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Mi, 13:07 Uhr
30.01.2008

Auf den Knopf gedrückt

In Bleicherode ist am Vormittag die Erweiterung der Kläranlage offiziell in Betrieb gegangen. Zelebriert wurde aus dem Knopfdruck ein Festakt mit allem was dazu gehört: Belegte Brötchen, Rostbratwürste, Sekt und O-Saft. Der Bürger, der die Zeche zahlt und zahlen muß, der blieb außen vor...

Gedrückt (Foto: nnz) Gedrückt (Foto: nnz)
Gedrückt: Winter, Hohberg, Reinholz

Die Ursache für die Erweiterung der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes „Bode-Wipper“ ist wirtschaftlicher Natur. In der Wipperaue mußte gebaut werden, um die mehr anfallenden Abwässer der mtm plastics GmbH in Niedergebra und der Erschließung des künftigen Chemieparks Bleicherode zu klären. Alle Redner – und es waren viele, bei einer Verweigerung - waren sich einig, daß mit diesem Bauvorhaben die Infrastruktur attraktiver werde.

Gut für die angesprochenen Unternehmen, schlecht für die Bürger, die Gebührenzahler. Die werden, so verriet es Verbandsvorsitzender Jürgen Hohberg am Ende seiner 20minütigen Ausführungen, tiefer in die Taschen greifen müssen. Trotz erheblicher Fördermittel in Höhe von 2,3 Millionen Euro müssen die restlichen 700.000 Euro reingeholt werden, von den Gebührenzahlern. Und der privaten Zahler werden es immer weniger. Der Aderlaß, den der Verband in den zurückliegenden 15 Jahren hinnehmen mußte, saldiert sich auf 30 Prozent. Derzeit zahlen ein Drittel weniger Menschen Abwassergebühren in 19 Kommunen und vier Ortsteilen als im Gründungsjahr des Verbandes 1992.

Ansonsten wurde im Abwasserfeinsiebgebäude fast 75 Minuten lang durch Bank weg geredet, genauer gesagt: gelobt. Der Verbandsvorsitzende war zum Beispiel dem aktuellen Bleicheröder Bürgermeister für die bisherige Unterstützung dankbar, Verbandsgeschäftsleiter Hartmut Winter dankte sowieso allen und auch der Vertreter des Planungsbüros war neben einer detaillierten Vorstellung des Erweiterungsprojektes in 15 Unterpunkten jedem zu Dank verpflichtet.

Kurz und knapp (Foto: nnz) Kurz und knapp (Foto: nnz) Die kürzeste Rede hielt Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU). Er brachte es auf den Punkt, daß diese Investition gut angelegte Geld und die Voraussetzung für weitere Investitionen sei.

Gar keine Rede hielt Vize-Landrätin Jutta Krauth (SPD), sie übte sich in einer Verweigerungshaltung, was dem Protokoll zehn Minuten kostete. Was sollte sie eigentlich auch Neues sagen, wo sich doch viele ihrer Vor- und Nachredner auf Passagen wie „wie schon mein Vorredner ausführte“ stützten. Nach 75 Minuten der Reden, die multimedian gleich durch zwei Beamer unterstützt wurden, gab es dann auch den obligatorischen Knopfdruck.

Eine anschließende Führung in drei Gruppen über das Gelände sowie ein gemütliches Beisammensein bei den „besten Rostbratwürsten dieser Welt“ und Glühwein beendeten diesen erlebnisreichen Vormittag, der vermutlich nahtlos in den Nachmittag überging.
Autor: nnz

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