Fr, 08:13 Uhr
05.04.2002
nnz-Rückspiegel: 5. April 2001
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute:
Jobbörse, Sitzstreik und Finanzkollaps
Jobbörse wurde als Erfolg bezeichnet
Sie sind mittlerweile zur Tradition geworden, die gemeinsamen Jobbörsen des Nordhäuser Arbeitsamtes und der Personaldienstleister der Region. In dieser Woche fand die zweite Veranstaltung statt. Organisiert und vorbereitet wurde die Jobbörse vom Nordhäuser Arbeitsamt und den Zeitarbeitsfirmen aus der Region. So wurden am Dienstag insgesamt 90 Arbeitssuchende eingeladen. Dieser Einladung folgten 50 Personen. Sie waren, so ist es der Auswertung der Unternehmen zu entnehmen, unterschiedlich motiviert, qualifiziert und flexibel. Im Gegensatz zur ersten Veranstaltung im März gehen die Personaldienstleister von einer höheren Einstellungsquote aus. Im März wurde je teilnehmenden Unternehmen mal gerade ein Arbeitnehmer eingestellt. Die nächste Jobbörse ist für den 22. Mai geplant, dann soll auch das zuständige Sozialamt stärker in die Vermittlungstätigkeiten eingebunden werden. Bislang erfuhren die privaten Vermittler schon ein Unterstützung bei ihren Bemühungen, Arbeitssuchende in eine feste Anstellung zu bringen.
Gerald Schröder: Mit weißer Fahne zum Sitzstreik
Am Nachmittag wird sich der Ellricher Bürgermeister Gerald Schröder auf ins Landratsamt nach Nordhausen machen. Das will er erst dann wieder verlassen, wenn sein Problem geklärt wird. Mit einiger Wut im Bürgermeisterbauch fährt Schröder nach Nordhausen, denn die Kommunalaufsicht des Landratsamtes hat den Haushalt der Stadt Ellrich nicht genehmigt. Dabei hatten die Ellricher in einem Schreiben deutlich gemacht, daß sie ihr Zahlenwerk durchaus ausgleichen können. So könnten sie eventuell einen Kredit in Höhe von zwei Millionen Mark aufnehmen. Durch beabsichtigte Grundstücksverkäufe sollte der Kredit im Rahmen einer Umschuldung dann getilgt werden. Doch das Landratsamt hat wohl kein Einsehen mit den Ellrichern. Hier platzt Gerald Schröder der Kragen. Das Landratsamt ist nicht in der Lage, Gesetzestexte so zu interpretieren, daß sie für und nicht gegen die Kommunen ausgelegt werden, so der Bürgermeister gegenüber nnz...ausführlich im nnz-Archiv
Bleicherode atmet auf: Deusa ist gerettet
Die Deusa Solbergwerke und Aufbereitungs GmbH Bleicherode ist gerettet. Der Gläubigerausschuß stimmte am Vormittag einem Verkauf des angeschlagenen Unternehmens an eine internationale Firmengruppe zu. Es waren aufregende Stunden, die sich heute im Büro von Insolvenzverwalter Carsten Bloss in Erfurt abspielten. Noch am frühen Morgen war nicht klar, ob der Verkauf über die Bühne gehen konnte. Die Zusagen von zwei Gläubigern standen aus. Dann kurz nach 12 Uhr die erwarteten Anrufe und Faxe. Mit dem Verkauf der Gesamtanlage, des Grundstückseigentums und des dazugehörigen Bergwerkseigentums geht das laufende Insolvenzverfahren nicht nur einem positiven Ende entgegen, das Wichtigste machte Bloß für einen Verkauf zur Bedingung: Den Erhalt der 103 Arbeitsplätze. Bloß hat dieses Ziel erreicht. Diese Leistung sollte man anerkennen, obwohl vor allem Landespolitiker mal offen, mal verdeckt Front gegen die Strategie von Carsten Bloß machten...ausführlich im nnz-Archiv
Reaktionen zum Nordhäuser Finanzkollaps
Das finanzielle Desaster der Stadt Nordhausen beschäftigt auch heute die Öffentlichkeit. nnz hat weitere Stellungnahmen zusammengetragen. Die Oberbürgermeisterin Frau Rinke hat offensichtlich die Notbremse gezogen, um weiteren Schaden von der Stadt Nordhausen abzuwenden. Das, was sich seit Monaten angedeutet hat, wird jetzt zur schmerzlichen Realität. Der gefaßte Beschluß über die Haushaltssatzung des Landkreises hat den Haushalt der Stadt zum Kippen gebracht und wird nicht realisierbar, meint Kreistagsabgeordneter Klaus Gorges (pl). Die seit Jahren existierenden Spannungen zwischen der Stadt und dem Landkreis würden sich negativ auf die weitere Entwicklung insbesondere der Stadt Nordhausen auswirken. Wenn sich der Landkreis und die Stadt Nordhausen nicht sofort besinnen und mit effektiven Konzepten miteinander im positiven Sinne streiten, werde die von Frau Rinke angedeutete Diskussion um die Kreisfreiheit der Stadt Nordhausen und damit das Sterben des Landkreises Nordhausen zur Realität, so Gorges.
