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Di, 10:19 Uhr
23.04.2002

nnz-Betrachtung: Altstadt! Altstadt?

Nordhausen (nnz). In der zurückliegenden nnz-Umfrage sollten die Leser die Investitionen in der Altstadt beurteilen. Zur Auswertung und zu Hintergründen eine Betrachtung.


Die Altstadt ist wichtig, eine Altstadt ist das Filetstück jeder Kommune. Mitunter wird in Nordhausen die These aufgestellt, die Altstadt sei den „Regierenden“ nicht wichtig. Vor Beginn der Umfrage erhielt nnz die Aussage aus dem Rathaus, dass seit 1992 rund 30 Millionen Euro in die Altstadt geflossen sein sollen. Jetzt wollen wir einige detaillierte Zahlen nachschieben.

Private Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen sind nach nnz-Informationen bislang in einer Höhe von rund 13 Millionen Euro gefördert worden, in die Infrastruktur flossen fast fünf Millionen Euro. Die Auflistung der Stadtverwaltung, die der nnz vorliegt, beinhaltet weiter die Stadtmauer (2,7 Millionen Euro), das Stadtbad (3,3 Millionen Euro) sowie den Markt 15 und Jugendfreizeitobjekte (4,9 Millionen Euro). Die Eigenanteile der Stadt beliefen sich dabei auf 4,7 Millionen Euro. Hinzu kommt der nicht unwichtige Fakt, dass alle Grundstückeigentümer in der Altstadt von Erschließungsbeiträgen befreit wurden.

Weitere Maßnahmen, die bis zum Jahr 2004 geplant werden, sind unter anderem die Gumpertstraße, der historische Stadtrundgang, die Stadtmauer, die Blasiikirche, der Pferdemarkt sowie einige private Modernisierungsmaßnahmen im Bereich der Schärfgasse. Für fast 70 Prozent der nnz-Leser, die sich an der nicht repräsentativen Umfrage beteiligten, sind die bisherigen Ausgaben nicht genügend. Für „weiter so!“ votierten zum Beispiel 32 Prozent.

Bei aller Wertschätzung für die Nordhäuser Altstadt, muß auch in einer Stadt wie Nordhausen die Verhältnismäßigkeit beibehalten werden. Die Altstadt ist ein Kleinod, wobei die Betonung durchaus auf der Silbe „Klein“ liegen sollte. In ihr wohnt, arbeitet und lebt ein Bruchteil der Nordhäuser. Der „bescheidene Rest“ ist jedoch ein gleichberechtigter Teil dieses Gemeinwesens. Die Menschen in Nordhausen Nord, im Bereich Salza oder entlang der Bochumer Straße fragen bei allem Verständnis für Historie gerade nach dieser Verhältnismäßigkeit.

Ein Nordhäuser erzählte mir unlängst, dass er seit 30 Jahren über die Bleiche fahre, seit 30 Jahren habe sich am Straßenzustand nicht viel geändert. Rechts und links der Bleiche sind die Häuser schmuck geworden, die Vorgärten sind gepflegt. Was hat die Stadt Nordhausen dazu getan, fragen sich die dort wohnenden Menschen. Sie blicken neidisch zur Altstadt und verstehen das ständige Fordern nach weiteren Aktivitäten mit öffentlichen Geldern überhaupt nicht.

Was sollen wir in der Altstadt? Diese Frage wird im „Nordhäuser Rest“ vielleicht mit einem Kneipenbesuch oder dem Ausführen des Hundes beantwortet. Wenn schon zur Kneipenmeile mutiert, dann müsste sich die Gemeinschaft(?) der Gewerbetreibenden schon mehr einfallen lassen als das Altstadtfest. Jetzt soll ja sogar der Stadtrat die letzte Hürde umreißen, die bislang die Altstadt behinderte: Für das Aufstellen von Tischen und Stühlen soll es künftig keine Gebühren mehr geben. Da können sich also die „Rest-Nordhäuser“ und alle Gäste der Rolandstadt auf ein richtig pulsierendes Leben, auf gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen der Händler und Gastronomen freuen. Und wenn die Altstadtbummler dann auch noch an den Tischen und Stühlen auf der einen und den geparkten Autos auf der anderen Seite vorbeikommen, dann wird ein Besuch der Altstadt die helle Freude.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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