathausspitze eine effiziente Materialisierung der komfortabel geflossenen Fördermittel in den zurückliegenden Jahren.

Und weil selbst das Nordhäuser Rathaus diese Umsetzung nicht allein hinbekommt, saßen heute auch Vertreter der beiden großen Wohnungsunternehmen – der SWG und der WBG – mit am großen Tisch des Europazimmers. Sie werden auch weiterhin Partner auf dem Weg in eine strahlende Innenstadt sein. Und die – so Andreas Trautvetter – müsse künftig mit ihrer Funktion als größte Stadt in Nordthüringen ausstrahlen. Die zentrale Funktion müsse ausgebaut werden. Interessant an dieser Stelle: Der Begriff „mit Teilfunktion Oberzentrum“ kam dem Bauminister nicht über die Lippen.

Trautvetter lobte bei dieser Gelegenheit vor allem das Engagement der Wohnungsbaugenossenschaft Südharz im Bezug auf die Schaffung von studentischem Wohnraum in Verbindung mit der Sanierung alter Wohnsubstanz (Bochumer Hof). In seiner Heimatstadt Schmalkalden sei er es gewohnt, daß den Studenten der dortigen Fachhochschule eher unsanierte Wohnraum angeboten werde.

Zurück zum Geld: In den kommenden Jahren werden die Verteilungskämpfe um Bundesfördermittel härter werden, konstatierte der Minister, doch Nordhausen befinde sich auf einem guten Weg. Wichtig, so scheint es für den Außenstehenden, ist das Beherrschen des Förderdschungels. Hunderte Programme, mehrere Unterprogramme, stehen bereit. Und so konnte denn der Landespolitiker auch 109.000 Euro für die neuen Balkone am Kornmarkt übergeben, verpackt in einen amtlichen Bescheid des Landesverwaltungsamtes, um genauer zu sein, in zwei Bescheide.

In den kommenden Jahren wird sich die Stadtverwaltung in Nordhausen verstärkt der weiteren Entwicklung der Altstadt sowie des Areals am Grimmelhof zuwenden, machte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) deutlich. Und damit der Minister nicht immer alles nur im Modell oder per Beamer zu sehen bekommt, wird es am Nachmittag noch eine Stadtrundfahrt geben. Vielleicht wird dabei die Beachtung der Verkehrs- und Parkregeln auch eine Rolle spielen können.
Autor: nnz

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