Fr, 10:08 Uhr
11.01.2008
SPD mit Kritik an Schulpolitik
Die Sozialdemokratie des Landkreises Nordhausen kritisiert die Schulpolitik des Landratsamtes. Dort sei man lediglich Schulverwalter. Gebraucht werden jedoch Schulgestalter, meint Winfried Theuerkauf gegenüber der nnz.
Neidvoll blicken die Sozis in dieser Woche nach Gotha, wo der dortige Landkreis das bisher kreiseigene Sprachengymnasium an das Land Thüringen übergeben hat. Der Landkreis Gotha wird durch die formelle Schulübergabe an das Land Thüringen nicht nur auf Dauer von erheblichen Kosten entlastet, sondern konnte sogar noch eine nachhaltige Steigerung der Attraktivität des Sprachengymnasiums erreichen, denn das Land wird dort für rund 10 Millionen Euro ein neues Internatsgebäude bauen.
Von solchen positiven Signalen für die gymnasiale Zukunft könne man im Landkreis Nordhausen nur träumen. Der Landkreis Nordhausen besitzt als Schulträger zwei Gymnasien in Nordhausen und ein Gymnasium in Bleicherode. Der Versuch des Landkreises in den neunziger Jahren ein weiteres Gymnasium in Ilfeld zu unterhalten, musste nach fünf Jahren wieder aufgegeben werden. Heute ist in Ilfeld nur noch ein Schulteil des Herder-Gymnasiums untergebracht.
Das Problem der vergangenen Jahre war aber nicht nur, dass die Schülerzahlen zurückgegangen sind. Vielmehr sieht sich die Kreisverwaltung nur als Schulverwalter und nicht als Schulgestalter, meinte der Schulausschussvorsitzende des Kreistages, Winfried Theuerkauf (SPD), zur Schulpolitik des Landkreises.
So hätten andere Landkreise darauf geachtet, das ihre Schulen besondere Spezialisierungen anbieten, welche auch überregional ausstrahlen, oder sie hätten sich entschlossen auch freie Gymnasien aufzubauen. Freie Gymnasien würden von Vereinen, Stiftungen oder den Kirchen betrieben und müssten somit nicht vom Landkreis finanziert werden. Sie besitzen in der Regel eine besondere Profilierung.
Dem Landkreis ging es bisher eher um einzelne Prunkbauten, als um besondere inhaltliche Sprachen- oder Sportspezialisierungen, meinte Theuerkauf (SPD). In unserer Region finde man solche freien Gymnasien wie im Kyffhäuserkreis in der Stadt Rossleben mit dem Klostergymnasium und im Eichsfeldkreis in Heiligenstadt das katholische Gymnasium, wobei beide Schulen ebenso ein Internat besitzen. Solche freien Schulformen seien auch ein Standortvorteil im Wettbewerb der Regionen. Um auch solche nicht unerheblichen Standortfaktoren für Nordhausen zu schaffen müsste dazu die Kreisverwaltung, an der Spitze der Landrat Joachim Claus (CDU), ihre Vorbehalte gegen freie Schulen aufgeben.
Bei der nächsten Überarbeitung der kreislichen Schulnetzkonzeption will der Sozialdemokrat zumindest darauf achten, dass nicht nur statistische Daten von der Verwaltung aufgeschrieben werden, sondern auch inhaltliche Schulfakten zu den Schulkonzepten dargestellt werden. Warum das nicht bereits gemacht wurde, dazu ist in der sozialdemokratischen Pressemitteilung kein Wort zu finden.
Für die Zukunft brauche Nordhausen als ein attraktiver Standort in seiner Wirkung nach außen eine weitere differenzierte Schulstruktur mit besonderen Angeboten und Profilierungen. Dies zu erreichen, müsse gemeinsames Ziel von Landkreis Nordhausen und der Kreisstadt sein.
Autor: nnzNeidvoll blicken die Sozis in dieser Woche nach Gotha, wo der dortige Landkreis das bisher kreiseigene Sprachengymnasium an das Land Thüringen übergeben hat. Der Landkreis Gotha wird durch die formelle Schulübergabe an das Land Thüringen nicht nur auf Dauer von erheblichen Kosten entlastet, sondern konnte sogar noch eine nachhaltige Steigerung der Attraktivität des Sprachengymnasiums erreichen, denn das Land wird dort für rund 10 Millionen Euro ein neues Internatsgebäude bauen.
Von solchen positiven Signalen für die gymnasiale Zukunft könne man im Landkreis Nordhausen nur träumen. Der Landkreis Nordhausen besitzt als Schulträger zwei Gymnasien in Nordhausen und ein Gymnasium in Bleicherode. Der Versuch des Landkreises in den neunziger Jahren ein weiteres Gymnasium in Ilfeld zu unterhalten, musste nach fünf Jahren wieder aufgegeben werden. Heute ist in Ilfeld nur noch ein Schulteil des Herder-Gymnasiums untergebracht.
Das Problem der vergangenen Jahre war aber nicht nur, dass die Schülerzahlen zurückgegangen sind. Vielmehr sieht sich die Kreisverwaltung nur als Schulverwalter und nicht als Schulgestalter, meinte der Schulausschussvorsitzende des Kreistages, Winfried Theuerkauf (SPD), zur Schulpolitik des Landkreises.
So hätten andere Landkreise darauf geachtet, das ihre Schulen besondere Spezialisierungen anbieten, welche auch überregional ausstrahlen, oder sie hätten sich entschlossen auch freie Gymnasien aufzubauen. Freie Gymnasien würden von Vereinen, Stiftungen oder den Kirchen betrieben und müssten somit nicht vom Landkreis finanziert werden. Sie besitzen in der Regel eine besondere Profilierung.
Dem Landkreis ging es bisher eher um einzelne Prunkbauten, als um besondere inhaltliche Sprachen- oder Sportspezialisierungen, meinte Theuerkauf (SPD). In unserer Region finde man solche freien Gymnasien wie im Kyffhäuserkreis in der Stadt Rossleben mit dem Klostergymnasium und im Eichsfeldkreis in Heiligenstadt das katholische Gymnasium, wobei beide Schulen ebenso ein Internat besitzen. Solche freien Schulformen seien auch ein Standortvorteil im Wettbewerb der Regionen. Um auch solche nicht unerheblichen Standortfaktoren für Nordhausen zu schaffen müsste dazu die Kreisverwaltung, an der Spitze der Landrat Joachim Claus (CDU), ihre Vorbehalte gegen freie Schulen aufgeben.
Bei der nächsten Überarbeitung der kreislichen Schulnetzkonzeption will der Sozialdemokrat zumindest darauf achten, dass nicht nur statistische Daten von der Verwaltung aufgeschrieben werden, sondern auch inhaltliche Schulfakten zu den Schulkonzepten dargestellt werden. Warum das nicht bereits gemacht wurde, dazu ist in der sozialdemokratischen Pressemitteilung kein Wort zu finden.
Für die Zukunft brauche Nordhausen als ein attraktiver Standort in seiner Wirkung nach außen eine weitere differenzierte Schulstruktur mit besonderen Angeboten und Profilierungen. Dies zu erreichen, müsse gemeinsames Ziel von Landkreis Nordhausen und der Kreisstadt sein.


