So, 10:18 Uhr
14.04.2002
Listen-Desaster für Jüttemann
Nordhausen (nnz). Das, was gestern im Landesvorstand der PDS beschlossen wurde, gleicht einem mittelschweren Desaster der PDS im Wahlkreis 190. nnz mit den Hintergründen.
Es geht um Gerhard Jüttemann, es geht um seine politische Zukunft und es geht um Nordthüringen. Die politische Zukunft von Gerhard Jüttemann als Bundestagsabgeordneter ist äußerst ungewiß geworden. Gewissheit erlangt diese Aussage durch einen Blick auf die gestern vorgeschlagene Landesliste der Sozialisten für die Bundestagswahl. Wie die nnz bereits mehrfach berichtete (siehe Archiv) soll die Bundesvorsitzende Gabi Zimmer die Landesliste anführen. Für Jüttemann hatten sich die Strategen nach nnz-Informationen entweder Platz 2 oder Platz 4 ausgedacht. Letzte Verständigung lautete: Schlagt den Gerhard für Platz 4 vor, der sei ihm dann sicher. Doch es kam alles anders. Ein PDS-Landtagsabgeordneter aus dem Eichsfeld soll - so wird gemunkelt - Jüttemann für Platz 2 vorgeschlagen haben. Was dann folgte, wurde gestern bekannt. Jüttemann wurde durchgereicht und ist auf den ersten sechs Plätzen nicht zu finden. Hinter Zimmer rangieren Carsten Hübner (Weimar), Ruth Fuchs (Gera), Frank Knuschel (Ilmkreis), Diana Skibbe (Greiz) und Kersten Naumann (Kyffhäuserkreis).
In Nordhäuser PDS-Kreisen wurde nach der erweiterten Sitzung des Landesvorstandes von einem Skandal gesprochen. Skandal auch deshalb, weil der neue Kreisvorstand in den zurückliegenden Tagen vielfältige Kontakte zu anderen Kreisverbänden gesucht hat, um die Position von Jüttemann zu stärken. Doch die Taktik der Nordhäuser und Eichsfelder ist nicht aufgegangen und Jüttemann hat verloren. Vorläufig.
Alle Hoffnung der PDS-ler des Wahlkreises 190 ruhen nun auf dem Landesparteitag am kommenden Wochenende in Sömmerda. Da können sich die Kandidaten der Landesliste, darunter auch Mathias Mitteldorf, den Delegierten noch einmal vorstellen. Fünf Minuten Zeit wird ihnen dafür eingeräumt. Unterstützende Beiträge der Basis wird es nur in schriftlicher Form geben. Was also bleibt Gerhard Jüttemann? Die Hoffnung, dass ein oder zwei Kandidaten der PDS in Thüringen zur Bundestagswahl direkt gewählt werden? Oder ein Umschwenken der Parteitagsdelegierten in Sömmerda?
Der Trost für Nordthüringen, mit Kersten Naumann eine Favoritin zu haben, der hält sich in Grenzen. Lukrativ ist der sechste Platz auf der vorgeschlagenen Landesliste auch nicht. Und so zeigt sich wohl auch bei der PDS, dass der Landesvorstand den Norden Thüringens klammheimlich von der Mitte des Freistaates wohl abgehängt hat.
Autor: nnzEs geht um Gerhard Jüttemann, es geht um seine politische Zukunft und es geht um Nordthüringen. Die politische Zukunft von Gerhard Jüttemann als Bundestagsabgeordneter ist äußerst ungewiß geworden. Gewissheit erlangt diese Aussage durch einen Blick auf die gestern vorgeschlagene Landesliste der Sozialisten für die Bundestagswahl. Wie die nnz bereits mehrfach berichtete (siehe Archiv) soll die Bundesvorsitzende Gabi Zimmer die Landesliste anführen. Für Jüttemann hatten sich die Strategen nach nnz-Informationen entweder Platz 2 oder Platz 4 ausgedacht. Letzte Verständigung lautete: Schlagt den Gerhard für Platz 4 vor, der sei ihm dann sicher. Doch es kam alles anders. Ein PDS-Landtagsabgeordneter aus dem Eichsfeld soll - so wird gemunkelt - Jüttemann für Platz 2 vorgeschlagen haben. Was dann folgte, wurde gestern bekannt. Jüttemann wurde durchgereicht und ist auf den ersten sechs Plätzen nicht zu finden. Hinter Zimmer rangieren Carsten Hübner (Weimar), Ruth Fuchs (Gera), Frank Knuschel (Ilmkreis), Diana Skibbe (Greiz) und Kersten Naumann (Kyffhäuserkreis).
In Nordhäuser PDS-Kreisen wurde nach der erweiterten Sitzung des Landesvorstandes von einem Skandal gesprochen. Skandal auch deshalb, weil der neue Kreisvorstand in den zurückliegenden Tagen vielfältige Kontakte zu anderen Kreisverbänden gesucht hat, um die Position von Jüttemann zu stärken. Doch die Taktik der Nordhäuser und Eichsfelder ist nicht aufgegangen und Jüttemann hat verloren. Vorläufig.
Alle Hoffnung der PDS-ler des Wahlkreises 190 ruhen nun auf dem Landesparteitag am kommenden Wochenende in Sömmerda. Da können sich die Kandidaten der Landesliste, darunter auch Mathias Mitteldorf, den Delegierten noch einmal vorstellen. Fünf Minuten Zeit wird ihnen dafür eingeräumt. Unterstützende Beiträge der Basis wird es nur in schriftlicher Form geben. Was also bleibt Gerhard Jüttemann? Die Hoffnung, dass ein oder zwei Kandidaten der PDS in Thüringen zur Bundestagswahl direkt gewählt werden? Oder ein Umschwenken der Parteitagsdelegierten in Sömmerda?
Der Trost für Nordthüringen, mit Kersten Naumann eine Favoritin zu haben, der hält sich in Grenzen. Lukrativ ist der sechste Platz auf der vorgeschlagenen Landesliste auch nicht. Und so zeigt sich wohl auch bei der PDS, dass der Landesvorstand den Norden Thüringens klammheimlich von der Mitte des Freistaates wohl abgehängt hat.

