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Do, 12:21 Uhr
31.01.2008

Prognose zwischen Hoffnung und Zahlen

Seit Oktober hat die Nordhäuser Arbeitsagentur einen neuen Chef, oder genauer gesagt, einen Vorsitzenden der Geschäftsführung: Dr. Klaus Stein. Heute trat der oberste Arbeitsverwalter erstmals vor die Presse....


Stein (Foto: nnz) Stein (Foto: nnz) Er sei in der Region gut angekommen und angenommen, so der Eindruck des Dr. Klaus Stein. Noch aber hat er hier nicht seinen Lebensmittelpunkt. Bei seiner Vorgängerin war es ähnlich, sie wartete in Nordhausen Jahre auf den nächsten Karrieresprung.

Was Stein heute konstatierte, das war ein kräftiger Schub in die falsche Richtung: Sowohl bei den absoluten Zahlen und - na klar – auch bei der Quote geht es bergauf, was negativ besetzt ist. Noch lassen sich diese Zahlen mit saisonalen Ursachen begründen. Entlassungen aus der Landwirtschaft hier, aus dem Bau dort.

Und so bemühen diejenigen, die einerseits der großen Politik verpflichtet sind, andererseits die Zahlen verkünden müssen, immer wieder gern Vergleiche. Jetzt halten noch die mit dem Vorjahr oder dem Vorvorjahr her. So gab es in den drei Nordthüringer Landkreisen von 2006 zu 2007 einen Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitern und Angestellten von fast 3.000 auf 75.763.

Schaut man sich dagegen die aktuell freien Stellen genauer an, dann wird die Misere der Agenda 2010 bereits sichtbar. Von den 1.053 offenen Stellen im Agenturbezirk sind lediglich 544 sozialversicherungspflichtig. Der „Rest“ sind Minijobs, von denen die Menschen nicht leben könnten.

Was die Mitarbeiter um Dr. Stein auch spüren, das ist das Entschwinden des unternehmerischen Optimismus. Inwieweit das nicht mehr so dynamische Wachstum der Wirtschaft vor allem am sensiblen und immer noch kränkelnden Nordthüringer Arbeitsmarkt seien Spuren hinterläßt, vermögen selbst Experten nicht zu sagen. Und Dr. Klaus Stein ist sicher nicht der Typ, der morgens in die Glaskugel schaut.

Deshalb ist er auch vorsichtig mit seiner Antwort auf die Frage, welchen Anteil denn nun tatsächlich die Agenda-Politik auf die durchaus positive Entwicklung am Arbeitsmarkt der vergangenen 20 Monate habe. „Die Hauptbedingung für ein Wachstum der Wirtschaft und ein Sinken der Arbeitslosigkeit ist eine gesunde Auftragslage der Unternehmen. Immer stärker entwickelt sich auch in Nordthüringen der Einfluß der Weltwirtschaft“, so Klein. Flankierend wirke die Politik mit ihren Gestaltungsmöglichkeiten. Eine Relation der Anteile zu prognostizieren, sei nicht möglich.

Eine andere Prognose wagt Stein dennoch. Für den Landkreis Nordhausen sollte es eine weitere Dynamik im Abbau der Arbeitslosigkeit geben, nur nicht mehr in der Intensität wie bisher und wenn der Frühling kommt. Schwieriger werde es für den Kyffhäuserkreis. Klaus Stein hofft, daß sich dieser Problemkreis endlich weiter dem Durchschnitt des gesamten Agenturbezirkes anpassen werde. Wie schwer das allerdings werden wird, machte der Agenturchef an anderer Stelle deutlich: Gerade im Kyffhäuserkreis gibt es eine hohe verfestigte Arbeitslosigkeit. Hoffnungen setzt der Mann zum Beispiel in den zügigen Ausbau der A 71.

Und das ist dann wirklich ein kleiner Blick in die gläserne Kugel.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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