Die PDS-Landtagsfraktion forderte indes die Landesregierung auf, kurzfristige Finanzzuweisungen für Nordhausen bereitzustellen. Dazu solle der Landesausgleichsstock herangezogen werden. Sollten die Mittel nicht ausreichen, müsse der Landtag den kommunalen Finanzausgleich so schnell wie möglich neu ordnen...ausführlich im nnz-Archiv
Autor: nnzJobbörse, Sitzstreik und Finanzkollaps
Jobbörse wurde als Erfolg bezeichnet
Sie sind mittlerweile zur Tradition geworden, die gemeinsamen Jobbörsen des Nordhäuser Arbeitsamtes und der Personaldienstleister der Region. In dieser Woche fand die zweite Veranstaltung statt. Organisiert und vorbereitet wurde die Jobbörse vom Nordhäuser Arbeitsamt und den Zeitarbeitsfirmen aus der Region. So wurden am Dienstag insgesamt 90 Arbeitssuchende eingeladen. Dieser Einladung folgten 50 Personen. Sie waren, so ist es der Auswertung der Unternehmen zu entnehmen, unterschiedlich motiviert, qualifiziert und flexibel. Im Gegensatz zur ersten Veranstaltung im März gehen die Personaldienstleister von einer höheren Einstellungsquote aus. Im März wurde je teilnehmenden Unternehmen mal gerade ein Arbeitnehmer eingestellt. Die nächste Jobbörse ist für den 22. Mai geplant, dann soll auch das zuständige Sozialamt stärker in die Vermittlungstätigkeiten eingebunden werden. Bislang erfuhren die privaten Vermittler schon ein Unterstützung bei ihren Bemühungen, Arbeitssuchende in eine feste Anstellung zu bringen.
Gerald Schröder: Mit weißer Fahne zum Sitzstreik
Am Nachmittag wird sich der Ellricher Bürgermeister Gerald Schröder auf ins Landratsamt nach Nordhausen machen. Das will er erst dann wieder verlassen, wenn sein Problem geklärt wird. Mit einiger Wut im Bürgermeisterbauch fährt Schröder nach Nordhausen, denn die Kommunalaufsicht des Landratsamtes hat den Haushalt der Stadt Ellrich nicht genehmigt. Dabei hatten die Ellricher in einem Schreiben deutlich gemacht, daß sie ihr Zahlenwerk durchaus ausgleichen können. So könnten sie eventuell einen Kredit in Höhe von zwei Millionen Mark aufnehmen. Durch beabsichtigte Grundstücksverkäufe sollte der Kredit im Rahmen einer Umschuldung dann getilgt werden. Doch das Landratsamt hat wohl kein Einsehen mit den Ellrichern. Hier platzt Gerald Schröder der Kragen. Das Landratsamt ist nicht in der Lage, Gesetzestexte so zu interpretieren, daß sie für und nicht gegen die Kommunen ausgelegt werden, so der Bürgermeister gegenüber nnz...ausführlich im nnz-Archiv
Bleicherode atmet auf: Deusa ist gerettet
Die Deusa Solbergwerke und Aufbereitungs GmbH Bleicherode ist gerettet. Der Gläubigerausschuß stimmte am Vormittag einem Verkauf des angeschlagenen Unternehmens an eine internationale Firmengruppe zu. Es waren aufregende Stunden, die sich heute im Büro von Insolvenzverwalter Carsten Bloss in Erfurt abspielten. Noch am frühen Morgen war nicht klar, ob der Verkauf über die Bühne gehen konnte. Die Zusagen von zwei Gläubigern standen aus. Dann kurz nach 12 Uhr die erwarteten Anrufe und Faxe. Mit dem Verkauf der Gesamtanlage, des Grundstückseigentums und des dazugehörigen Bergwerkseigentums geht das laufende Insolvenzverfahren nicht nur einem positiven Ende entgegen, das Wichtigste machte Bloß für einen Verkauf zur Bedingung: Den Erhalt der 103 Arbeitsplätze. Bloß hat dieses Ziel erreicht. Diese Leistung sollte man anerkennen, obwohl vor allem Landespolitiker mal offen, mal verdeckt Front gegen die Strategie von Carsten Bloß machten...ausführlich im nnz-Archiv
Reaktionen zum Nordhäuser Finanzkollaps
Das finanzielle Desaster der Stadt Nordhausen beschäftigt auch heute die Öffentlichkeit. nnz hat weitere Stellungnahmen zusammengetragen. Die Oberbürgermeisterin Frau Rinke hat offensichtlich die Notbremse gezogen, um weiteren Schaden von der Stadt Nordhausen abzuwenden. Das, was sich seit Monaten angedeutet hat, wird jetzt zur schmerzlichen Realität. Der gefaßte Beschluß über die Haushaltssatzung des Landkreises hat den Haushalt der Stadt zum Kippen gebracht und wird nicht realisierbar, meint Kreistagsabgeordneter Klaus Gorges (pl). Die seit Jahren existierenden Spannungen zwischen der Stadt und dem Landkreis würden sich negativ auf die weitere Entwicklung insbesondere der Stadt Nordhausen auswirken. Wenn sich der Landkreis und die Stadt Nordhausen nicht sofort besinnen und mit effektiven Konzepten miteinander im positiven Sinne streiten, werde die von Frau Rinke angedeutete Diskussion um die Kreisfreiheit der Stadt Nordhausen und damit das Sterben des Landkreises Nordhausen zur Realität, so Gorges.
Die PDS-Landtagsfraktion forderte indes die Landesregierung auf, kurzfristige Finanzzuweisungen für Nordhausen bereitzustellen. Dazu solle der Landesausgleichsstock herangezogen werden. Sollten die Mittel nicht ausreichen, müsse der Landtag den kommunalen Finanzausgleich so schnell wie möglich neu ordnen...ausführlich im nnz-Archiv

